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Thurmlehenbrücke kurz vor Fertigstellung

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Marktschellenberg: Thurmlehenbrücke kurz vor Fertigstellung
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Aktuell wird das Geländer der Thurmlehenbrücke montiert. (Foto: privat)

Marktschellenberg – Die Sanierung des Thurmlehenweges mit -brücke steht kurz vor dem Ende. Noch vor dem Lockdown im März vergab der Marktgemeinderat die Arbeiten. Allerdings erschwerte die Corona-Krise dieses Vorhaben.


Wer von Schellenberg in Richtung Salzburg oder zurück fährt, kennt die Engstelle an der B 305. Bei der Brückenprüfung drei Jahre zuvor hatte das Bauwerk nicht mehr den besten Zustand. Die Umsetzung war zunächst problematisch: Das Thurmlehen ist als einziges Anwesen am Weg nur über die Brücke erreichbar. »Corona machte es uns nicht leichter«, berichtet Bürgermeister Michael Ernst. Nur ein schmaler Forstweg führt vom Betriebsgelände der Familie Leube in Richtung Bayern, doch die Grenzen waren im Mai noch geschlossen. Man kann die Bürger aber nicht ohne jegliche Zufahrt dort wohnen lassen, es geht ja schließlich auch im Notfall um Erreichbarkeit.

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Andererseits kann die Baustelle nicht aufgeschoben werden, denn im September muss das Vieh wieder zurück von der Alm zum Hof. Bürgermeister Michael Ernst freut sich, dass er mit der Landespolizeidirektion Salzburg und der Bundespolizei Freilassing gut kooperieren konnte. Trotz geschlossener Grenzen durften Anwohner über die Grenzübergangsstelle »Berndlgraben« östlich der Berchtesgadener Ache fahren. Die Bezirkshauptmannschaft Tennengau in Hallein und die Familie Leube stimmten der Nutzung des Forstweges auf österreichischem Staatsgebiet zu. Somit war ein vernünftiger Bauverlauf erst einmal möglich.

»Der begonnene Straßenbau verlief planmäßig und ohne größere Problemstellungen«, so Dipl.-Ing. Johannes Döpper von der BG Trauntal, die das Vorhaben betreut. Bei der Sanierung, bei der die Abdichtung, die Brückenkappen mit Geländer sowie der Brückenbelag abgetragen und komplett erneuert werden, wurde es hingegen komplizierter.

Die erforderlichen Arbeiten zur Betonsanierung der Widerlager sind nur bei einem Normalwasserstand möglich. Die zum Teil starken Regenfälle in den vergangenen vier Wochen haben zwischenzeitlich den Fortschritt verhindert.

Aktuell wird das Geländer montiert. Für 1. September sind die Asphaltierungsarbeiten fest eingeplant. Das Vieh des Landwirts kommt im September schon über die neue Zufahrt nach Hause.

Für den Gemeindehaushalt werden rund 490.000 Euro eingeplant. Der Markt erhält Mittel aus dem Programm der Ländlichen Entwicklung. Auch der Forstbetrieb Berchtesgaden der Bayerischen Staatsforste und der Landwirt beteiligen sich an dem Vorhaben. »Ohne die Beteiligung von Freistaat und Anwohner wäre die Realisierung kaum möglich«, resümiert Bürgermeister Michael Ernst. Er ist froh, dass trotz zunächst geschlossener Grenze und knapper Mittel das Vorhaben fast fristgerecht fertiggestellt werden kann. fb