Triathlon-Star »am Limit«: Frodeno-Sieg auf Gran Canaria

Jan Frodeno
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Siegte auf Gran Canaria: Jan Frodeno (M). Foto: JMitchell/JacVan/Activimages/dpa Foto: dpa

Jan Frodeno liefert einmal mehr ein beeindruckendes Rennen. Der Kurs liegt ihm nicht. Trotzdem: Er siegt letztlich souverän. Sein deutscher Herausforderer enttäuscht.


Mogán (dpa) - Das Siegerinterview gab Jan Frodeno im weißen Gartenstuhl neben dem Ziel. »Was für ein Rennen«, sagte der dreimalige Ironman-Weltmeister. »Spektakulär, aber ich war an meinem Limit.«

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Die sonst gewohnte Siegerpose mit dem Zielband über dem Kopf und lautem Jubelschrei musste diesmal sogar ausfallen. »Ich weiß nicht, wann ich jemals so gelitten habe«, betonte der 39 Jahre alte Triathlon-Superstar.

Die Leiden des gebürtigen Rheinländers bei der Challenge Gran Canaria hatten sich aber gelohnt. Frodeno setzte seinen Siegeszug fort und entschied en passant das Duell der deutschen Ironman-Champions ganz klar für sich: Der zweimalige Hawaii-Sieger Patrick Lange verpasste als Vierter sogar das Podest. Im Ziel blieb dem 34 Jahre alten gebürtigen Hessen nichts anderes übrig, als seinen Bezwingern zu gratulieren, die ihn auf den allerletzten Kilometern noch abgefangen hatten.

3:41:21 Stunden benötigte Frodeno für die 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen. Zweiter wurde der Spanier Pablo Dapena Gonzalez mit einem Rückstand von 1:09 Minuten. Auf Rang drei kam Frodenos australischer Trainingspartner Nick Kastelein weitere zwei Sekunden zurück. Lange fehlten 23 Sekunden auf Platz drei, Fünfter würde der Freiburger Andreas Böcherer, der Berliner Nils Frommhold rundete das insgesamt starke deutsche Ergebnis auf der Urlaubsinsel als Neunter ab.

Sechs Wochen nach seinem souveränen Sieg bei der Challenge Miami auf einem Kurs - wie zugeschnitten auf Frodeno - musste der Superstar der Szene diesmal alles aus sich rausholen. Der kurvenreiche, hügelige Radkurs, dazu eine Laufstrecke mit vielen engen Richtungswechseln - »uneben, unrhythmisch«, kommentierte Frodeno: »Der Kurs war so hart für mich.«

Frodeno war - wie immer - schon beim Schwimmen in der Spitze mit dabei und gab das Tempo vor. Lange kam etwa eine halbe Minute später aus dem Wasser. Der Rückstand wuchs auf dem Rad auf etwa eine Minute. Die Entscheidung würde aber ohnehin auf der abschließenden Halbmarathon-Strecke fallen.

Die Disziplin, die vor allem Lange für seine Aufholjagden nutzt. 2017 und 2018 hatte er so auch die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii gewonnen. 2019 beim insgesamt dritten Sieg von Frodeno nach 2015 und 2016 hatte er indes auf dem Rad bereits aufgeben müssen.

Bei Temperaturen von mittlerweile 30 Grad forcierte Frodeno das Tempo beim Laufen, zog schnell auf etwa eine Minute den engsten Verfolgern davon. Lange machte einige Plätze gut, der Rückstand auf Frodeno blieb aber zunächst bei knapp zwei Minuten. Dann zog auch er noch mal an, schnappte sich Kastelein und auch Dapena Gonzalez.

Nur halten konnte Lange den Platz nicht. Beim Zieleinlauf stemmte er irgendwie auch etwas ratlos wirkend kurz die Hände in die Hüften, dann klatschte er seine Besieger ab, die sich wie Frodeno nach dem Ende der knapp vierstündigen Strapazen auf den Rasen fallen ließen. »Es ist ein Tag zum Genießen, aber erst in 24 oder 48 Stunden«, sagte Frodeno.

© dpa-infocom, dpa:210424-99-335731/4

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