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Von der Premiumpromenade bis zum Geheimsteig

Berchtesgaden - Eine einheitliche Kategorisierung der kommunalen Wanderwege hat der Berchtesgadener Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung am Montagabend einstimmig beschlossen. Künftig werden die Wege in vier Kategorien eingeteilt. Die Wege der Kategorie 1, die breit, fast eben und oftmals behindertenfreundlich sind, sollen bestens gepflegt und beschildert, die teilweise kaum mehr erkennbaren Pfade der vierten Kategorie sollen hingegen vernachlässigt werden.

Güteklasse eins: Der Wanderweg vom Hotel »Seimler« zur Laroswacht ist in der obersten Kategorie. Foto: Anzeiger/kp

Auf dem Berchtesgadener Gemeindegebiet finden sich fast unzählige Wanderwege. Von der Premiumpromenade bis zum verwilderten Geheimsteig ist für Outdoor-Fans alles dabei. Hier setzt die Marktgemeinde nun klare Schwerpunkte.

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Die Wege der ersten Kategorie, zum Beispiel der gemütliche Flanierweg vom Hotel »Seimler« zur Laroswacht, sind großenteils behindertenfreundlich, wenn auch nicht barrierefrei. Und werden teilweise im Winter geräumt.

Die Kategorie zwei enthält beschilderte Wanderwege mit mittlerem Qualitätsanspruch. Wie zum Beispiel die Gerer Klamm. Die dritte Kategorie richtet sich an trittsichere Naturfreunde. Hierbei handelt es sich um beschilderte Waldpfade, sogenannte Steige, wie beispielsweise unterhalb des Schablwegs einer ist. Der Pflegeaufwand wird sich dort in Grenzen halten. Die Wege sollen allerdings regelmäßig freigeschnitten, die Schweller ausgeräumt und g'laabelt, also vom Laub befreit werden. Teilweise ist auch eine Aufkiesung geplant.

Um die Wege der ersten drei Kategorien ordentlich instand halten zu können, sollen zusätzliche Wegepaten als geringfügig Beschäftigte eingestellt werden. Diese Wächter der Wanderwege fegen beispielsweise Laub oder tauschen ein kaputtes Brett bei einer Sitzbank aus. Sie sind verantwortlich für die wöchentliche Kontrolle der Wege. Auch nach heftigen Regenschauern sind sie im Einsatz.

Für echte Naturburschen, die ungern auf ausgetretenen Pfaden unterwegs sind, ist die Kategorie vier gedacht. Sie enthält derzeit meist noch beschilderte Wanderwege, die oft sogar Einheimische nicht mehr kennen.

Die oftmals ramponierten Holzschilder werden nach und nach entfernt, die kommunale Widmung aus haftungsrechtlichen Gründen eingezogen. Diese Wege wird die Marktgemeinde auch nicht mehr pflegen. cfs