weather-image
23°

TSV-Ringer besiegen den Bayernliga-Absteiger

Wasti Hillebrand machte mit seinem Gegner Maximilian Zeitler kurzen Prozess und legte ihn per sehenswertem Kopfzug auf beide Schultern. Foto: Waßmuth

Berchtesgaden – Einen Ringerabend so nach dem Gusto der Zuschauer lieferte die Staffel des TSV Berchtesgaden im dritten Kampf gegen den Bayernliga-Absteiger TSC Mering (wir berichteten kurz). Man konnte schon ahnen, dass nach der hohen Niederlage Merings gegen Geiselhöring auch ein Berchtesgadener Sieg im Bereich des Möglichen liegen würde. Dass die Berchtesgadener beim 22:13-Erfolg jedoch so dominieren würden, war schon eine angenehme Überraschung für die 200 Zuschauer, die für perfekte Stimmung in der Sporthalle an der Breitwiese sorgten. Sie schwärmten am Ende auch von einem tollen Sportabend.


Lukas Laue (F 55) marschierte gegen Oliver Tanzyna von Beginn an im Vorwärtsgang und punktete mit sehenswerten Wertungen bis zu einer 12:0-Punktewertung wegen technischer Überlegenheit und einer 4:0-Führung für den TSV Berchtesgaden. Damit setzt Laue die Tradition des TSV Berchtesgaden mit stets sehr starken Ringern in dieser Gewichtsklasse fort. »Lukas wird uns in dieser Saison noch viel Freude bereiten und viele Punkte sammeln«, orakelte Labacher.

Anzeige

Stefan Moderegger (G 120) stellte sich wiederum in den Mannschaftsdienst und sorgte dafür, dass die Gäste nicht vier, sondern nur zwei Punkte schrieben. Nachdem Moderegger wieder einen Arbeitsplatz nahe der Heimat hat, hofft man bei der Berchtesgadener Staffel, dass der Schwergewichtler noch viele Kämpfe für den TSV Berchtesgaden bestreitet.

So führten die Gastgeber 4:2, als Sebastian Hillebrand (G 60) die Matte betrat und gegen Maximilian Zeitler einen überlegenen Kampf lieferte. Nach einer 12:1-Punkteführung beförderte Hillebrand seinen Kontrahenten per sehenswertem Kopfzug auf beide Schultern, Berchtesgaden zog auf 8:2 davon.

Dann brachten die Einheimischen den zuletzt so erfolgreichen Hans Wolfgang Preinfalk (F 96) ins Gefecht, der sich jedoch mit Radoslaw Siejak dem Besten der Gästeringer gegenübersah. Siejak war noch in der Bayernliga einer der Meringer Punktesammler und ließ auch auf der Berchtesgadener Matte beim 11:0-Überlegenheitssieg gegen Preinfalk nichts anbrennen. »Beim Hansi ist noch viel Luft nach oben«, befand Labacher dazu. Die Gäste verkürzten somit auf 6:8.

Nun lag es vor der Kampfpause an Christoph Graßl (F 66 A), das Punktepolster wieder aufzubessern, denn man wusste auf Berchtesgadener Seite, dass noch einige recht enge Kämpfe folgen würden. Graßls Gegner war niemand Geringerer als der ehemalige deutsche Jugendmeister Julian Stegmann, der gleich begann wie die Feuerwehr. Ehe sich Graßl versah, lag er nach einer Klasseaktion von Stegmann, die ihn in die Brücke beförderte, mit 0:5 zurück. Mattenleiter Andreas Sauer war auch begeistert von Meringer: »Das war in dieser Saison meine erste Fünf«, freute sich Sauer. Graßl entkam aus der bedrohlichen Lage, blieb unbeeindruckt und konterte mit Beinangriffen. Der TSVler rang konsequent weiter und nach der sogenannten »Zange«, Graßls Spezialgriff, lag der Meringer auf der Schulter. Der TSV Berchtesgaden ging mit einer komfortablen 12:6-Führung in die Pause. Gleichwohl wusste man, dass einige Kämpfe jetzt sehr schwierig würden.

Einkalkulierte Punktverluste

Wie befürchtet, folgten danach zwei Siege der Gästeringer, wenn sich die Berchtesgadener auch achtbar aus der Ringaffäre gezogen haben. Zunächst bekam es Florian Rehlegger (G 84 B) mit Thomas Kennerknecht zu schaffen, der fünfeinhalb Kilogramm mehr auf der Waage hatte. So fand Rehlegger gegen den Meringer keine entscheidenden Griffe und musste sich mit 0:7 Punkten geschlagen geben. Er rettete jedoch noch einen Punkt und so verkürzten die Gäste auf 9:12.

Vor dem siebten Kampf bat Labacher um eine Gedenkminute für Horst Winter, den Vater des nächsten Meringer Ringers. Winter hatte vor 27 Jahren noch erfolgreich für den TSV Berchtesgaden gekämpft und war kürzlich im Alter von erst 53 Jahren verstorben.

Korbinian Hillebrand (G 66 B) wehrte sich gegen die Ringweise von Nico Winter zwar nach Kräften, aber erfolglos. Und so gewann der Meringer nach Punkten mit 3:1 (10:3). Doch auch Hillebrand rettete für sein Team zwei Zähler. Die Führung schmolz jetzt auf 13:12, die Spannung stieg auf ein Höchstmaß, als Andreas Pfnür (F 84 A) die Matte betrat. Von Kampfbeginn an zeigte Pfnür gegen Norbert Lang, dass man sich auf ihn verlassen kann und er wichtige Mannschaftspunkte holen würde. Pfnür riskierte nach Anraten der Trainer nicht alles, punktete jedoch auf 8:0 und so führten die Mattenherren mit 16:12, als noch zwei Kämpfe offen waren.

Im Kampf Andreas Hillebrand (F 74 A) gegen den exzellenten Techniker Markus Daferner ging es für beide Staffeln um sehr viel. Der Meringer hätte seine Staffel mit einem Sieg erstmals in Führung bringen können, während der Berchtesgadener in der Gewissheit rang mit einem Sieg, egal wie hoch, den Mannschaftssieg vorzeitig zu sichern. Und so schenkten sich die beiden Kontrahenten nichts. Nach 1:1 in der ersten Runde gelangen Hillebrand in der zweiten die entscheidenden Vorteile zum 2:1-Punktsieg, der das Verhältnis vor dem letzten Kampf auf 18:13 stellte. »Andreas hat taktisch und technisch auf höchstem Niveau gerungen«, urteilte Labacher.

Nachdem der Mannschaftssieg damit schon vor dem letzten Kampf feststand, machte der wieder genesene Alexander Petersen (G 74 B) mit Peter Tränkl schon nach 43 Sekunden per Zwiegriff kurzen Prozess. Berchtesgaden hatte damit den ersten Heimkampf mit 22:13 recht deutlich für sich entschieden und kann der Zukunft nun entspannter entgegensehen.

»Das war Ringsport auf hohem Niveau. Der TSC Mering stellte eine gute Mannschaft, aber unser Team ist heute über sich selbst hinausgewachsen«, urteilte Abteilungsleiter Hans Labacher nach dieser Werbeveranstaltung für den Ringsport.

Weitere Ergebnisse Ringen Landesliga Süd/2. Kampftag: SV Untergreisbach II - SV Wacker Burghausen II 20:20, ASV Au/Hallertau - TV Geiselhöring 20:15, SC Anger II - SC Isaria Unterföhring II 32:7. Christian Wechslinger