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Vorhang auf in Bayreuth - Viel Prominenz erwartet

Bayreuth (dpa) - In Bayreuth wird der rote Teppich ausgerollt: Zum Auftakt der Richard-Wagner-Festspiele am Mittwoch (25. Juli) hat sich Prominenz aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft angesagt - allen voran Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die als großer Fan von Wagner-Opern gilt und regelmäßiger Festspielgast in Bayreuth ist.

Bayreuther Festspielhaus
Der Grüne Hügel muss auch dieses Jahr nicht auf den «Holländer» verzichten. Foto: Archiv Foto: dpa

Die Neugierde auf die diesjährige Premiere dürfte besonders groß sein, gab es doch bereits Tage vor der Eröffnung einen handfesten Eklat: Evgeny Nikitin, als Sänger für die Titelpartie in der Oper «Der Fliegende Holländer» vorgesehen, sagte auf Druck der Festspielleitung seine Auftritte wegen Nazi-Tattoos ab. Nun singt der Südkoreaner Samuel Youn.

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Am Pult wird Christian Thielemann stehen, Regie führt Jan Philipp Gloger. Er sagte der Nachrichtenagentur dpa: «Für uns war es wichtig, den Holländer nicht als Erfindung zu sehen oder als Phantom Sentas. Was also ist, wenn er ein realer Mensch unserer Zeit ist, der wie bei Wagner mit ständigem Reisen und dem Anhäufen von Geld beschäftigt ist? Das hat sehr viel mit der Realität unserer Zeit zu tun, wo dem Menschen in der Arbeitswelt Mobilität und Flexibilität abverlangt werden.»

Gezeigt wird in Bayreuth auch die Wiederaufnahme der «Tannhäuser»-Produktion von 2011. Regisseur Sebastian Baumgarten ließ eine Biogasanlage auf der Bühne installieren, die Kritik an der Inszenierung war groß. Es dirigiert Christian Thielemann. Auf dem Spielplan steht in diesem Jahr auch erneut Hans Neuenfels' «Lohengrin» unter der musikalischen Leitung von Andris Nelsons. Im Vorjahr avancierten Klaus Florian Vogt als Schwanenritter und Annette Dasch als Elsa zum Bayreuther Traumpaar. Sie stehen auch in diesem Jahr wieder auf der Bühne.

Außerdem sind in Bayreuth in diesem Jahr in Wiederaufnahmen die Werke «Tristan und Isolde» (Christoph Marthaler/Peter Schneider) und «Parsifal» (Stefan Herheim/Philippe Jordan) zu sehen. 2012 ist das zweite «Ring»-freie Jahr hintereinander am Grünen Hügel, nachdem Tankred Dorsts Inszenierung 2010 auslief. Erst im kommenden Jahr wird der «Ring des Nibelungen» - zum 200. Geburtstag Richard Wagners - in der Regie von Frank Castorf wieder auf die Bühne kommen.

Zur Eröffnungspremiere versammeln sich traditionell zahlreiche Prominente auf dem Grünen Hügel. Neben Politikern aus Berlin und München gehören dazu nach Angaben der Stadt Bayreuth auch Schauspieler wie Erol Sander und Michaela May. Begrüßt werden die Premierengäste erstmals in der Geschichte Bayreuths von einer Oberbürgermeisterin: Brigitte Merk-Erbe (Bayreuther Gemeinschaft) ist die erste Frau an der Bayreuther Stadtspitze, sie wurde im Frühjahr gewählt.

Trotz des Erfolges der vergangenen Jahre wird es in diesem Jahr in Bayreuth kein Public Viewing mehr geben. Die Übertragung einer Wagner-Oper auf einer riesigen Leinwand auf dem Volksfestplatz war zwar ein Publikumsmagnet gewesen, doch Hauptsponsor Siemens hat sein Engagement beendet. Stattdessen wird im August eine «Parsifal»-Aufführung in rund 100 Kinos in ganz Deutschland übertragen.

Spielplan

Infos zu Jan Philipp Gloger

Infos zur diesjährigen Bayreuther «Holländer»-Inszenierung

«Lohengrin» 2012

«Tannhäuser» 2012