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»Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang«

Berchtesgadener Land - Geräuschlos gleitet frühmorgens die Plattform aus dem Hangar ins Freie - fast majestätisch ruht der orangefarbene Rettungshubschrauber »Christoph 14« auf ihr. Doch der Schein trügt: Schon wenige Minuten später kommt der erste Alarm und innerhalb der nächsten zwei Minuten geht alles ganz schnell: Der Pilot startet auf dem Dachlandeplatz des Traunsteiner Klinikums die Maschine, der Luftrettungsassistent des Roten Kreuzes erhält über die Integrierte Leitstelle erste Informationen zum Einsatz und steigt zusammen mit dem Notarzt, der aus dem Klinikum herbeieilt, in die Maschine. Mit 910 Einsätzen in diesem ersten Halbjahr absolvierte »Christoph 14« wieder eine neue Rekordzahl.

Für Hans Öggl, den Verwaltungsleiter des Klinikums Traunstein, ist der Rettungshubschrauber nicht wegzudenken. »Er ist für uns ein sehr wichtiger Faktor, denn die Patienten, die er uns bringt, haben ein sehr breites Spektrum an Verletzungen - oft sehr schwierige Fälle.« Als erstes sind hier die Ärzte gefordert, so Öggl, aber auch als Lehrkrankenhaus sind diese Behandlungen für das Klinikum von Bedeutung, da im Operationssaal und bei der Behandlung viele Studenten mit eingebunden sind.

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Auf dem Dach des Traunsteiner Klinikums hat »Christoph 14« seinen Standort und aus dem Haus stammt auch das Team der Notärzte, die für den Einsatz mit dem Rettungshubschrauber speziell ausgebildet sind. Dazu kommen die sechs Luftrettungsassistenten, die vom Traunsteiner Kreisverband des Roten Kreuzes für die Luftrettung bereitgestellt werden, sowie die Piloten der Bundespolizei-Fliegerstaffel Süd in Oberschleißheim. Obwohl sich die Crew aus verschiedenen Organisationen zusammensetzt, betont Hans Öggl die Einheit des Teams. »Unsere Ärzte, wie auch alle anderen, sind voll integriert und alle haben ein sehr gutes und freundschaftliches Verhältnis miteinander. Ich bewundere die Crew: Sie leistet oft Gewaltiges von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.« Einer dieser Rekordtage war ein Samstag im Mai diesen Jahres: 14 Einsätze in nur neun Stunden - Verkehrsunfälle mit Auto und Motorrad, ein Bergeinsatz am Rauschberggipfel und Notfälle mit Erkrankten oder Verletzten, darunter ein Kind mit gebrochenem Arm. Markus Pabst, leitender Stationspilot von »Christoph 14«, beschreibt die letzten Monate mit wenigen Worten: »Es war wahnsinnig viel los.«

Immer wieder gibt es Neuerungen für die Station von »Christoph 14«. »Stolz sind wir alle auf die neue Plattform für den Hubschrauber«, so Hans Öggl, »der für die Crew enorme Erleichterungen bei dem Transport der Patienten bringt und auch mehr Sicherheit für die Starts und Landungen gebracht hat.« Dazu kommt eine neue Versiegelung der gesamten Oberfläche des Daches und eine Schienenheizung, die ein problemloses Gleiten der Plattform zwischen Hangar und Dachlandeplatz garantiert, auch bei Schnee und Eis. Begeistert ist die Crew auch von ihrer neuen Wetterstation, die mit einer Webcam-Anlage ausgestattet ist. »Die Mannschaft hat mit ihr auf die Schnelle einen Rundumblick bis in die Berge hinein und kann so viel sicherer die momentane Wetterlage beurteilen.« Hans Öggl ist als Verwaltungsleiter des Traunsteiner Klinikums stolz, ein Baustein in der Organisation des Rettungshubschraubers zu sein. »Wichtig ist, dass wir zusammen immer über alle Probleme reden können und meist auch Lösungen finden.« cs/ml