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Sarajewo-Bilder von Michael Fuhr in der Klosterkirche

Trostlosigkeit und Hoffnung

Seine Foto-Ausstellung in der Traunsteiner Klosterkirche ist, wie der Fotograf Michael Fuhr in seiner Ansprache zur Eröffnung betonte, keine Reisereportage, sondern ein subjektiver, emotionaler Eindruck davon, wie man ein Land erleben kann.

Fuhr hat die bosnische Hauptstadt Sarajewo mit seiner wechselvollen Geschichte 20 Jahre nach dem Krieg mit dem aufmerksamen Blick des neugierigen und ernsthaft interessierten jungen Fotografen geschult ins Visier genommen. Michael Fuhrs analog fotografierte Bilder erzählen mit dem Understatement der SchwarzWeiß-Technik Geschichten der Hoffnung und der Trostlosigkeit. Seine großformatigen Bilder sind gänzlich unaufdringlich und unaufgeregt und strahlen doch eine Intimität und Intensität aus, die den Betrachter zum sinnierenden Verweilen bringt.

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Man fragt sich, was für eine Geschichte hinter dem jeweiligen Foto wohl stecken mag. Zudem sind die Werke sehr bedacht arrangiert, sogar Stühle hat er vor den Bildern platziert, die jeweils in einem bestimmten Abstand zum Bild stehen, damit der Betrachter die optimale Sicht darauf hat.

Vor allem mit dem großformatigen Motiv eines Friedhofs ist ihm ein Bild gelungen, dass einen in die Welt des Todes mitnimmt, die von den Lebenden mit einer fast Industriell wirkenden Ästhetik angelegt ist, in Form von unzähligen Stelen. Dahinter, breitet sich der Nachthimmel über die sanft geschwungenen Bergkuppen aus, das Reich der Lebenden. Ein Bild in Schwarz-Weiß, das einen in das Land der unzähligen Nuancen der Grau-Schattierungen mitnimmt, in dem magische Lichtinseln dem Auge Halt bieten.

Der geheimnisvolle Titel der Ausstellung »Blut.Honig« ist die Übersetzung des Wortes Sarajewo, wobei die Wörter in umgekehrter Reihenfolge verwendet wurden. Die sehenswerte Ausstellung ist noch bis zum Sonntag geöffnet, werktags von 12 bis 18 Uhr, am Wochenende von 11 bis 18 Uhr. Barbara Heigl