Unfall auf B21: Verursacher taucht nach Nacht im Freien auf

Große Suchaktion: Unfallverursacher verschwindet von Unfallstelle
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Foto: BRK BGL
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Polizeihubschrauber
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Robert Michael/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Schneizlreuth – Ein schwerer Verkehrsunfall mit drei beteiligten Fahrzeugen und acht Insassen ereignete sich am Dienstag, 10. August, gegen 16.45, auf der B21 am oberen Bodenberg. Der mutmaßliche Verursacher war noch vor Eintreffen der ersten Einsatzkräfte von der Unfallstelle verschwunden. Ein Großaufgebot mit 70 Einsatzkräften verliefen zunächst erfolglos. Am Mittwochmorgen tauchte der Mann in der Nähe der Unfallstelle auf.


Update, Mittwoch, 13 Uhr

Ein Autofahrer, der am Dienstagnachmittag in Schneizlreuth in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt war und anschließend vermisst wurde, tauchte am heutigen Mittwoch in den frühen Morgenstunden auf.

Nach ersten Erkenntnissen verbrachte er die Nacht im Freien – einige hundert Meter von der Unfallstelle entfernt. Der Mann wurde ohne größere Verletzungen mit dem Rettungswagen zur medizinischen Behandlung in das örtliche Krankenhaus gebracht. Warum der Fahrzeugführer die Unfallstelle verließ und so lange verschwunden blieb, ist noch unklar.

Erstmeldung

Laut ersten Informationen der Polizei war der ältere Mann mit seiner Mercedes-G-Klasse in Richtung Lofer unterwegs, als er nach einer Rechtskurve nach links über die Fahrbahnmitte geriet und dort die gesamte Fahrzeugseite eines entgegenkommenden VW Touran einer vierköpfigen Familie aus Ainring streifte. Danach geriet der Mercedes noch weiter nach links und prallte frontal gegen den BMW eines 53-jährigen Mannes aus Unken, der ebenfalls zwei Mitfahrer im Auto hatte.

Die Meldung zum Unfall war zuerst über das automatische Notruf-System im BMW eingegangen, wobei die Insassen bereits ausgestiegen waren und es keine Sprach-Rückmeldung mit weiteren Details gab. Im Anschluss kam ein Fahrzeug des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK) an der Einsatzstelle vorbei und die Besatzung die Erstversorgung übernahm und weitere Rettungskräfte nachforderte. Die sieben Insassen im VW und BMW, darunter auch ein fünf Monate altes Mädchen, wurden nur leicht verletzt oder kamen mit dem Schrecken davon.

Die Leitstelle Traunstein hatte das Rote Kreuz mit insgesamt vier Rettungswagen aus Bad Reichenhall, Berchtesgaden und Ruhpolding und dem Einsatzleiter Rettungsdienst zum Unfallort geschickt. Die Notfallsanitäter versorgten die drei leicht verletzten Insassen des BMW und lieferten sie mit zwei Rettungswagen in die Kreisklinik Bad Reichenhall uns ins Krankenhaus Traunstein ein. Eine weitere Rettungswagen-Besatzung untersuchte vorsorglich auf Wunsch der Eltern das Baby und brachte es anschließend zur Kontrolle ebenfalls ins Krankenhaus Traunstein.

Laut Polizei entstand ein geschätzter Sachschaden von rund 60.000 Euro. Alle drei Autos wurden abgeschleppt. Die B21 und damit die Durchfahrt durchs Kleine Deutsche Eck musste für rund drei Stunden zeitweise komplett gesperrt werden. Es bildete sich ein erheblicher Stau mit langen Wartezeiten. Die Feuerwehren Schneizlreuth und Bad Reichenhall waren mit 32 Einsatzkräften und sieben Fahrzeugen an der Unfallstelle, stellten den Brandschutz sicher, reinigten die Straße und regelten den Verkehr.

Der rund 70 Jahre alte Unfallverursacher war laut Zeugen scheinbar unverletzt aus seinem Mercedes ausgestiegen, telefonierte und verschwand vermutlich in Richtung der Forellenräucherei über die Böschung aus dem Sichtfeld. Da der Mann mit niemandem vor Ort gesprochen hatte und unklar war, ob er unter Schock steht, verletzt ist und Hilfe benötigte, veranlasste die Polizei eine große Suchaktion rund um das Gebiet zwischen Tunnel, Wendelberg, Daxbauer, Haiderhof und Saalach. Beteiligt waren auf deutscher Seite 24 Einsatzkräfte der Bergwachten Bad Reichenhall, Freilassing und Teisendorf-Anger, drei Hundeteams der Lawinen- und Suchhundestaffel der Bergwacht-Region Chiemgau und der Polizei, das Team des Technikbusses der Bergwacht-Region Chiemgau mit einer Wärmebild-Drohne, die Besatzung eines Polizeihubschraubers, fünf Polizeistreifen, die BRK-Wasserwacht und die Tauchergruppe der Feuerwehr.

Sie suchten zu Fuß und aus der Luft den stellenweise steilen Bergwald am Wendelberg und die Wege zwischen Bundesstraße und Saalach ab, konnten den Mann aber nicht finden, der sich eventuell auch von jemanden abholen lassen hatte und gar nicht mehr im Suchgebiet aufhielt. Auch im angrenzenden Gemeindegebiet Unken (Salzburger Pinzgau) suchten die Einsatzkräfte nach dem Vermissten. Nach den ersten Ermittlungen der Reichenhaller Polizei dürfte es sich bei dem flüchtigen Unfallverursacher um den Eigentümer des Autos gehandelt haben. Es wurde ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen unerlaubtem Entfernen vom Unfallort eingeleitet.

fb/red