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VfB-Trainer Schneider muss gegen Braunschweig siegen

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Endspiel
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Das Team von Thomas Schneider muss die Pleitenserie stoppen. Foto: Sebastian Kahnert Foto: dpa

Stuttgart (dpa) - Für den Krisenclub VfB Stuttgart und Schlusslicht Eintracht Braunschweig wird das Kellerduell in der Fußball-Bundesliga zum Nervenkrimi. Beide Abstiegskandidaten hoffen elf Spieltage vor Saisonende auf einen Befreiungsschlag, denn die Gelegenheiten zu punkten werden immer seltener.


Die Ausgangslage ihrer Trainer ist allerdings völlig gegensätzlich: Die Eintracht sprach Torsten Lieberknecht mit einer Vertragsverlängerung bis 2017 kürzlich das uneingeschränkte Vertrauen aus, VfB-Coach Thomas Schneider muss dagegen zittern: Gelingt dem Tabellen-15. nach acht Niederlagen in Serie kein Sieg, dann war's das wohl für ihn.

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»Ein Abstieg wäre bei uns eine Katastrophe für alle«, sagte der Stuttgarter Kapitän Christian Gentner und forderte von sich und seinen Kollegen, nun endlich »Ergebnisse zu liefern«.

Zwar brauchten die VfB-Gremien nach dem 1:2 in Frankfurt eine Weile, um Schneider noch eine Chance zu geben. Der lässt sich aber nicht anmerken, wie viel für ihn auf dem Spiel steht. »Ich bin froh, dass ich diese Chance bekomme«, sagte er. Positiv könnte sich für ihn auswirken, dass sein Team zuletzt kämpferisch alles gab und in Frankfurt über weite Phasen besser war als die Hessen. »Dass die Mannschaft so hinter einem steht, ist wichtig«, betonte Schneider.

Auch unter den Fans hat er noch Rückhalt: Das Stadion wird gegen Braunschweig trotz der schwächsten Heimbilanz der Liga zum zweiten Mal in dieser Saison ausverkauft sein, bisher gab es das nur gegen die Bayern. Ein Sieg würde dem VfB auch einen Schub für die nächsten Aufgaben geben. Nach Braunschweig folgen gegen die direkten Konkurrenten Werder Bremen, Hamburger SV und 1. FC Nürnberg weitere möglicherweise entscheidende Partien um den Klassenverbleib.

Den Gästen würde ein Erfolg nicht nur erstmals seit langer Zeit den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze verschaffen, er ist angesichts des bevorstehenden Programms fast Pflicht. Denn nach Stuttgart folgen mit dem VfL Wolfsburg, Schalke 04, Mainz 05 und Bayer Leverkusen erst einmal nur Europapokal-Kandidaten. Einen Vorteil hat die Eintracht aber: Als Aufsteiger ist sie seit Saisonbeginn auf den Druck im Tabellenkeller eingestellt. So meinte Lieberknecht, der VfB habe zwar »weiterhin eine der besten Mannschaften in der Bundesliga. Aber im Abstiegskampf sieht das anders aus.«

Wie unterschiedlich die Gemütslagen sind, zeigte auch eine Szene aus Braunschweig am vergangenen Wochenende: Obwohl die Eintracht beim 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach einen Sieg verpasst hatte, sangen die Fans minutenlang »Torsten Lieberknecht«. Während VfB-Präsident Bernd Wahler vor wenigen Monaten noch davon träumte, in drei bis fünf Jahren wieder in der Champions League zu spielen, würden die Gäste mit Lieberknecht notfalls in die 2. Liga gehen. Dessen Elf sorgte neulich mit dem 4:2 gegen den HSV für die Trennung der Hanseaten von Bert van Marwijk. Wird Schneider nun das nächste »Opfer« sein?

In der Rückrunde hat die Eintracht fünf Punkte auf den VfB gut gemacht und liegt nur noch drei Zähler hinter ihm. Die Erinnerungen an das 0:4 in der Hinrunde sind abgehakt. »Bei uns sah es schon viel schlimmer aus. Wir sind jetzt viel präsenter«, betonte Lieberknecht und sprach von einem »Alles-oder-Nichts-Spiel« in Stuttgart.

Für Torwart Daniel Davari dürften die Patzer gegen Mönchengladbach keine Folgen haben, auch weil Rivale Marjan Petkovic lange verletzt ausfällt. Mirko Boland fehlt wegen einer Gelbsperre. Schneider wird ohne den weiter rotgesperrten Torjäger Vedad Ibisevic wohl der VfB-Elf von Frankfurt vertrauen. »Die Jungs haben das gut gemacht«, sagte er. Nun müssen sie es besser machen.