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U21-Titelverteidiger nimmt Hürde: Mit »Bock« zur EM-Endrunde

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Siegesfeier
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Die deutsche U21-Nationalmannschaft schaffte die EM-Qualifikation. Foto: Armin Weigel Foto: dpa

Die U21 freut sich auf einen »tollen Wettbewerb« in einem Jahr in San Marino und Italien. Bis zur EM-Endrunde will sich das Team von Stefan Kuntz »weiterentwickeln«. Das 2:1 gegen Norwegen unterstreicht, dass es eine große Auswahl an Talenten für die Titelverteidigung gibt.


Ingolstadt (dpa) - Den großen Blick auf die U21-Endrunde im kommenden Jahr mochte Erfolgstrainer Stefan Kuntz gleich nach dem gelösten EM-Ticket des Europameisters noch nicht wagen.

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»Wir reden von einem Turnier, das in acht Monaten stattfindet«, sagte der 55-Jährige. »Ich setze mich nicht als Klugscheißer hin und sage, ich kenne alle EM-Teilnehmer - die stehen auch noch nicht alle fest - und kann was über die Spielstärke aller sagen.«

Wichtig aber sei die »Mentalität« der eigenen Truppe und da habe seine Auswahl beim 2:1 (2:0) gegen Norwegen einen weiteren Schritt gemacht. »Diese Mentalität werden wir brauchen - unabhängig von der Stärke des Gegner«, sagte Kuntz am Freitagabend in Ingolstadt. Am Samstag gönnte er seinem Team einen freien Tag.

Wie vor zwei Jahren, als die gemeisterte EM-Qualifikation im selben Stadion ein Ausgangspunkt für eine glorreiche Endrunde mit dem zweiten U21-Europameistertitel für den DFB wurde, setzt auch die nächste Generation um Kapitän Jonathan Tah auf eine eigene große Geschichte. »Heute haben wir gezeigt, dass wir auch ganz Große sind und dass wir eine super Truppe haben«, sagte der Leverkusener Abwehrchef. Bis zum Turnier vom 16. bis 30. Juni 2019 in Italien und San Marino werde sich die Mannschaft noch weiterentwickeln. »Wir sind mehr als stolz, dass wir es geschafft haben«, sagte der 22-Jährige.

Bundestrainer Joachim Löw nominierte ihn am Samstag für das Nations-League-Spiel der Nationalmannschaft am Dienstag bei Weltmeister Frankreich nach. »Es ist ein tolles Zeichen vom Bundestrainer, dass er mich für das Spiel in Frankreich dabei haben möchte«, sagte Tah in einer DFB-Mitteilung.

Gegen Norwegen leitete der starke Tah den frühen Führungstreffer durch den Schalker Cedric Teuchert ein. Der Freiburger Luca Waldschmidt erhöhte auf 2:0. Nach dem schnellen Anschlusstreffer im zweiten Durchgang durch Birk Risa wackelte die deutsche Auswahl zwischenzeitlich, kämpfte sich aber ins Ziel.

»Wenn man bei der EM so eine Halbzeit spielt, kann es das eine oder andere Mal hinten klingeln. Das müssen wir verbessern«, sagte Teuchert, der im achten Spiel zum achten Mal traf. »Wir hätten auch das eine oder andere Tor mehr machen können und müssen.« Damit meinte er vor allen sich selbst, denn vor dem 1:0 ließ er drei klare Chancen aus.

Erst einmal feierten die deutschen Nachwuchshoffnungen aber das vorzeitig gelöste EM-Ticket. Joti Chatzialexiou, der Sportliche Leiter der Nationalmannschaften, freute sich schon auf einen »tollen Wettbewerb« im kommenden Sommer. Die Kuntz-Kicker sowieso. »Wir haben alle Bock drauf, wir sind alle gallig. Ich glaube, jeder kann sich drauf freuen«, sagte Teuchert. Bei der Endrunde geht es auch um die Olympia-Qualifikation für die Sommerspiele 2020 in Tokio.

»Wenn man jetzt in die Gesichter schaut, da sind schon viele Bananen im Gesicht von Ohr zu Ohr zu sehen, also Lachbananen«, berichtete Kuntz. Das erste Etappenziel ist erreicht. Jetzt wird der Coach das Finden einer Formation vorantreiben, die den dritten Titel gewinnen soll. Die Generationen um Manuel Neuer 2009 und um Serge Gnabry 2017 triumphierten bislang in dieser Altersklasse.

Der Leverkusener Benjamin Henrichs prophezeite einen »engen Kampf« um die Plätze, für die auch A-Nationalspieler wie Julian Brandt, Timo Werner und Leroy Sané in Frage kämen. »Wir haben viele talentierte Spieler im Kader, die besten kommen dann halt mit.« Erst einmal aber waren alle glücklich, dass das abschließende Spiel am Dienstag (18.00 Uhr) in Heidenheim gegen Irland kein Finale um den EM-Start wird.

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