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Vier Konzerte in vier Kirchen der Gemeinde Taching

Die Gemeinde Taching am See rückte mit ihrer Veranstaltungsreihe »Eine PfarrGemeinde musiziert« den Zusammenhalt der Gemeinschaft und die Kirchen als Orte des Friedens und der Besinnung sowie die alles verbindende Musik in den Mittelpunkt des Geschehens. Dies stieß auf großes Interesse bei vielen Musikfreunden, die der Einladung der Pfarrei Mariä Himmelfahrt und der Gemeinde gefolgt waren, um eines, zwei oder gleich alle vier Konzerte in den vier Kirchen des Verbandes begeistert mit zu verfolgen.

Mit schönen Liedern überzeugten die Sängerinnen und Sänger des Belcanto-Chores von Barbara Danninger, der geistliches und modernes Liedgut bot und instrumentale Unterstützung erfuhr.

Der Andrang war groß und noch größer der Applaus, den die Musiker für ihre Darbietungen erhielten. Dr. Josef Fenninger setzte in der neuen Kirche St. Paul mit einem Klassiker der Orgelliteratur, der Schluss-Toccata aus der Orgelsymphonie Nr. 5 von Charles Marie Widor, die zum Allerstärksten gehört, was je für eine Orgel geschrieben wurde, ein beeindruckendes Finale. Der virtuose Organist durfte dann auch stellvertretend für alle Musizierenden das Lob zahlreicher Gäste entgegennehmen, die stimmungsvolle Stunden mit exzellenter Musik erlebt hatten.

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Komplimente gab es also auch für die Musizierenden, die sich an den insgesamt vier Konzerten in den Kirchen St. Paul, St. Coloman, Maria Burg sowie in der alten St. Peterskirche in Taching beteiligt hatten. Denn es gab ein tiefes musikalisches Erleben, das aus der unmittelbaren Begegnung von Musizierenden und Zuhörern in spiritueller Atmosphäre resultierte.

Auftakt war in St. Coloman. Erfüllt wurde der Raum des kleinen Kirchleins von schöner Musik im alpenländischen Stil, der das Bläserensemble der Blaskappelle Tengling und Hans Haselberger auf seiner Diatonischen Harmonika, begleitet von Gitarre und Kontrabass der Tenglinger Stubnmusi, eine ansprechende Note verliehen. Sicher waren auch die Tenglinger Sänger ein Publikumsmagnet, was letztlich der langanhaltende Beifall zum Ausdruck brachte.

Es war die perfekte Einstimmung auf die anschließenden Darbietungen in Maria Burg. Mit dem romantischen Klangideal der Orgel gelang der feierliche Auftakt zur Konzertstunde in diesem großen Gotteshaus, als Heidi Niedermeier mit dem schönen, aber wenig bekannten Präludium c-Moll von Josef Rheinberger (1839-1901) die Register zog. Weitere Glanzlichter setzte auch der Kirchenchor Taching-Tengling-Törring unter der Leitung von Barbara Danninger, der mit exzellent dargebotener, klassischer Chorliteratur zum Lobe Gottes und zur Freude der Gemeinde beisteuerte.

Eingebaut in das Programm wurde auch ein Stück, in dem die Orgel als Königin der Instrumente von einem zweiten Instrument begleitet wurde. Diesen Part erfüllte die Querflöte bei Théodore Dubois eleganter Hochzeitsmusik »Cantilène nuptiale«, die Christine Waldherr mit ebenso makelloser Technik spielte wie Heidi Niedermeier ihre Orgel.

Bereichert wurde dieses Kirchenkonzert auch von den überzeugenden Stimmen der Gesangsgruppe Vocalis, die um Hanni Parzinger schon über 20 Jahre besteht und sich aus dem ehemaligen Kinderchor von Pfarrer Walter Laakmann entwickelt hat, der als Hausherr die Kirchen öffnete und damit die Möglichkeit zu den Konzerten gab. Wie die anderen Interpreten kamen sie mehrfach zum Einsatz. Da war zum Beispiel das berühmte Kirchenlied »Amazing Grace«.

Mit der »Fantasie C-Moll« für Harfe, Op. 35 (1807) von Louis Spohr (1784 – 1859), eröffnete die 21-jährige Irene Fenninger auf ihrer kostbaren Salvi-Harfe die Konzertrunde in der alten Kirche St. Peter. Louis Spohr gilt neben Paganini als einer der besten Geiger seiner Zeit. Auch als Komponist genoss er großes Ansehen. 1784 wurde er in Braunschweig geboren. Im Jahr 1805 trat er die Stelle des Konzertmeisters an der Hofkapelle in Gotha an. Dort lernte er die Harfenistin und Pianistin Dorette Scheidler kennen und lieben und widmete ihr dieses Stück. Denn Spohr, der als Kind selbst auf der Harfe unterrichtet worden war, bewunderte ihr virtuoses Spiel.

Mindestens ebenso bewundert von den zahlreichen Zuhörern wurde nun Irene Fenninger, die wunderschöne, aber auch besinnliche Momente bescherte. Besonders hingebungsvoll interpretierte die Harfenistin Jaques Offenbachs Barcarole aus Hoffmanns Erzählungen. Zwischen ihren Stücken sang der Frauenchor Tettenhausen unter der Leitung von Lisa Obermayer.

Zwischen den Musikstücken richtete Astrid Fenninger besinnliche Worte an die Zuhörerschaft. Dabei stellte sie das Leben und die Spiritualität des Heiligen Franziskus, dem Friedensstifter, Spielmann Gottes und Naturfreund, in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen.

Wie eingangs erwähnt, setzte Dr. Fenninger in der neuen Kirche besondere Glanzlichter durch sein Orgelspiel. Mit ausgefeilter Gesangstechnik überzeugten dort auch die Sängerinnen und Sänger des Belcanto-Chores von Barbara Danninger, der geistliches und modernes Liedgut bot und instrumentale Unterstützung hatte. Dazwischen erklangen nicht nur die Orgel, sondern auch die feinen Melodien des Querflöten-Quartetts der Blaskapelle Inzing-Törring.

Zum Ausklang fand sich dann der harte Kern der Musiker und Besucher am späten Abend noch beim Bergwirt in Taching ein. Die ansonsten als die »Zwidern« bekannten Musikanten um Hans Schuster, die teils zum Auftakt schon im Bläserensemble mitgewirkt hatten, spielten mit Ziach und Blasinstrumenten noch eine Stunde lang auf und zeigten wieder einmal, dass man auf sie zählen kann, wenn sie zum Dorfleben beitragen können.

Fazit: Ausgewählte Werke, dargeboten von hervorragenden Solisten und souveränen Dirigenten, boten eine durchdachte, qualitäts- und anspruchsvolle Konzertreihe. Die Idee für diesen Höhepunkt der jährlichen Veranstaltungsreihe »Musik am Tachinger See« stammt von Dr. Josef Fenninger und Dr. Ludwig Haas, die auch die Organisation übernommen hatten. Ludwig Haas bedankte sich in seiner Begrüßung bei Pfarrer Laakmann und Bürgermeisterin Ursula Haas, die beide auch alle vier Konzerte besuchten, für die positive Aufnahme und Unterstützung. Anna Caruso