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Triftplatz Twilight Zone

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Das Berchtesgadener Land ist gruselig. Im Tal der langen Schatten zwischen Texas Ramsau Massacre und Psychowiesen gibt es viele unheimliche Orte: den Toten Mann, den Kalten Keller, die Schlafende Hexe und die Mordau.

Auch die Grabesstille in Marktschellenberg sorgt bei vielen für Gänsehaut.  Doch die grausigsten Legenden ranken sich um Parkplätze. Es gibt zahlreiche dokumentierte Fälle von arglosen Autofahrern, die dort ihren Verstand verloren haben. Lesen Sie nun den zweiten Teil der Trilogie über  die Parkplätze des Grauens: Triftplatz Twilight Zone.

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Todestrieb in der Drogerie? Serienmord im Supermarkt? Gemetzel im Getränkemarkt? Gibt es diese Grausamkeiten in Berchtesgaden? Nein. Natürlich nicht. Denn ein Großteil der Kunden kommt bereits auf dem Weg  zu den Konsumtempel auf mysteriöse Weise ums Leben. Gehäuft treten diese fürchterlichen Vorfälle in der Triftplatz Twilight Zone auf.  Laut Geisterakten der CSI Berchtesgaden sind vor allem die Sommermonate gefährlich. 

In der Polizeistatistik finden von Juni bis einschließlich September 2017 unter anderem folgende Einträge:

  • 17 876 Parkrempler
  • 17 876 Fahrerfluchten
  • 699 Körperverletzungen
  • 6 789 Beleidigungen
  • 7 667 Amtsanmaßungen
  • 4 Marienerscheinungen
  • 12 UFO-Sichtungen und
  • 58 Fälle von spontaner Ejakulation (31 männlich, 27 weiblich)


„Ja, eine erfolglose Parkplatzsuche kann zu sexualisierten Übersprungshandlungen führen“, erklärt Prof.  Josef Hunklinger von der mobilen Fahrkultät der Hochgeschwindigkeitsschule Fahrweida in Sachsendi-Bloßnedanhalt. „Hast beim Parken du nur Frust, hast du auf Schnackseln keine Lust“, sagt Prof. Hunklinger und fügt hinzu: „Muahahaha.“  

Richtig gruselig sind aber die ungeklärten Fälle.  Der „Berchtesgadener Schmarrnzeiger“ hat sie exklusiv mit dem Parapsychologen der Polizeiinspektion Berchtesgaden, Hauptkomischar Franz Punz-Strunz, rekonstruiert.

Der Frankensteinkaufswagen:  Erst wütete er vor dem Supermarkt von Hellboy Höllewimmer an der Königsseer Straße. Seit zwei Jahren treibt der Frankensteinkaufswagen auf dem Triftplatz sein Unwesen.  Auf den ersten Blick schaut er aus wie ein gewöhnlicher Einkaufswagen. Das Chipfach klemmt, das Schloss auch. Das rechte Vorderrad blockiert alle paar Sekunden, sodass man kaum lenken kann. Und im Wagen liegt wahlweise ein Prospekt von vergangener Woche oder ein welkes Salatblatt.  Er ist ein Meister der Tarnung. Doch dann, nach dem Einkauf, beginnt der Horror. Sobald man ihn abgestellt hat, um den Kofferraum zu öffnen, rammt er mit Karacho das Heck. Und wieder. Und immer wieder. Dabei grölt er diabolisch: Zahlst du cash, gibt’s Crash. Zahlst du mit EC, tu ich deinem Auto weh. Sammelst du die Treueherzen, mach ich dir mit Freude Schmerzen.  

Just a Lidl Pain: Lidl lohnt sich nicht immer. Zum Beispiel, wenn man vor der Eingangstür in einem Schwarzen Loch verschwindet. So passiert am 13. August 2016. Der ahnungslose Urlaubsgast Oswald Ostmann aus Finsterwalde ging gerade einmal drei Schritte zu seinem Kraftfahrzeug, als ihm ein solches über den rechten Fuß rollte. Zeugen hörten ihn nur noch „Ei, fabibsch. Immer auf den  Rechten!“ rufen. In dem Moment wurde er von der anderen Seite von einem SUV erfasst. Der Fahrer bemerkte den Fauxpas  aber erst, als er bei einem Zwischenstopp an einer Raststätte auf Höhe Castrop-Rauxel Scheibenwasser nachfüllen wollte  und dazu Herrn O. von der Motorhaube entfernen musste. Er versicherte dem Finsterwalder glaubhaft, er sei in Berchtesgaden in ein Schwarzes Loch gefallen. Was der überzeugte Stammwähler einer rechtspopulisten Partei nach wie vor vehement leugnet. Gegenüber dem "Schmarrnzeiger" stellte er klar: "Lügenpresse! Ich wurde von rechts überholt und bin am Suff fast krepiert! Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Sieg ...!"               

Christian Fischer  

Teil I: Paranormale Parkplätze - Jurassic Parkdeck