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Verkehrsunfallstatistik 2017 für den Bereich* der Polizeiinspektion Prien

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Ein "Polizei"-Schild
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Ein Schild mit der Aufschrift «Polizei» ist zu sehen. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv Foto: dpa

Die die Verkehrsunfallentwicklung im Dienstbereich der Polizeiinspektion Prien weist leider keine positive Tendenz auf. Neben einer erneuten leichten Zunahme der Gesamtzahl um 2 % auf nunmehr 1.350 Unfälle musste im vergangen Jahr auch eine deutliche Zunahme von Unfällen mit Personenschäden registriert werden. So kamen insgesamt vier Personen ums Leben (2016 ein Verkehrsteilnehmer) und auch die Anzahl der Verletzten um 10 % von 268 auf nunmehr 295.


Hauptunfallursächlich waren die Bereiche „Sicherheitsabstand, Rechtsfahrgebot und Vorfahrt“. Die sogenannten „Vorfahrtsunfälle“ gingen leicht zurück, die Zahlen sowohl im Bereich Sicherheitsabstand (jeder 7. Unfall ist ein Auffahrunfall), als auch bei Verstößen gegen das Rechtsfahrgebot, stiegen erneut an. Gerade bei Letzterem zeigt sich immer mehr die Problematik der großen und breiten Fahrzeuge, die regelmäßig mit dem Gegenverkehr in Konflikt kommen. Nahezu keine Veränderungen ergaben sich bei den Ursachen Geschwindigkeit  (6 %), Alkohol (2,5 %) und Überholen (3,8 %). Trotzdem spielen diese Unfälle eine besondere Rolle, da meist infolge nicht angepasster bzw. zu hoher Geschwindigkeit die Folgen wesentlich schwerwiegender sind.

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Nahezu die Hälfte aller Unfälle wurde wieder mit der Ursache „Wenden“ oder „Rückwärtsfahren“ registriert. Ein dauerhaftes Ärgernis bleibt die hohe Zahl an „Unfallfluchten“. Insgesamt wurden 272 Fahrzeuge geschädigt ohne dass sich Unfallverursacher um den angerichteten Schaden kümmerten. Erfreulich ist die in diesem Bereich hohe Aufklärungsquote von 35 Prozent. Rund ein Drittel der Verursacher konnten -  vielfach durch Hinweise von aufmerksamen und gewissenhaften Zeugen - durch die Polizei ermittelt und zur Schadensregulierung herangezogen werden.

Eine Beteiligung der Senioren (ab 65 Jahre) lag bei 159 Unfällen vor. Diese Altersgruppe zeigt ebenso wie die Risikogruppe „Junge Erwachsene“ (18-24 Jahre) mit nunmehr 93 Fällen        (-11,4 %) keinerlei nennenswerte Auffälligkeiten.

Obwohl der Anteil der Radfahrer weiter stetig zunimmt, blieb auch hier die Zahl der Verunfallten im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleich. Auch im Bereich der PI Prien ist der allgemeine Trend feststellbar, dass nicht nur der Anteil der Radfahrer im Straßenverkehr weiter steigt, sondern auch das Alter, zwei der schwerverletzten Radfahrer waren 81 Jahre alt. Die Mobilität älterer Menschen nimmt durch den stetig steigenden Anteil an E-Bikes hier weiter zu. Hauptunfallörtlichkeiten waren der Chiemsee-Uferweg sowie die Bergbereiche.

Eine eindeutige Ursache für die weiter steigenden Unfallzahlen im Bereich der PI Prien ist nicht erkennbar. Das Unfalllagebild weist zwar manche Bereiche als auffällig aus, ein Unfallschwerpunkt lässt sich darauf aber nicht ableiten. Trotzdem ist die PI Prien bemüht, in enger Zusammenarbeit mit den Straßenverkehrsbehörden, manche Örtlichkeit zu entschärfen.

Eine vielfach unterschätzte Ursache ist sicherlich der Faktor „Ablenkung“. Auch wenn keine nachweisbaren Zahlen vorliegen, geht man doch davon aus, dass mindestens 10 % aller Unfälle auf Ablenkung durch Handy, Smartphone und anderer Telekommunikations-mittel zurückzuführen sind.

Wie auch im Vorjahr ereignete sich ein Schulwegunfall. Die schrecklichen Unfälle in Bayern mit getöteten Kindern machen deutlich, dass der Verkehrssicherheitsarbeit auf Schulwegen eine hohe Priorität eingeräumt werden muss. Dies betrifft sowohl die Straßenbaulastträger, die Verkehrsbehörden, die Polizei, als auch im Besonderen die Kraftfahrzeugführer. Aktuell läuft eine vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd initiierte Schwerpunktaktion mit dem Ziel, die Verkehrsteilnehmer über das richtige Verhalten gerade an Bushaltestellen aufzuklären und auf Fehlverhalten hinzuweisen.

Die Polizei bittet für die Sicherheit unserer Kinder auf den Straßen um angepasstes Fahrverhalten an Schulbushaltestellen sowie im Bereich von Schulen und um Verständnis für die ab morgen (Ferienende) wieder verstärkten Kontrollen.