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Maibaumaufstellen in der Oberau.

Viele Feste am 1. Mai im Berchtesgadener Talkessel

Berchtesgadener Land – Gleich mehrere zünftige Maibaumfeiern lockten gestern zahlreiche Menschen hauptsächlich in die Biergärten des Berchtesgadener Talkessels. Das Wetter war nicht gerade ideal, denn es herrschten kühle Temperaturen, dennoch blieb es überwiegend trocken. Erstmals wurde der Maibaum im »Kulturhof Stanggass« aufgestellt. 


Gefeiert wurde bei der Gaststätte »Kohlhiasl«. In einer Kiesgrube wurde der Schönauer Maibaum für den Abtransport hergerichtet. Franz Hallinger hat ihn spendiert. Hans Grassl vom Zulehen hat mit seiner Pferdestute Fanni die 23 Meter lange Fichte zum »Kohlhiasl« gebracht. Thomas Angerer und Simon Nixdorf saßen auf dem Maibaum und spielten auf ihren Diatonischen Zieharmonikas. Beim »Kohlhiasl« war dann Muskelkraft angesagt. Die Schönauer Burschen stellten den Maibaum per Hand auf. Die Fichte stand um punkt 12 Uhr auf ihrem Platz und die Berchtesgadener Buam spielten zünftig auf.

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Viel Konzentration war beim Maibaumaufstellen am »Kohlhiasl« gefordert.

In der »Pfaffenalm« in Winkl ging alles etwas schneller. Die Winkler Weihnachtsschützen stellten einen 30 Meter hohen Maibaum auf. Gefeiert wurde überwiegend in der beheizten Gaststätte. Die Jugendgruppe des GTEV D'Watzmanner tanzte jedoch vor dem Maibaum. Abgerundet wurde das Spektakel von der Musikkapelle Bischofswiesen.

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Die Aktiven des GTEV D'Edelweisser zeigten beim Platteln, was sie können.

In der Oberau stand ein 32 Meter hoher Maibaum, welcher ebenfalls mit Handarbeit aufgestellt wurde. Für musikalische Unterhaltung sorgte die Blaskapelle Maria Gern. Die Jugendgruppe des GTEV D'Weißenstoana zeigte Schuhplattler und Trachtentänze.

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Der Maibaum im »Kulturhof Stanggass« wurde bereits am Freitag aufgestellt. (Fotos: Bernhard Stanggassinger)

Gute Stimmung herrschte auch im »Kulturhof Stanggass«. Der 21-jährige Till Reuter aus Freising war der Erste beim Klettern. Er schaffte es locker bis zu den Preisen an den Kränzen. Kein Wunder: Er studiert Forstingenieurwesen und ist Baumkletterer. Seine Brust war allerdings ziemlich aufgeschürft. Am Montag will er mit dem Rad nach Freising zurückfahren. Jeder Kletterer wurde gesichert.

Die Aktiven des GTEV D'Edelweisser plattelten den Zwoasteirer und die Jugendgruppe zeigte den Sterntanz. Es spielte die Hirschangermusi.

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Die Musikanten in der Oberau.

Die Maifeier im »Kulturhof« war eine Premiere: Am vergangenen Freitag stellten die Stanggaßer Burschen der drei Ortsvereine – die Weihnachtsschützen, Feuerwehr und Edelweißer – zum ersten Mal einen Maibaum auf. Die 35 Meter hohe Fichte wurde im anliegenden Wald gefällt. Sie wurde auf 29,7 Meter zugeschnitten. Zum Schluss wurde der Boschen mit 2 Metern angelegt. Dr. Hubert Zierl hat die Jahresringe gezählt und sagte, dass es sich um eine ungefähr 150 Jahre alte Fichte handelt. Mit »Roafmesser« und »Schepser« entfernte man als erstes die Rinde. Danach wurde der Baum mit drei elektrischen Hobeln geglättet.

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Hans Grassl vom Zulehen in Schönau mit seiner Pferdestute Fanni.

Warum man vor dem 1. Mai schon aufstellte, hatte seinen Grund: Man war sich unsicher, wie man die Einfahrt in den »Kulturhof« meistern wird. Mittels schweren Traktors und Baggers gelang dies aber. Nun musste der Maibaum aufgestellt werden. Die geschmückten Kränze, welche schon am Vortag gefertigt wurden, befestigte man mit Stahlseilen am Baum. Der »Gipfelboschen« wurde mit blau-weißen Bändern geschmückt.

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Klettern im »Kulturhof Stanggass«.

Mit einem Wasserschlauch ist der Baum abgespritzt und mit Bürsten gereinigt worden. Danach war wieder Fingerspitzengefühl angesagt. Man musste am richtigen Punkt mittels Bagger anheben. Stück für Stück wurde der Baum aufgerichtet, bis er senkrecht in der betonierten Grube stand und mit riesigen Holzkeilen verklemmt wurde.

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Gemütliche Runde in der beheizten »Pfaffenalm«.

Dr. Bartl Wimmer, Bauherr des »Kulturhofs Stanggass«, freute sich sichtlich über das Schmuckstück in seinem Biergarten.

Bernhard Stanggassinger