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VfB Stuttgart weiter im freien Fall - 1:2 gegen Hertha

Stuttgart (dpa) - Der VfB Stuttgart taumelt - doch Thomas Schneider hat keinen Zweifel an seinem Verbleib als Trainer des VfB Stuttgart. «Ich spüre die absolute Rückendeckung. Die Arbeit wird gesehen, auch wenn die Ergebnisse ausbleiben», sagte der 41-Jährige nach der siebten Niederlage nacheinander.

VfB Stuttgart - Hertha BSC
Der Berliner Siegtreffer fiel erst kurz vor Spielende. Foto: Bernd Weißbrod Foto: dpa

Letztmals hatten die Schwaben solch eine Horrorserie vor 26 Jahren hingelegt. «Ich bin absolut davon überzeugt, dass wir das zusammen stemmen können. Ich bin keiner, der vor so einer Situation davon läuft.»

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Sportvorstand Fredi Bobic ist sich bewusst, dass die abstiegsbedrohten Schwaben nach dem unglücklichen 1:2 (1:1) in der Fußball-Bundesliga gegen Hertha BSC dringend ein Erfolgserlebnis benötigen. «Wir brauchen die Trendwende, wir müssen Spiele gewinnen», forderte er. Zumindest die Einstellung der Mannschaft gebe Anlass zur Hoffnung. «Die Jungs haben gefightet», bekräftigte Bobic.

Einsatz, Laufbereitschaft und Wille sind am Ende aber zu wenig. Joker Sandro Wagner besiegelte drei Minuten vor Abpfiff mit seinem Treffer zum 2:1 die historische Pleite der Schwaben nacheinander und sorgte bei Hertha BSC für Hochstimmung auf den letzten Drücker. Lange sah es zumindest nach einem Punktgewinn für den Krisenclub vom Neckar aus - doch die Berliner waren einfach spielerisch überlegen. Eine Woche vor dem nächsten Endspiel bei Eintracht Frankfurt wird die Luft für Stuttgarts Trainer Schneider immer dünner. Mini-Trost: Als 15. liegt der VfB noch nicht auf einem Abstiegsrang.

Vor 45 700 Zuschauern brachte Lewan Kobiaschwili (5. Minute) die clever auftretende Hertha in Führung, ehe Arthur Boka (45.) kurz vor dem Pausenpfiff mit einem wuchtigen Schuss aus 20 Metern der Ausgleich gelang. Die Berliner machten dank des zehnten Dreiers einen weiteren Schritt in Richtung Europa-League-Ränge. Vor allem dank Wagner, der in der 80. Minute eingewechselt wurde, dann traf und zwei Minuten nach Ablauf der regulären Spielzeit noch mit Gelb-Rot vom Platz musste. «Das war doch ein etwas glücklicher Sieg», räumte Hertha-Coach Jos Luhukay ein. «Es ist schon beeindruckend, wie meine Mannschaft auswärts spielt.» Fünf Siege aus den vergangenen sechs Spielen in der Fremde sind das Gütesiegel.

Eines, von dem Schneider und der VfB nur träumen können. Der VfB-Trainer hatte sich den Auftakt in die Partie so nicht vorgestellt. Adrian Ramos spitzelte den Ball nach der ersten Ecke für die Berliner weiter an Kobiaschwili, der sich aus wenigen Metern die Gelegenheit zur Führung nicht nehmen ließ. Mit 36 Jahren und 227 Tagen ist der georgische Dauerbrenner nun der älteste Torschütze in der Bundesliga-Geschichte der Hertha.

Das 1:0 gab den Gästen aus der Hauptstadt Sicherheit. Der VfB hielt aber dagegen. Mit zunehmender Dauer schien der Startschock verdaut. Martin Harnik (11.) prüfte Berlins Keeper Thomas Kraft. Die Stuttgarter zeigten Wille, Einsatz - es tauchten jedoch die alten Mängel auf: In der Defensive fehlt die Sicherheit, in der Offensive gelingt der entscheidende Pass in die Tiefe nicht.

Ramos (28.) ließ später VfB-Kapitän Georg Niedermeier aussteigen, drosch den Ball aber weit übers Tor. Kraftpaket Boka machte es auf der Gegenseite besser. Nach einer Ecke von Alexandru Maxim faustete Torwart Kraft den Ball vor die Füße des Ivorers, der aus 20 Metern den Ausgleich schaffte. Das erste Saisontor der Nummer 15.

Sportvorstand Bobic und Präsident Bernd Wahler wollen mit Schneider weitermachen, der für das propagierte Jugendkonzept des Clubs steht - starke spielerische Argumente lieferte aber die Hertha, die auch nach dem Wechsel mit ihren rasanten Kontern für Gefahr beim VfB sorgte. Dafür zürnte die Bank der Schwaben, als ein Elfmeterpfiff ausblieb, nachdem Timo Werner (58.) Hajime Hosogais Ellenbogen angeschossen hatte. Hertha BSC wollte mehr. Der VfB hielt dagegen. Unmut von Stuttgarter Seite zog sich Referee Robert Hartmann zu, der in der hitzigen Schlussphase ein vermeintliches Foul erneut an Werner nicht ahndete. Fast im direkten Gegenzug markierte Wagner das 2:1.

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