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Viel zu kleine Grundstücke: Bauausschuss lehnte Vorhaben ab

Reit im Winkl. Mit mehreren größeren Bauvorhaben beschäftigten sich die Mitglieder des Reit im Winkler Gemeinderates in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses: Zum einen wollte ein Bauwerber auf einem kleinen Areal am Fuße des Hausbergs gleich vier Einfamilienhäuser errichten, zum anderen soll nun von einem neuen Antragsteller das Kronbichl-Anwesen in Oberbichl grundlegend umgebaut werden. In einer Sitzung des gesamten Gemeinderates wurde am gleichen Tag schließlich der Beschluss gefasst, den Bebauungsplan im Ortszentrum zu ändern, damit ein größeres Wohn- und Geschäftshaus gebaut werden kann.

In die Lücke zwischen der Unterwirtsalm (rechts) und dem Wohnhaus (links), also auf knapp 1600 Quadratmetern, wollte ein Bauwerber in Reit im Winkl gleich vier Wohnhäuser bauen. Der Gemeinderat lehnte dies ab. (Foto: Ostermaier)

Antragsteller werden Empfehlungen mitgeteilt

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Gleich vier Einfamilienhäuser wollte ein Antragsteller auf einem zentrumsnahen Gelände unweit der Unterwirtsalm bauen, das Gesamtgrundstück ist 1568 Quadratmeter groß. Für die in ihrer Grundfläche knapp 90 Quadratmeter großen Gebäude blieben je Parzelle lediglich knapp 400 Quadratmeter, entstehen soll darauf zusätzlich eine Garage.

Viel zu kleine Grundstücke, befanden die Bauausschussmitglieder, diese Art der Bebauung füge sich nicht in die Umgebung ein. Die Nachbargrundstücke sind in diesem Bereich etwa 900 bis 1300 Quadratmeter groß und ein Grundsatz bei der Genehmigung für Bauvorhaben lautet im Reit im Winkler Gemeinderat stets, dass sich Neubauten in ihrer Größe und Form im Wesentlichen der Umgebungsbebauung anzugleichen hätten.

Zudem drängten die Räte auf die Erstellung eines Immissionsgutachtens, nachdem in unmittelbarer Nähe das Freibad und der Kurpark mit dem Musikpavillon liegen. Einstimmig wurde beschlossen, dem Antrag in dieser Form zunächst nicht zuzustimmen und stattdessen dem Bauwerber diese Empfehlungen mitzuteilen.

Vor einigen Wochen war schon einmal der Umbau des Anwesens beantragt worden, das an exponierter Stelle unmittelbar auf der Grenze zum benachbarten Tirol liegt. Offenbar konkretisierten sich damals diese Pläne aber nicht. Nun erreichte ein neuerliches Schreiben die Gemeindeverwaltung, ein Bauantrag auf Nutzungsänderung dieses ehemaligen kleinen Bauernhofes, dem Kronbichl-Anwesen. Laut dem Antragsschreiben soll der etwas tiefer liegende First des westseitigen Stalles auf das Niveau des Haupthauses angehoben werden. Es soll so eine einzige, große Wohneinheit entstehen. Was bedeutet, dass für den Stall eine Nutzungsänderung zu beantragen war. Das neue Anwesen ergänzen sollen ferner eine Garage und ein Schuppen. Die Gemeinderäte begrüßten einhellig dieses Vorhaben, gerade weil das derzeit leer stehende Gebäude eine neue Nutzung erhalte. Ohne Gegenstimme votierten sie zugunsten des Vorhabens.

Bereits in mehreren Sitzungen hatte sich der Gemeinderat mit dem beabsichtigten Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses im Ortszentrum zu befassen. Dabei sollen in dem Gebäude im Erdgeschoß eine Zahnarztpraxis und eine Apotheke entstehen, im ersten Stock eine weitere Arztpraxis oder drei Wohneinheiten und schließlich im Dachgeschoß zwei Wohnungen. In der Höhe entsprach es beispielsweise nicht den Vorgaben des Bebauungsplanes, schon mehrfach hatten die Gemeinderäte darüber diskutiert, wie dieses Gebäude realisiert werden könnte. In ihrer jüngsten Sitzung nun änderten die Räte einstimmig den Bebauungsplan und machten den Weg zum Bau des Ärztehauses frei.

Wege wurden umgewidmet

Wie in den vorangegangenen Sitzungen war auch wieder eine Reihe von Wegewidmungen zu ändern. Hintergrund ist die derzeitige, aufwändige Digitalisierung des örtlichen Straßen- und Bestandsverzeichnisses. Immer wieder fallen dabei nicht mehr aktuelle Wege, Doppelungen oder nicht mehr in der früheren Form vorhandene Wege auf. Diese Änderungen hat der Gemeinderat zu beschließen.

Jetzt wurden Eigentümerwege in der Weinleiten, am Holunderweg und der öffentliche Feld- und Waldweg Hauchenmöser-Heuweg eingezogen und auch an der Walmbergstraße. Am Grünbühel wurde dagegen ein Eigentümerweg zur Ortsstraße aufgestuft und schließlich ein Teil des Birnbacherfreiwegs zum beschränkt öffentlichen Weg. Diese Beschlüsse fassten die Räte ohne größere Diskussionen. ost