weather-image
20°

Vettel gewinnt Saisonfinale - Zwei Rekorde eingestellt

Sao Paulo (dpa) - Überglücklich warf Sebastian Vettel nach seinem Final-Coup den Siegerpokal in die Luft. Trotz einer kleinen Boxenstopp-Panne krönte der vierfache Weltmeister seine bislang erfolgreichste Formel-1-Saison mit einem Triumph beim Großen Preis von Brasilien und zwei weiteren Rekorden.

Triumphator
Sebastian Vettel gewinnt auch den GP Brasilien und holt seinen neunten Sieg in Folge. Foto: Sebastiao Moreira Foto: dpa

«Ich bin extrem stolz», lobte er sein gesamtes Red-Bull-Team. «Ich bin aber auch ein bisschen traurig, dass die Saison zu Ende ist.» Vettel gelang beim weitgehend eintönigen Rennen am Sonntag in Sao Paulo der 13. Sieg in diesem Jahr und der neunte nacheinander.

Anzeige

Wie zu erwarten, verteilte Vettel auch beim letzten Rennen 2013 keine Geschenke und verwies Stallrivale Mark Webber bei dessen Abschiedsfahrt aus der Königsklasse des Motorsports auf den zweiten Rang. Nur bei der PR-Runde auf dem Podium überließ er dem Australier generös den Vortritt.

«Das war ein tolles Finish meiner Karriere», bekannte Webber emotional vor seinem Wechsel in die Sportwagenserie. «Ich habe die letzten Runden sehr genossen.» Vettel wünschte Webber «alles Gute». Ehrlich räumte der 26 Jahre alte Heppenheimer ein: «Alles in allem hatten wir nicht die beste Beziehung, aber immer Respekt voreinander.»

Vettel egalisierte im Autodromo José Carlos Pace die neun Jahre alte Saisonsiege-Bestmarke seines Jugendidols und Kumpels Michael Schumacher sowie den 60 Jahre alten Rekord von Alberto Ascari. Der Italiener hatte seine neun Siege in Serie allerdings in zwei Rennjahren geschafft. «Das ist schon ein bisschen pervers, wie stark und konstant wir waren», urteilte Vettel. «Das war ein unglaubliches Jahr für uns. Wir müssen das einfach genießen.»

Bundeskanzlerin Angela Merkel gratulierte dem Super-Star: «Vier Weltmeistertitel in Folge - das ist eine besonderes herausragende Leistung. Mit Millionen Fans freue ich mich für ihn und sein Team und wünsche ihm auch für die Zukunft viele Erfolge», sagte die CDU-Chefin.

Grund zum Feiern hatte auch Mercedes: Nico Rosberg (Wiesbaden) als Fünfter und Lewis Hamilton als Neunter sicherten dem Stern-Team den zweiten Platz in der Konstrukteurs-WM vor Ferrari. Neben Prestige bringt das auch zusätzliche Millionen aus dem Formel-1-Topf. «Das ist ein Super-Ergebnis», befand Team-Aufsichtsratschef Niki Lauda. Fernando Alonsos dritter Rang für Ferrari reichte nicht, um die Silberpfeile noch zu verdrängen.

Abgesehen vom überraschend verlorenen Start gegen Rosberg legte Vettel ein furioses Finale hin. Bei tristem Novemberwetter war der 26 Jahre alte Hesse aus Heppenheim wie in den letzten Grand Prix wieder eine Klasse für sich. Vettel fuhr ein einsames Rennen. Keiner der Kontrahenten konnte seinen insgesamt 39. Karriere-Sieg auf dem 4,309 Kilometer langen Berg-und-Tal-Kurs gefährden.

Vettels Erfolg war auch aus einem dritten Grund historisch. In Sao Paulo fand das letzte Rennen mit Achtzylinder-Motoren statt. 2014 sind neben weiteren einschneidenden Regeländerungen Turbo-Triebwerke Pflicht.

Nur in der 48. Runde gab es einen Schreckmoment: Die Mechaniker waren offensichtlich nicht auf Vettels zweiten Stopp vorbereitet. Und es gab ein Durcheinander mit den Reifen. Dadurch verlor der Spitzenreiter einige Sekunden, aber nicht die Führung. «Da ist es etwas schwierig geworden», meinte Vettel. «Ich musste etwas warten, bis ich die Reifen bekommen habe.» Auch der später einsetzende leichte Nieselregen änderte nichts am Endergebnis.

Nico Hülkenberg holte als Achter wichtige WM-Punkte. Der Sauber-Pilot aus Emmerich bot eine ordentliche Leistung. Anfang nächster Woche soll die Entscheidung fallen, für welches Team er 2014 fahren wird. Adrian Sutil (Gräfelfing) belegte im Force India Platz 13.

Vettel räumte abschließend ein, dass er sich nun auf den Winter, eine Pause «und ein bisschen Urlaub» freue. Auch beim Seriensieger ist nach der kräfte- und nervenzehrenden Saison der Akku leer.

Für Felipe Massa verlief sein letzter Einsatz für Ferrari vor seinem Wechsel zu Williams ausgerechnet beim Heimrennen frustrierend. Eine Durchfahrtsstrafe wegen einer regelwidrig überfahrenen Linie kostete den Brasilianer einen besseren Abschied als Rang sieben.