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Traunsteiner Neujahrsempfang gibt Ausblick auf ein „Jahr mit großen Herausforderungen“

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Neujahrsempfang 2019 in Traunstein
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Sieht für das noch junge Jahr 2019 große Herausforderungen und machte beim Neujahrsempfang gleichzeitig Mut: Oberbürgermeister Christian Kegel. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein – „Das Jahr 2019 hat turbulent begonnen“, blickte Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel am Freitagabend beim traditionellen Neujahrsempfang der Stadt Traunstein und ihrer Kirchengemeinden im Großen Saal des Rathauses zurück.


War der Empfang doch bereits für den 11. Januar geplant, wurde dieser aufgrund der massiven Schneefälle in der Region verschoben. Das Stadtoberhaupt nutzte die Gelegenheit und bedankte sich für das „außerordentliche Engagement“, das viele Bürger zeigten. „Der Januar hat gezeigt, wie unverzichtbar Menschen sind, die sich ehrenamtlich bei den Freiwilligen Feuerwehren und anderen Hilfs- und Rettungsorganisationen engagieren.“ In seinen Dank schloss er auch den Winterdienst und hier insbesondere die Mitarbeiter der Stadtverwaltung ein – man habe „gemeinsam das Beste gegeben, um dem Schnee in der Stadt Herr zu werden.“

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Werte für die Zukunft schaffen

Im Blick zurück auf das Jahr 2018 skizzierte er die Stadt als investitionsfreudig in Sachen Bildung. Aber auch die Traunsteiner Großbaustelle, das Kulturforum Klosterkirche, kam zur Sprache. Der Oberbürgermeister streifte kurz die Tücken, die das denkmalgeschütze Gebäudeensemble hat. Die Folge: Kostensteigerungen und verspätete Fertigstellung (zu den Artikeln: Kostensteigerungen und Verzögerungen).

Weitere Themen waren städtische Investitionen in den angespannten Wohnungsmarkt und der Bau der landkreiseigenen Turnhalle am Annette-Kolb-Gymnasium. Auch hier ist man zwischenzeitlich bei „vermutlich 13 Millionen Euro“ angelangt und visiert eine Fertigstellung bis Herbst diesen Jahres an. Diese sei für die Stadt ein Gewinn – und das nicht nur in sportlicher Hinsicht, was insbesondere den Turnverein Traunstein anbelangt. Als Versammlungsstätte kann die künftige Turnhalle für Veranstaltungen mit bis zu 500 Menschen genutzt werden.

Investitionen in Kinderbetreuung und ein mittlerer Millionenbetrag in die Abwasserbeseitigung kamen genauso zur Sprache wie auch umfangreiche Straßensanierungen. „All diese Investitionen sind von Bedeutung für Traunsteins Zukunft“, so Oberbürgermeister Kegel und förderten trotz begrenzter finanzieller Ressourcen eine nachhaltige Stadtentwicklung. „Auf die Stadt warten große Herausforderungen. Aber die Investitionen sind notwendig, damit eine Stadt wie Traunstein weiterhin lebens- und liebenswert bleibt. Wir geben nicht einfach Geld aus, wir schaffen Werte für die Zukunft.“

Man könne optimistisch in die Zukunft blicken. Kirchengemeinden, kirchliche Träger und Wohlfahrtsverbände seien entscheidend dabei beteiligt, dass man in der Stadt eine starke Gemeinschaft habe. „Sie bilden das ideelle und spirituelle Rückgrat.“ In seinen Dank an die Anwesenden rief er auch dazu auf, sich weiterhin im Ehrenamt zu engagieren.

Pianist Michael Alf begeisterte bei dem Empfang mit virtuosen Klavierklängen. Das gemütliche Zusammensein nutzen die Anwesenden nach der Rede des Stadtoberhauptes zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch.

Fotos vom Neujahrsempfang der Stadt Traunstein:

Im Glauben wie in der Politik: Vielfalt als Chance begreifen

Zuvor lud die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde zum gemeinsamen Gottesdienst ein. Im von der Kantorei musikalisch ansprechend gestalteten ökumenischen Gottesdienst betonte Pfarrer Dr. Manuél Ceglarek in seiner mit vielen Anlehnungen an die aktuelle politische Situation gehaltenen Predigt, dass es beinharte Auseinandersetzungen, Verschwörungstheorien und Fake News gerade auch schon in den Vereinigten Staaten in früheren Zeiten gegeben habe. Das ließe sich auch auf Deutschland beziehen und so stellte Ceglarek die Frage, ob unsere dynamische Gesellschaft nicht gerade jetzt in „goldenen Zeiten“ lebe.

Mit Blick auf den christlichen Glauben betonte er, dass die Bibel unterschiedlich ausgelegt werden wolle. „Christentum ist auf Vielfalt ausgelegt.“ In den verschiedenen Glaubensströmungen und -richtungen wie auch in der demokratischen Entwicklung sei es wichtig, nach einem gemeinsamen Fundament zu suchen. Kaplan Martin Gehringer betete in seinen Fürbitten für die Stadt und ihre Menschen um gegenseitige Wertschätzung untereinander und sprach ein Bittgebet für alle Menschen, die in Not seien und Hilfe brauchen. awi

 

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