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Verliebt in Kroatien

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Verliebt in Kroatien
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Sebastian (Sebastian Fräsdorf, l) liebt Mila (Jördis Richter, 2.v.l.) - seine Eltern Gisela (Saskia Vester) und Werner (Michael Lerchenberg) wünschen sich Jana (Victoria Schulz) als Schwiegertochter zurück. Foto: Christiane Pausch/ARD Degeto/dpa Foto: dpa

Endlich Großmutter werden. Für viele Frauen um die 60 ein Herzenswunsch. Doch was tun, wenn der Sohn von Familiengründung und Traumschwiegertochter nichts mehr wissen will? Gisela aus dem ARD-Film »Verliebt in Kroatien« hat da schon eine Idee.


München (dpa) - Arbeit, Familie und zum Wochenende ein Sonntagsbraten - das Leben des Schreiner-Ehepaars Bauer läuft in geregelten Bahnen. Warum sollte der Sohn Sebastian diese Tradition nicht fortführen und mit seiner Dauerliebe Jana in eine Doppelhaushälfte ziehen?

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Doch das Paar trennt sich, »der Bub« flieht nach Kroatien und verliebt sich in die Abenteurerin Mila. Das beschauliche Leben seiner Eltern: völlig durcheinander. Der ARD-Film »Verliebt in Kroatien« von Bruno Grass mit Saskia Vester und Michael Lerchenberg zeigt auf amüsante Art und Weise, dass es nie zu spät ist, alte Gewohnheiten zu hinterfragen und Neues zu wagen. Zu sehen ist er am Freitag um 20.15 Uhr im Ersten.

Saskia Vester spielt Mutter Gisela, die mit ihrem Mann Werner erstmals seit langem ihr bayerisches Dorf samt Schreinerei verlässt und nach Kroatien reist, um den Sohn zurückzuholen. Zudem lockt sie Sebastians Ex-Freundin Jana (Victoria Schulz) unter einem Vorwand an die Adria. Ihre Hoffnung: Wastl (Sebastian Fräsdorf) wird Mila (Jördis Richter) schnell vergessen und zu Jana zurückkehren.

Vester kann Giselas Ängste verstehen. »Sie träumt von Enkeln. Das ganze Familienprogramm gerät plötzlich aus den Fugen und das tut halt weh.« Die Enkelsehnsucht - wenn die bei Frauen im Großmutteralter einsetzt, geraten ihre Töchter oft gewaltig unter Druck. »Wenn man älter wird, möchte man, dass von einem selber noch was übrig bleibt in der nächsten Generation«, glaubt die Münchnerin, die selbst drei Enkelinnen hat.

Druck habe sie da keinen ausgeübt, das habe sich ergeben. »Mein Mann und ich sind schon so wahnsinnig lang zusammen, das ist wirklich große Liebe zwischen uns«, meint die 60-Jährige. »Vielleicht haben die Kinder durch das Vorbild keine Angst, eine Beziehung einzugehen und Verantwortung zu übernehmen. Sie sehen an uns, alles easy und man verliert nicht sich und das Leben.«

Das ist bei »Verliebt in Kroatien« anders. »Gisela und ich waren immer nur für andere da. Kunden, Familie, Betrieb. Ich habe das nicht einmal hinterfragt«, klagt Werner, neidisch auf seinen Bruder Franjo, einen Lebenskünstler, der nach Kroatien ausgewandert ist. Michael Lerchenberg spielt diesen gewissenhaften Schreiner Werner, für den die Zeit in Kroatien ein Sprung ins kalte Wasser wird - im wahrsten Sinne des Wortes. Denn Werner lernt, mit dem Stehpaddel über die Wellen zu gleiten.

Eine Herausforderung auch für Lerchenberg. »Bei meiner ersten Übungsstunde war das Meer eiskalt. Es war schlechtes Wetter und ich war Gott sei Dank von Kopf bis Fuß eingekleidet in Neopren«, erinnert sich der Schauspieler, der sich anfangs mit Mühe auf dem wackeligen Brett halten konnte und immer wieder ins Wasser fiel. »Kaum war ich oben, war ich schon wieder unten.« Erst allmählich sei die Übung gekommen. »Dann hat es großen Spaß gemacht.«

Doch bis auf die Wasserszenen hat der Münchner die Dreharbeiten in bester Erinnerung. Außer am Tegernsee wurde auch rund um bekannte Orte der kroatischen Halbinsel Istrien, die jedes Jahr viele Touristen aus Bayern, aber auch dem Rest Deutschlands anlockt, etwa Pula, Kap Kamenjak oder Rovinj. Für Lerchenberg Erinnerungen an einen Urlaub mit Frau und dem damals noch kleinen Sohn in Rovinj. »Ich habe Orte erlebt, die so was von malerisch und schön waren, weit weg von der Küste, wo der normale Tourist gar nicht hinfährt.«

Auch Vester genoss die Dreharbeiten in Kroatien, wenngleich manches ungewohnt war. »Am ersten Drehtag bei der ersten Klappe kam plötzlich ein Riesentablett mit Schnaps morgens um neun von dem kroatischen Team«, erzählt sie. »Die haben gesagt, das ist Tradition bei uns, nach der ersten Klappe wird erstmal Schnaps getrunken. Wir Deutschen waren etwas spießiger. Wir haben nicht mitgetrunken.«

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