Tschüss sagen in kleinen Ländern

Angela Merkel in Serbien
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In Serbien wurde Angela Merkel von Präsident Aleksandar Vucic begrüßt. Foto: Marko Drobnjakovic/AP/dpa Foto: dpa

Letzte Reise als Kanzlerin? Kurz vor ihrem Abschied als Chefin der Regierung reist Angela Merkel noch einmal ins Ausland. Als Ziel hat sie sich zwei eher kleine Länder ausgesucht.


Es gibt riesengroße Länder. Es gibt mächtige Länder. Es gibt Länder, die unsere direkten Nachbarn sind. Trotzdem hat sich Angela Merkel entschieden, ihre wohl letzte Reise als Kanzlerin in zwei ganz andere Staaten zu machen: Am Montag und Dienstag war Angela Merkel zu Besuch in Serbien und Albanien.

Die beiden Staaten liegen gar nicht so weit weg: Mit dem Flugzeug ist man in weniger als zwei Stunden dort. Die Länder gehören zusammen mit anderen Staaten zu einer Region, die man Westbalkan nennt. Deshalb redete Angela Merkel nicht nur mit den Staatschefs von Serbien und Albanien. Sie sprach auch mit denen der anderen Westbalkan-Länder: Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien und Kosovo.

Angela Merkel findet: Die insgesamt sechs Länder sollten in Zukunft enger mit Deutschland und anderen Staaten verbunden sein. Mit ihrem Besuch machte sie darauf noch einmal aufmerksam. Angela Merkel wünscht sich, dass die Staaten irgendwann in die Europäische Union (abgekürzt: EU) aufgenommen werden.

Zu dieser Gemeinschaft zählen zurzeit 27 Staaten. In vielen davon kann man mit dem Euro bezahlen. Außerdem dürfen Menschen innerhalb der EU meist leben und arbeiten, wo sie möchten. Die Länder sollen aber auch durch dieselben Werte verbunden sein. Dazu zählt etwa, Menschen gerecht und gleich zu behandeln. Nicht immer klappt das. Aber die Staaten wollen gemeinsam etwas dafür zu tun.

Damit auch die Länder des Westbalkans der EU beitreten können, ist noch Arbeit nötig. In den Staaten gibt es zum Beispiel viel Korruption. Das bedeutet, dass Menschen Vorteile bekommen, weil sie zum Beispiel heimlich Geld zahlen. Schwierig ist auch, dass die Länder sich untereinander nicht immer gut verstehen.

Es gab in der Region sogar mehrere Kriege. Erst vor 20 Jahren war damit Schluss. Angela Merkel sagt: Heute würden die Staaten besser miteinander auskommen und sich austauschen.