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Trittin: Erwarte fairen Wahlkampf der grünen Spitzen-Anwärter

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Jürgen Trittin
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Der Fraktionschef von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, Trittin: Urwahl wird nicht zu einem Hickhack zwischen den Bewerbern um die Bundestagswahl-Spitzenkandidatur ausarten. Foto: Wolfgang Kumm Foto: dpa

Berlin (dpa) - Die geplante Urwahl bei den Grünen wird nach Einschätzung von Fraktionschef Jürgen Trittin nicht zu einem Hickhack zwischen den Bewerbern um die Bundestagswahl-Spitzenkandidatur ausarten.


«Die, die antreten, wissen, dass sie mit dem einen oder anderen Konkurrenten gemeinsam Bundestagswahlkampf machen werden», sagte Trittin der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Schon deshalb glaube ich, dass das fair ablaufen wird.»

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An diesem Sonntag entscheidet ein kleiner Sonderparteitag der Grünen in Berlin über die Einleitung der Urwahl der rund 60 000 Mitglieder. Ihre Kandidatur für das geplante Spitzen-Duo haben neben Trittin (58) bisher fünf Bewerber angekündigt: die Co-Fraktionschefin Renate Künast (56), Parteichefin Claudia Roth (57), Bundestags-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (46) sowie zwei weitgehend unbekannte Basis-Vertreter.

«Da stehen sechs Bewerberinnen und Bewerber mit sehr unterschiedlichen Stilen, Zielen und Ansätzen zur Wahl», sagte Trittin. «Ich bin sicher, dass es seitens der Parteimitglieder Fragen, Nachfragen und die Einforderung von Positionen gibt.» Es gehe auch um die Frage, wer welche politischen Kulturen und Milieus anspreche. Über was die Bewerber diskutieren, hänge von den Fragen der einzelnen Parteimitglieder ab. «Das wird ein spannender und relativ kurzer Prozess.»

Zum ersten Mal soll auf diesem Wege über die Spitzenkandidatur einer Partei entschieden werden. «Damit setzen die Grünen auch ein Signal für andere Parteien», sagte der Grünen-Politiker. «Wir Grünen sind die Mitmach-Partei.»

Zur Frage, ob es um die letzte Chance auf Ministerposten der Generation der über 50-jährigen Spitzenpolitiker bei den Grünen geht, meinte Trittin: «Die Leute, die finden, dass man generell mit 67 arbeiten sollte, zählen einen mit Mitte 50 zur älteren Generation. Das kann ich nicht ganz ernst nehmen.» Die Menschen treibe nicht die Frage des Alters von Kandidaten um, sondern ob es klappe mit der Energiewende oder wie es gerechter zugehen könne im Land.

«Und dafür ist entscheidend: Wird die Politik nach der Wahl vom kleinsten gemeinsamen Nenner einer großen Koalition bestimmt oder gibt es eine rot-grüne Mehrheit für die Ablösung von Union und FDP?»

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