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Vettel verpennt Auftakt: «Mit falschem Fuß aufgestanden»

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Sebastian Vettel musste sich in Szuzka erst wachfahren. Foto: Franck Robichon Foto: dpa

Suzuka (dpa) - Sebastian Vettel hat den Auftakt zur Aufholjagd im Formel-1-Titelrennen regelrecht verpennt. «Heute bin ich wohl mit dem falschen Fuß aufgestanden. Das hat da irgendwie noch nicht so ganz hingehauen», sagte der WM-Zweite nach dem Training zum Großen Preis von Japan.


Am Freitagmorgen habe er sich noch «müde» gefühlt. In dieser Verfassung dürfte der zweimalige Champion in der Qualifikation kein ernsthafter Rivale für Spitzenreiter Fernando Alonso sein. Am Samstag muss der Red-Bull-Pilot auf der Achterbahn von Suzuka hellwach attackieren.

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Nur Platz 17 am Vormittag: Das war nicht der Vettel, der zuletzt in Japan dreimal in Serie auf die Pole-Position gerast war. «Da müssen wir jetzt sehen, über Nacht noch einen entscheidenden Schritt nach vorne zu machen», sagte der 25-Jährige. Erst im zweiten Durchgang lief es für Vettel besser. Am Ende drehte der Titelverteidiger aus Heppenheim die drittschnellste Runde hinter seinem australischen Teamkollegen Mark Webber und dem Briten Lewis Hamilton im starken McLaren. In der ersten Session hatte Jenson Button im zweiten McLaren auf dem 5,807 Kilometer langen Kurs die Bestzeit erzielt.

Im spannenden Titelrennen setzt Vettel (165 Punkte), der derzeit 29 Zähler Rückstand auf den Ferrari-Fahrer Alonso (194) hat, neben einer Steigerung auch auf den Suzuka-Effekt. «Das ist ein spezieller Kurs für mich. Schauen Sie sich doch nur einmal um: Die ganze Leidenschaft hier für die Formel 1», schwärmte Vettel. «Hier will man gar nicht in die Box zurück, sondern einfach immer weiterfahren. Fantastisch.» In Japan fühlt sich der Hesse besonders wohl. Hier gewann er 2009 und 2010 und sicherte sich im vergangenen Jahr mit einem dritten Rang seinen zweiten WM-Titel.

Für Hamilton, der im Training zweimal Zweiter wurde, sind die Red Bull die Hauptkonkurrenten. «Die sehen sehr stark aus», sagte der WM-Vierte (142) vor dem 15. Saisonlauf am Sonntag. Um nach seinem Singapur-Sieg den Druck auf Alonso erhöhen zu können, müsste Vettel erneut den Spanier schlagen, auf Hamilton hat er ein kleines Polster.

Alonso stapelt eher tief. Der emsige Punktesammler bezeichnete seine WM-Führung als «kleines Wunder» angesichts der Unterlegenheit der Scuderia vor allem in den ersten Saisonrennen. Auch aktuell sind die Red Bull und McLaren schneller. Im Training belegte Alonso die Plätze elf und fünf.

Hamilton rechnet sich gute Siegchancen aus. Nach der Bekanntgabe seines Wechsels zu Mercedes als Ersatz Michael Schumachers wirkt der Brite ähnlich wie der Rekord-Weltmeister lockerer und befreiter. «Ich fühle mich fantastisch damit. Jetzt kann ich mich voll und ganz auf die restlichen Rennen konzentrieren», sagte Hamilton. Sein großes Ziel bleibe: «Immer noch Weltmeister zu werden.»

Vettel, Alonso und Hamilton werden mit Wohlwollen die Probleme des WM-Dritten Kimi Räikkönen (149) zur Kenntnis genommen haben. An dessen Lotus streikte das Energierückgewinnungssystem KERS. Der Ex-Weltmeister konnte nur zwölf Runden drehen und wurde nur 14. am Nachmittag. «Das war sicher nicht ideal, um das beste Setup zu bestimmen, aber bei solchen Dingen kann man halt nichts machen», sagte der Finne.