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»Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen«

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Das Ensemble des Theaterchen »O« mit (von links) Alex Gruber, Anja Rosengart, Irmi Gstöttner, Daniela Friedrich, Inga Hefele, Simon Müller, Berta Berthold, Robert Schröder. (Foto: Mix)

Was hätten uns wohl Eva Braun, Gudrun Ensslin, Goethes Gattin, die Muttergottes zu sagen, wenn sie etwas sagen könnten? Welche Reden würden diese Frauen halten, die zu Lebzeiten im Schatten der Männer standen und nicht viel zu sagen hatten? Im Theaterstück »Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen« kommen sie zu Wort. Das Theaterchen »O« führt das Stück nach der Monologsammlung von Christine Brückner in der aktuellen Spielsaison an zehn Terminen auf, Premiere ist am Samstag um 20 Uhr im Studiotheater im k1 in Traunreut.


Unter dem Titel »Wenn du geredet hättest, Desdemona. Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen« lässt die Autorin 14 Frauen aus Geschichte und Literatur zu Wort kommen. Ihre Monologe sind zwar erfunden, trotzdem zeigen sie die jeweilige Situation und die Lebensumstände der Frauen sowie ihr Verhältnis zu den Männern deutlich auf. Sie befinden sich entweder in einer sehr markanten Lebenssituation oder am Ende ihres Daseins und ziehen Bilanz. Aus dem Buch wählten das Theaterchen »O« und Regisseur Dieter Bommer fünf Monologe aus, die sie auf die Bühne bringen.

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Inga Hefele spielt Eva Braun und resümiert im Führerbunker über »die Banalität des Bösen«. Irmi Gstöttner ist Christiane von Goethe, die sich im Vorzimmer der verwitweten Oberstallmeisterin Charlotte von Stein so ihre Gedanken macht. Anja Rosengart redet als Terroristin Gudrun Ensslin gegen die Wände ihrer Zelle in Stammheim. Berta Berthold kommt als Maria auf die Bühne, die in der judäischen Wüste betet. Und Daniela Friedrich schließlich gibt dem ungeborenen Kind, das abgetrieben werden soll, ihre Stimme. In weiteren Rollen sind Simon Müller, Alex Gruber und Robert Schröder zu sehen.

Regisseur Dieter Bommer, Leiter des Theaterensembles »Grenzgänger on Stage« im österreichischen Oberndorf, arbeitet bei diesem Stück viel mit Licht und Schatten. Er hat sich eine ganz besondere Bühnendekoration ausgedacht. Die fünf Frauen stehen in Holzkisten und sind nicht zu sehen, lediglich ihre Silhouetten werden an die Wand projiziert, ehe sie einzeln hervortreten, Gestalt annehmen und ihren Monolog halten. In den fahrbaren Holzkisten gleiten sie zwischendurch über die Bühne und stellen dabei die Abteile eines Zuges dar, der auf dem Weg ist zur Abtreibung in Utrecht.

Christine Brückner (1921 bis 1996) war eine deutsche Schriftstellerin. Bereits ihr erster Roman »Ehe die Spuren verwehen« aus dem Jahr 1954 wurde ein großer Erfolg, 1975 erschien der Roman »Jauche und Levkojen«, der mit seinen Fortsetzungen »Nirgendwo ist Poenichen« und »Die Quints« zur sogenannten Poenichen-Trilogie gehört. Die Monologe »Wenn du geredet hättest, Desdemona. Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen« aus dem Jahr 1983 begründeten Brückners Erfolg als Theaterautorin, da sie zu den meistgespielten zeitgenössischen Theaterstücken gehören.

Weitere Aufführungen sind am 13., 15., 19., 20., 26. und 27. Oktober um 20 Uhr sowie am 9., 16. und 23. Oktober um 16 Uhr. Karten gibt’s bei allen bekannten Vorverkaufsstellen, der k1-Tickethotline bis zu sieben Tage vor Veranstaltungsbeginn unter Tel. 08669/857444, online unter www.k1-traunreut.de sowie an der Abendkasse. mix