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Unruhige Zeiten im Borussia-Park - Rose: »Kann damit leben«

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Gladbach-Coach
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Trainer Marco Rose nahm die Niederlage gegen Mainz auf seine Kappe. Foto: Federico Gambarini/dpa-POOL/dpa Foto: dpa

Der Trainer im Fokus, die Mannschaft gefordert. Borussia Mönchengladbach kann in den nächsten Spielen alle Saisonziele verspielen - oder mit Trainer Rose die Wende vor seinem Abschied schaffen.


Mönchengladbach (dpa) - Nach dem völlig verpatzten Auftakt seiner Abschiedstournee steckt Marco Rose in der bisher schwierigsten Situation seiner Trainerkarriere.

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Wenige Tage nach seiner Erklärung, im Sommer zu Borussia Dortmund zu wechseln, droht dem Chefcoach, mit Borussia Mönchengladbach alle Saisonziele aus den Augen zu verlieren. Nach der bitteren 1:2 (1:1)-Bundesligapleite gegen den Tabellen-17. FSV Mainz 05 nahm der Coach alle Verantwortung auf sich. Wohlwissend, dass er weiterhin unter kritischer Beobachtung der Fans stehen wird.

»Ich habe das zu verantworten. Alles, was in dieser Woche passiert ist, hat aufgrund meiner Person stattgefunden. Und ich weiß, dass es nicht ruhiger wird«, sagte der 44-jährige Fußballlehrer. »Aber ich kann damit umgehen und leben.«

Vier Tage vor dem Höhepunkt in der Champions League mit dem Achtelfinalhinspiel gegen Manchester City am Mittwoch in Budapest (21.00/DAZN) sind die Chancen auf einen versöhnlichen Saisonausgang erheblich gesunken. Gegen das englische Top-Team werden die Gladbacher in dieser Verfassung kaum mithalten können. In der Liga liegt Borussia nach vier sieglosen Spielen schon neun Punkte hinter den Champions-League-Rängen und im DFB-Pokal treffen die Fohlen ausgerechnet auf Roses neuen Arbeitgeber aus Dortmund.

Der Trainer weiß, dass ihm nur gute Ergebnisse helfen. »Wir müssen in die Erfolgsspur zurück, um Ruhe und Vertrauen ins Umfeld zu bekommen«, sagte Rose, der im Club derzeit absolute Rückendeckung genießt und ehrgeizig genug ist, sich im Borussia-Park erfolgreich zu verabschieden. Aber was passiert, wenn es in den nächsten Spielen gegen Manchester, Leipzig, Dortmund und Leverkusen schiefgeht? »Das sind schwierige Aufgaben, aber auch Chancen wieder in die Spur zu kommen«, sagte Rose.

Sportdirektor Max Eberl stärkte seinem Coach am Sonntag erneut den Rücken und sieht keine Notwendigkeit für eine vorzeitige Trennung. »Es gibt 0,0 Prozent Ansatz darüber nachzudenken. Ich bin zu 100 Prozent sicher, dass wir die Saison mit Marco Rose zu Ende spielen werden«, sagte der 47-Jährige im Sport1-»Doppelpass«. »Es gibt nur den Weg mit Marco Rose«, betonte Eberl.

Zudem sei das keine unbekannte Situation. »Wir müssen uns einfach dagegenstemmen. Das ist so. Das haben wir vor zwei Jahren, als wir mit Dieter Hecking eine Entscheidung andersherum getroffen haben, als Verein auch geschafft. Und genauso werden wir jetzt versuchen, unsere Leistung auf den Platz zu bringen«, sagte Eberl im ZDF-Sportstudio. Das sei das, was man beeinflussen könne. »Das mildert dann auch die Menschen drumherum«, sagte der 47-Jährige.

Die Spieler wissen, dass es vor allem an ihnen liegt und der Trainerabschied keine Erklärung für die unbefriedigende sportliche Situation derzeit ist. »Die Entscheidung von Marco Rose, uns im Sommer zu verlassen, war sicher nicht der Grund dafür, dass wir das Spiel verloren haben«, sagte Torhüter Yann Sommer. Und Jonas Hofmann erklärte, dass die Mannschaft das regeln müsse. »Ich erwarte keine unruhigen Wochen. Wir haben eine Mannschaft, die das bewältigen kann. Das haben wir in großen Teilen der Saison gezeigt«, sagte der Offensivspieler.

Der Trainer fordert mehr Gier, mehr Konsequenz im Angriff, auch bei Sprints und Läufen könne man noch draufpacken. Zuletzt tat sich sein Team vor allem gegen kompakt verteidigende Mannschaften wie Mainz sehr schwer. Das wird sich bei der Qualität der anstehenden Gegner natürlich ändern. »Gegen Top-Mannschaften haben wir mehr Raum und müssen vor allem verteidigen«, erklärte Rose.

Schon mit einem guten Spiel in der nächsten Woche könnte sich das Blatt wenden. »Wir gehen in die heiße Phase der Saison. Da müssen wir das, was wir uns aufgebaut haben, zu Ende bringen. Wir haben große Aufgaben vor uns und müssen auf dem Platz ein anderes Gesicht zeigen, vor allem, was die spielerische Qualität angeht«, forderte Kapitän Lars Stindl.

© dpa-infocom, dpa:210221-99-529067/3


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