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Traunsteiner Kolpingfamilie feierte Jubiläum

Traunstein. Den 200. Geburtstag ihres Gründervaters Adolph Kolping und den 160. Geburtstag der Gründung des Katholischen Gesellenvereins, heute Kolpingfamilie, nahm die Kolpingfamilie Traunstein zum Anlass, Geburtstagsgeschenke zu verteilen.

Eine Orgelpatenschaft über 2500 Euro für eine Orgelpfeife des neuen Papst-Benedikt-Orgelwerks in der Stadtpfarrkirche St. Oswald übernahm die Traunsteiner Kolpingfamilie aus Anlass ihres 160-jährigen Bestehens. Unser Bild zeigt von links Altoberbürgermeister Fritz Stahl, den Vorsitzenden des Fördervereins Orgelfreunde St. Oswald, und das Leitungsteam der Kolpingfamilie mit Christa Sammer, Sebastian Eisenreich und Isidor Rosenegger.

Nach dem Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Oswald trafen sich die Mitglieder zur Feierstunde. Die Sprecherin des Leitungsteams, Christa Sammer, erinnerte an den Lebenslauf Kolpings. Der Sozialreformer der ersten Stunde war ein volksnaher Seelsorger, Publizist und Wegbereiter der katholischen Sozialbewegung. Er sorgte sich um heimatlose Wandergesellen, die in Gesellenvereinen in der Fremde eine Art Familienersatz finden sollten. Sie sollten menschliche Zuwendung erfahren und zu tüchtigen Christen und Geschäftsleuten erzogen werden.

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Aus kleinen Anfängen wurde das internationale Kolpingwerk, vertreten in 6000 örtlichen Gruppen mit 500 000 Mitgliedern in über 60 Ländern. Das Kolpingwerk arbeitet auch heute mit an Lösungen gesellschaftlicher, wirtschaftlicher oder politischer Fragen, auf nationaler wie internationaler Ebene. Die Kolpingfamilie Traunstein, als einer dieser 6000 örtlichen Vereine, zählt in Traunstein zu den ältesten Vereinen. Den 160. Geburtstag nahm sie zum Anlass, sich und andere zu beschenken. So übernahm sie eine Patenschaft für das Papst-Benedikt-Orgelwerk. Alt-Oberbürgermeister Fritz Stahl, der Vorsitzende des Fördervereins Orgelfreunde St. Oswald, vom Leitungsteam der Kolpingfamilie konnte eine Patenschaftsurkunde in Höhe von 2500 Euro entgegen nehmen. Durch das Eingravieren der Orgelpatenschaft in die Orgelpfeife bleibt das Geburtstagsgeschenk auch für spätere Generationen sichtbar.

Mit einem weiteren Betrag, den die Kolpingfamilie dem Kinderheim St. Michael in Pudur, Indien, zugedacht hat, soll ein Stipendienstock erhöht werden, um behinderten und nichtbehinderten Jugendlichen ein Studium zu ermöglichen. Miteingebunden werden soll auch das internationale Kolpingwerk, das ja bereits in Indien vertreten ist und eine Zusammenarbeit mit dem Kinderheim zugesagt hat.

Aber auch an die örtlichen Nöte hat die Kolpingfamilie bei ihren Geburtstagsgeschenken gedacht. 1000 Euro gehen an die Bürgerhilfsstelle beim Landratsamt, wo kurzfristig schnelle Hilfe geleistet wird, da, wo die Not am größten ist.

All das ist möglich, so Sammer, weil sich viele Mitglieder ehrenamtlich einsetzen, sich an Altkleider- und Papiersammlungen und am Leeren der Container beteiligen. Der Erlös ist jeweils für soziale Zwecke bestimmt, zudem leisten die Mitglieder Beiträge, auch Spenden werden weitergegeben. »Tun wir nach besten Kräften das Beste, und Gott wird das Gute nie ohne Segen lassen«, mit diesem Zitat von Adolph Kolping beschloss Christa Sammer als Sprecherin des Leitungsteams den Abend, an dem die Kolpingfamilie Traunstein allen Anlass hatte, dankbar auf 160 Jahre zurückzublicken.