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US-Medien: Bei Protesten geht es um mehr als Gerechtigkeit

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Wut vor dem Weißen Haus
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Wut vor dem Weißen Haus: In gut 170 Städten von New York über Los Angeles bis San Francisco gingen in Menschen auf die Straße. Foto: Michael Reynolds Foto: dpa

Washington (dpa) - Auf die Entscheidung gegen eine Anklage in Ferguson folgten in den USA landesweite Proteste.


Die US-Medien waren sich in den vergangenen Tagen größtenteils einig: Es geht um mehr als den Einzelfall Michael Brown, es geht um die Probleme zwischen Schwarz und Weiß.

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- »New York Times« (Dienstag): »Ein Land mit einem afroamerikanischen Präsidenten und einer beträchtlichen...schwarzen Mittelschicht bleibt, was das Justizsystem betrifft, genauso gespalten wie noch vor Jahrzehnten.«

- »Washington Post« (Dienstag): »Ferguson hat das Land von der Fantasievorstellung weggezwungen, dass Amerika in eine »post-ethnische« Ära eingetreten ist.« Doch weder habe eine nationale Debatte eingesetzt, noch werde das tiefgreifende Gefühl von Ungleichheit und Ungerechtigkeit thematisiert, dass bei vielen im Land herrsche.

- »St. Louis Post-Dispatch« aus Missouri (Dienstag): »Die Welt hat gesehen, wie Ferguson brannte, und die Realität war genauso schlimm, wie es spätabends im Kabelfernsehen aussah.« Randalierer nutzen die Wut der Demonstranten über gefühlte Ungerechtigkeiten aus.

- »The Chicago Tribunbe« (Dienstag): »Es war nicht, was die Menge hören wollte. Die Menge wollte eine Anklage und ein Verfahren - eine öffentliche Darstellung der Beweislage. Das ist verständlich. Aber wir müssen daran glauben, dass die Geschworenenjury ihren Job in guter Absicht gemacht hat. Wenn die Beweise keine Anklageerhebung stützen, dann würden sie sicher keine Verurteilung stützen.«

- »The Charlotte Observer« aus North Carolina (Dienstag): »Wenn alles vorbei ist, müssen Ferguson und die Nation immer noch die grundlegenden Ursachen angehen, die diesen Fall in das öffentliche Gewissen gezerrt haben. Das bedeutet, schwierige Fragen über Armut zu stellen, über soziale Mobilität und Gerechtigkeit in diesem Land. Wie bringen wir die Leute, die in Ferguson einen Laden geplündert haben, mit der Hoffnung zusammen, die Barack Obama einst verkörperte.

- »Miami Herald« (Dienstag): »Nichts davon ist eine Entschuldigung für die kontraproduktive Gewalt, die sich nach dem Grand-Jury-Urteil durch Ferguson zog. Einige der zerstörten Geschäfte gehörten wahrscheinlich schwarzen Einwohnern oder hatten schwarze Angestellte, die jetzt arbeitslos sind. Die Bewohner der von den Ausschreitungen betroffenen Region sind diejenigen, die am meisten unter dem langanhaltenden Schaden leiden, wenn die Krawallmacher weg sind.«

- Im konservativen Sender Fox News kritisierte der schwarze Kommentator Juan Williams gewaltbereite Provokateure: »Diese Selbstdarsteller sind niemals zum Aufräumen zur Stelle, wenn Unruhen ein schwarzes Viertel zerstören und das Vertrauen zwischen Menschen aller Hautfarben vernichten.«

Kommentar in der Washington Post

Kommentar New York Times

Leitartikel New York Times

Leitartikel St.Louis Post-Dispatch

Kommentar Fox News

Kommentar im Charlotte Observer

Kommentar Miami Herald