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VHS Traunreut hatte 2017 ein Rekordergebnis

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Gabriele Liebetruth war 21 Jahre lang ehrenamtlich im Vorstand der Volkshochschule Traunreut engagiert; jetzt ist sie vom VHS-Vorsitzenden Otto Rockel (Mitte) und Bürgermeister Klaus Ritter verabschiedet worden.

Traunreut – Super-Jahr für die Volkshochschule (VHS) Traunreut: Mit den 635 Veranstaltungen bei insgesamt 4762 Doppelstunden ist 2017 eine Rekordeinnahme von 764 800 Euro erzielt worden, über 120 000 Euro mehr als im Jahr davor und damit ein Überschuss von rund 19 600 Euro.


Vor allem zu verdanken ist diese gute Bilanz den Integrationskursen, die heuer aber nicht mehr in dem Umfang zusammengekommen sind, wodurch das heurige Ergebnis deutlich niedriger sein wird. Diese Zahlen wurden bei der Mitgliederversammlung im Rathaus bekanntgegeben worden, bei der auch die Vorstandschaft neu gewählt wurde.

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Dabei wurde Susanne Kern neu in die Vorstandschaft gewählt, da Gabriele Liebetruth nicht mehr kandidiert hatte. Liebetruth war 21 Jahre lang ehrenamtlich für die VHS tätig gewesen und hatte lange Zeit auch die Bilanzen erstellt; zwei Jahre lang war sie sogar Vorsitzende gewesen. Die weiteren Vorstandsmitglieder Otto Rockel, Martin Posch und Christian Stoib wurden wiedergewählt, Bürgermeister Klaus Ritter gehört dem Vorstand von Amts wegen an.

Die Statistik des Jahres 2017 trug VHS-Geschäftsführerin Karola Drenth vor. Fast die Hälfte der 635 Veranstaltungen war in der Sparte Gesundheit (293) angeboten worden, die bei weitem meisten Doppelstunden aber wurden in der Sparte Sprachen absolviert (2771 von 4762). Auch die meisten Teilnehmer wurden in der Sparte Gesundheit verzeichnet (3207 von 6598). Die meisten Teilnehmer pro Veranstaltung aber hatten die Sparten Gesellschaft und Grundbildung aufzuweisen.

Eine ganz wichtige Investition im Jahr 2017 war, wie Drenth weiter berichtete, die Modernisierung des »total veralteten EDV-Raums«: Elf leistungsfähige Rechner mit großen Bildschirmen wurden angeschafft, dazu das Betriebssystem Windows 10 und die aktuellen Anwenderprogramme. Dadurch können jetzt vermehrt auch Kurse am Vormittag, am Wochenende und in den Ferien angeboten werden, was an der Werner-von-Siemens-Mittelschule kaum möglich war. Außerdem wurden Büros und Seminarräume mit fast neuen Möbeln ausgestattet, die die VHS von einer Versicherungsagentur in Traunstein geschenkt bekommen hat. Mit Hilfe von Spenden zweier Banken wurde zudem ein Defibrillator angeschafft. Vorsitzender Rockel sprach in seiner Bilanz von »vier unheimlich erfolgreichen Jahren«, in denen gut Gewinn erwirtschaftet worden sei. Durch den jetzt zumindest teilweisen Wegfall der Integrationskurse müsse man sich wieder verstärkt auf das Kerngeschäft ausrichten. Um die finanzielle Dimension dieser Kurse zu erläutern, stellte er die aus den Deutsch- und Integrationskursen im vergangenen Jahr erzielten Einnahmen in Höhe von über 220 000 Euro den für heuer erwarteten in Höhe von 150 000 Euro gegenüber – also ein Minus von rund 70 000 Euro.

Die VHS wolle dem gegensteuern zum einen, indem zwei befristete Anstellungsverträge nicht mehr verlängert wurden und zum anderen mit einem Antrag auf erhöhten Zuschuss der Stadt, der inzwischen bereits genehmigt worden sei – um 15 000 auf 148 000 Euro. In dem Zusammenhang merkte Rockel an, dass die VHS in den vergangenen drei Jahren wegen ihrer guten Finanzsituation auf jeweils 10 000 Euro Zuschuss verzichtet habe. In der Hoffnung, dass diese Maßnahmen greifen, erwarte man für 2018 ein Minus von 20 000 Euro, was aber aufgrund der guten Rücklagen »kein Drama« sei.

Der städtische Rechnungsprüfer Rudi Deppisch erläuterte die Zahlen der VHS in vielen Details und stellte zusammenfassend fest, dass »der reguläre städtische Zuschuss in Höhe von insgesamt 123 000 Euro von der VHS Traunreut zur Bewältigung des Geschäftsjahres 2017 grundsätzlich benötigt« worden sei. Er listete dabei unter anderem auf, dass die Erlöse der VHS seit 2010 kontinuierlich angestiegen seien, zuletzt von 2016 auf 2017 von 644 400 auf 764 800 Euro, also um rund 120 400 Euro beziehungsweise 18,7 Prozent. Ähnlich aber auch die Kosten, die vor allem durch die Posten Personal und Sachaufwand zuletzt von 630 500 auf 745 200 gestiegen waren.

Bürgermeister Klaus Ritter lobte die Arbeit der VHS: Der Umsatz von rund 700 000 Euro entspreche dem eines mittelgroßen Betriebes. Ein Kompliment machte er dem scheidenden Vorstandsmitglied Gabriele Liebetruth, dass sie sich so lange Zeit für die VHS engagiert hatte, und dankte ihr dafür. Dem Dank schlossen sich auch Vorsitzender Rockel und Geschäftsführerin Drenth an und überreichten ein Geschenk. he