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Vogelwild in Breslau - Slomka: «Ich hätte es lieber zu null»

Breslau (dpa) - Die vogelwilde Bundesliga-Generalprobe war nicht ganz nach dem Geschmack von Mirko Slomka. «Für einen systematisch denkenden Trainer ist das grausam», kommentierte der Coach von Hannover 96 den 5:3 (3:1)-Aufreger bei Slask Breslau.

Vogelwild
Nach einem turbulentem Spiel siegte Hannover 96 mit 5:3 in Breslau. Foto: Thomas Eisenhuth Foto: dpa

Kurz vor dem Punktspielstart gegen Schalke 04 schmeckte dem Mathematik-Lehrer die riskante Nach-Vorne-Verteidigung seiner Mannschaft in der Europa League nicht. «Ich hätte es lieber zu null», gestand der frühere Schalke-Coach, ganz in der «Die-Null-muss-stehen-Tradition» des Gegners am Sonntag.

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Bis dahin hat Slomka nur wenig Zeit, seinen Abwehrverbund um den unsicheren Innenverteidiger Felipe neu zu ordnen und den Fokus vom polnischen Meister auf den Bundesliga-Dritten zu richten. «Das macht für mich den Reiz der Europa League aus, sofort den Schalter umzulegen», erklärte der Trainer. «Es ist eine große Herausforderung, gegen eine Top-Mannschaft wie Schalke anzutreten. Über die drei Gegentore müssen wir natürlich reden und sie in die Analyse einbeziehen.»

Ob die Spielbewertung auch personelle Konsequenzen zur Folge hat, muss abgewartet werden. Für den Brasilianer Felipe, Neuzugang von Standard Lüttich, könnte der Schweizer Mario Eggimann als Partner von Karim Haggui in die Innenverteidigung rücken. Slomka wollte den Wuschelkopf Felipe allerdings unbedingt verpflichten. «Er ist ein Spieler, der sehr aggressiv nach vorne spiele. Da muss er manchmal noch besser abwägen, wann er auf der Linie bleibt oder nach vorne schiebt», erklärte der Trainer.

Bei aller Freude über die starke Offensivleistung und fünf tolle Tore durch Leon Andreasen (7./81. Minute), Jan Schlaudraff (25.), Lars Stindl (40.) und Manuel Schmiedebach (85.) monierten auch die Profis die Abwehrlöcher. «Wir haben zwei Tage Zeit, nachzuarbeiten. Gegen Schalke müssen wir hinten stabiler stehen», sagte Schlaudraff. «Ich habe mich total geärgert, dass es von außen zu einfach aussah», meinte Nationalkeeper Ron-Robert Zieler.

In Breslau konnten Zieler, rund 1700 96-Fans und Clubchef Martin Kind die drei Gegentore durch Tomasz Jodlowiec (34.), Sylwester Patejuk (54.) und Przemyslaw Kazmierczak (61.) letztlich locker verschmerzen. «Unsere Mannschaft ist stark aufgetreten, wir stehen mit eindreiviertel Beinen in der Gruppenphase», beurteilte Kind die Chancen vor dem Rückspiel am nächsten Donnerstag.

Neben dem zweifachen Torschützen Andreasen, dem vor einen Jahr die Sportinvalidität drohte und der erneut eine bärenstarke Partie zeigte, stand vor allem Schmiedebach im Mittelpunkt. Der Treffer, mit dem er das Acht-Tore-Spektakel im Breslauer EM-Stadion beendete, war sein erstes Pflichtspieltor für Hannover 96. «Ich freue mich sehr für Manu. Ich dachte, er schießt nie ein Tor», scherzte sein Kollege Christian Pander.