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Verteidigerin: Zschäpe wird im NSU-Prozess schweigen

Berlin (dpa) - Die Hauptangeklagte im NSU-Mordprozess, Beate Zschäpe, wird auch im Gerichtsverfahren schweigen. Das hat ihre Verteidigerin Anja Sturm am Montagabend in der ARD-Sendung «hart aber fair» bekräftigt.

«Frau Zschäpe hat sich entsprechend in enger Abstimmung mit uns entschieden, sich nicht zu den Vorwürfen zu
äußern», sagte sie. Die Anklage hat aus Sicht der Anwältin wenig Substanz. «Es ist eine Maximalanklage, die wirklich in weiten Teilen, insbesondere was die mittäterschaftlichen Tatvorwürfe betrifft, auf
Vermutungen der Generalbundesanwaltschaft basiert.»

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Der Prozess gegen die einzige Überlebende des Neonazi-Trios und vier Mitangeklagte sollte eigentlich an diesem Mittwoch in München beginnen. Nach langem Streit über die Zulassung von Journalisten verschob das Oberlandesgericht München den Prozessbeginn am Montag auf den 6. Mai. Die Plätze für Journalisten werden neu vergeben. Dabei müssen nach einer Auflage des Bundesverfassungsgerichts insbesondere auch türkische Medien berücksichtigt werden. Acht der zehn Opfer, für die der «Nationalsozialistische Untergrund» (NSU) verantwortlich gemacht wird, hatten türkische Wurzeln.