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Von den Nazis genutzt: Hotel »Zum Türken« am Obersalzberg steht zum Verkauf

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Berchtesgaden: Nazi-Hotel "Zum Türken" Obersalzberg steht zum Verkauf
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Zur Ausstattung dieses imposanten Hotels am Obersalzberg, das den Namen »Zum Türken« trägt, gehört sogar ein See. (Foto: Geolina163/Wikipedia; Lizenz: Creative-Commons)
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Foto: Geolina163/Wikipedia; Lizenz: Creative-Commons

Berchtesgaden – Eine Immobilienanzeige für das Hotel »Zum Türken« am Obersalzberg sorgt derzeit für Aufregung im Talkessel. Für 3,65 Millionen Euro soll die eindrucksvolle Immobilie, die in direkter Nachbarschaft zum Berghof – Hitlers altem Feriendomizil – liegt, den Besitzer wechseln. Verkäufer ist die Grünwälder Niederlassung der Makler-Firma Sotheby's.


Adolf Hitler hatte hier früher seinen Feriensitz. Gemeint ist der Berghof am Obersalzberg. Eine idyllische Lage, Panoramablick auf die Alpen, ein über 6500 Quadratmeter großes Grundstück und ein See versprechen Luxus pur – nichts von alledem erinnert an die einstigen Bewohner und Gäste des ehemaligen Hotels: Darunter Hitlers Wachleute des Reichssicherheitsdienstes und andere Bedienstete bzw. militärisches Personal des Nazi-Regimes. Mit dem Verkauf geht nun auch die Befürchtung einher, dass womöglich Extremisten die Immobilie erwerben könnten.

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»Eine Reise durch die Zeit in einer traumhaften Kulisse« – mit diesem Werbeslogan wirbt der Makler auf seiner Homepage (Link) für das Objekt.
Erwähnt wird die dunkle Vergangenheit des Hotels aber in der darauf folgenden Beschreibung mit keinem Wort. Der Slogan soll wohl Raum zur Interpretation bieten... Ansprechend oder eher perfide? Das bleibt dem Kunden überlassen.
Übrigens: Die Homepage selbst ist in deutscher Sprache verfasst, das Angebot ist allerdings ausschließlich in englischer Sprache verfügbar. Offensichtlich richtet sie sich an ein internationales Klientel.

Neben den 17 Gästezimmern und der etwa 1000 Quadratmeter großen Wohnfläche verfügt das Gebäude noch über mehrere Bunkeranlagen, die sich auch alle in einem intakten Zustand befinden sollen.

Direkten Bezug auf die Nazizeit nimmt der Makler im Angebot nicht. Aber »die Kunden, die interessiert sind und recherchieren, wissen um die Lage des Objekts«, so Michael Reiss, Geschäftsführer für Sotheby's in Bayern, auf Anfrage. Ob sich bereits Interessenten gemeldet haben, gibt die Firma nicht bekannt. Solange das Angebot verfügbar ist, kann aber wohl davon ausgegangen werden, dass das Hotel zumindest noch nicht verkauft ist.

Ein ausführlicher Bericht mit Hintergrundinformationen und Rückfragen folgt im Laufe des Nachmittags.

Wie war er als Nachbar, Adolf Hitler? Eine 101-jährige Jüdin aus England berichtet:

red