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Unterkunft in Teisendorf

Berchtesgadener Land - Landrat Georg Grabner nahm in der Kreistagssitzung am Montag Stellung zum umstrittenen Thema der Asylantenunterbringung im Berchtesgadener Land. Der Plan, im Schwesternwohnheim der Kreisklinik Berchtesgaden 34 Plätze zu schaffen, war bei Anwohnern und Geschäftsleuten auf heftige Kritik gestoßen (wir berichteten). Ein Gasthof im Achtal soll nun 13 Personen aufnehmen. Für den Rest sei man nach auf der Suche. Angebote gebe aus dem Berchtesgadener Talkessel, wie Grabner mitteilte.

»Ich bin nicht fixiert auf das ehemalige Personalwohnheim. Aber wir sind zwingend darauf angewiesen, dass wir Angebote bekommen, weil wir diese Leute unterbringen müssen«, betonte Grabner. Anwohner sowie die Marktgemeinschaft Berchtesgaden hatten sich zuletzt vehement gegen die Umwandlung des Krankenhauswohnheimes in eine Asylantenherberge ausgesprochen. Zum Schämen sei solch eine Haltung, sagte Kreisrat Dr. Bartl Wimmer (Die Grünen) und auch Bartl Mittner (SPD) habe die Diskussion sehr bewegt. »Da führen wir jedes Jahr im Kurhaus die Herbergssuche auf und dann so was«, appellierte er an die christliche Nächstenliebe. »Unser Angebot steht«, sagte Stefan Nowak, Geschäftsführer der Kreiskliniken, der die Sitzung von den Zuschauerreihen verfolgte.

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Für 13 Plätze habe sich nun eine neue Möglichkeit ergeben, der Landkreis hat mit einem Gastwirt im Achtal in der Gemeinde Teisendorf eine entsprechende Vereinbarung treffen können. »Es laufen die Verhandlungen für einige weitere Objekte und ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten zwei Wochen unsere Quote erfüllen werden«, so Grabner. Erst am Samstag sei ein neues Angebot aus Berchtesgaden eingegangen. Dem Wunsch seines Stellvertreters Rudolf Schaupp (FWG), man möge die Asylbewerber möglichst gleichmäßig auf den Landkreis verteilen, hielt Grabner entgegen. »Ich nehme, was mir geboten wird.« Etwas anderes bleibt dem Landkreis auch nicht übrig, weil er verpflichtet ist, entsprechend der Einwohnerzahl eine gewisse Anzahl an Personen aufzunehmen. »Wir haben keine Wahl, wenn uns diese Leute zugewiesen werden, kann ich sie ja nicht in ein Zelt oder in die Turnhalle schicken«, so Grabner. »Ich verstehe die Leute durchaus, die Sorgen haben und an frühere Jahre zurückdenken. Aber man muss dazu sagen, dass heute völlig andere Menschen zu uns kommen. Uns wird von allen Seiten bestätigt, dass von ihnen keine Probleme ausgehen.« Trotzdem sollen an den Standorten, wo Unterkünfte eingerichtet werden, die Bürger darüber informiert und das Gespräch gesucht werden.