weather-image
28°
Der TSV Berchtesgaden verliert beim SC Anger mit 1:4 und kommt allmählich unter Druck

Vergebene Chancen, verpasster Sieg

Beiden Mannschaften bedeutete das erweiterte Lokalderby sehr viel. Der SC Anger wollte sich aus dem Abstiegssumpf befreien und der TSV Berchtesgaden hoffte, mit einem Sieg Anschluss ans Mittelfeld zu halten. Letztendlich gingen drei Punkte nach Anger anstatt an die Breitwiese, denn der TSV verlor äußerst unglücklich mit 1:4.

Martin Förg (Nummer 7) war der Aktivposten im Spiel des TSV Berchtesgaden. Doch auch der starke Mittelfeldspieler konnte die Niederlage in Anger nicht verhindern. (Foto: Wechslinger)

110 Zuschauer wollten bei herrlichem Fußballwetter auf der gepflegten Anlage des SC Anger die für beide Mannschaften wichtige Begegnung sehen. Vom Anpfiff des stets souveränen Unparteiischen Franz Schwaighofer aus Salzburg an zeigten beide Mannschaften erfrischenden Angriffsfußball, bei dem die Gäste durch Marius Tugui zu den ersten Möglichkeiten gekommen sind. Tugui lief alleine aufs Tor zu, brachte den Ball jedoch nicht am Torhüter vorbei.

Anzeige

Danach kam der SC Anger durch Mittelstürmer Stefan Plößl, der im weiteren Verlauf zum Matchwinner avancieren sollte, zu einer ersten Riesenchance. Berchtesgaden reagierte sofort und kam gleich wieder zu guten Vorstößen, denen nur der letzte entscheidende »Punch« fehlte. Doch wie aus dem Nichts ging Anger in der achten Minute durch den ersten Treffer von Plößl in Führung. TSV-Schlussmann Sebastian Seibold versuchte alles, doch der Ball sprang von der Lattenunterkante hinter die Linie. Schwaighofer zögerte keine Sekunde und deutete unmissverständlich zum Anstoßpunkt.

Berchtesgaden zeigte sich unbeeindruckt und setzte Anger mit massiven Angriffen unter Druck. Doch entweder bekam ein Spieler der Gastgeber noch ein Bein dazwischen oder die Schüsse der Berchtesgadener waren zu schwach.

Die beste Chance zum Ausgleich erarbeitete sich nach 20 Minuten der stark aufspielende Rückkehrer Martin Förg, dessen strammer Schuss aus 20 Metern von der Querlatte ins Aus zischte. Nachdem die Begegnung zwischenzeitlich etwas verflachte, nahm wiederum der Gast Fahrt auf und setzte Anger unter Dauerdruck.

Doch die Berchtesgadener Abwehr stand nicht immer gut, was Plößl in der 31. Minute zum 2:0 nützte. Wieder war Seibold ohne Abwehrmöglichkeit. Wenig später vergab Plößl eine Riesenchance zum astreinen Hattrick.

Auch den zweiten Abschnitt begann Berchtesgaden überlegen, die Tore erzielten jedoch wieder die Gastgeber. Dem 3:0 neuerlich durch Plößl war jedoch ein klares Abseits voraus gegangen. Schwaighofer bedauerte nach dem Match, dies nicht erkannt zu haben. Aber ohne Linienrichter ist es halt schwer für den Schiedsrichter, jede Abseitsstellung zu erkennen.

Hoffnung keimte beim TSV Berchtesgaden noch einmal auf, als Stefan Sontheimer nach Vorarbeit von Mannschaftskapitän Robert Reichlmeier in der 53. Minute aus dem Gewühl seinen achten Saisontreffer erzielte. Berchtesgaden blieb das Pech im Abschluss jedoch treu, als Förg zum zweiten Mal am Toraluminium scheiterte. Mit einem Anschlusstreffer wäre sicher noch etwas möglich gewesen.

So warf Berchtesgaden seine Kräfte nach vorne und musste in der 87. Minute durch einen Sonntagsschuss des eingewechselten Kilian Gambs aus 25 Metern auch noch das 1:4 hinnehmen. »Wir hatten heute einfach kein Glück«, lautete der treffende Kommentar von TSV-Trainer Richard Hartmann. Durch die neuerliche Niederlage kommt dem nächsten Spiel in Grassau eine besondere Bedeutung zu. Denn wenn Berchtesgaden dort nicht besteht, kommen die gefährlichen Ränge immer näher.

TSV Berchtesgaden: Sebastian Seibold; Christian Lindner, Talha Gökbayrak, Ion Cioca (68. Christian Winkler), Christoph Heindl, Tobias Botzenhard (68. Florian Popp), Martin Förg, Marius Tugui, Robert Reichlmeier, Andreas Hartmann, Stefan Sontheimer. Christian Wechslinger