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Teuerster Transfer dieses Winters: VfL holt Perisic

Belek (dpa) - Ivan Perisic hat ein Ziel - dass das Pokalfinale am 1. Juni VfL Wolfsburg gegen Borussia Dortmund heißt. «Darauf hoffe ich», sagte der Kroate, nachdem er als bislang teuerster Transfer dieses Winters und als erster Neuzugang der Ära Allofs/Hecking vom BVB zum VfL gewechselt war.

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Ivan Perisic (M) posiert mit Wolfsburg-Trainer Dieter Hecking (l) und Manager Klaus Allofs. Foto: Soeren Stache Foto: dpa

Der offensive Mittelfeldspieler unterschrieb einen bis 2017 gültigen Vertrag, kostet die Wolfsburger dem Vernehmen nach eine Ablösesumme von knapp acht Millionen Euro. Am Nachmittag trainierte er im Trainingslager des Fußball-Bundesligisten im türkischen Belek bereits zum ersten Mal mit seiner neuen Mannschaft.

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«Ich bin stolz, hier zu sein», sagte Perisic bei seiner Vorstellung im feudalen Mannschaftsquartier der Wolfsburger, das von oben betrachtet so aussieht, als wären mehrere Ufos am Strand der türkischen Riviera gelandet. Auf den ersten Blick könnte man auch seinen Wechsel vom deutschen Meister zum Tabellen-15. für einen Abstieg halten. Doch der 23-Jährige wirkte sehr zufrieden und selbstsicher («Platz 15 ist kein guter Platz für Wolfsburg»), als er seine erste Pressekonferenz als VfL-Spieler gab. Auch BVB-Boss Hans-Joachim Watzke bestätigte zum Abschied: «Wir hätten Ivan nicht abgegeben, wenn es nicht sein ausdrücklicher Wunsch gewesen wäre.»

In Dortmund kam der kroatische EM-Teilnehmer nicht an Stars wie Mario Götze und Marco Reus vorbei, außerdem war sein Verhältnis zu Trainer Jürgen Klopp nach seiner öffentlichen Kritik an diesem Reservistendasein stark belastet. In Wolfsburg dagegen ist Perisic als feste Größe eingeplant - das zeigt allein der stolze Preis, den sein neuer Club für ihn zu zahlen bereit war. «Ivan macht uns flexibler, er kann in der Offensive auf vielen Positionen spielen. Er wird unsere Qualität steigern», sagte VfL-Trainer Dieter Hecking.

Eigentlich ist das vordringlichste Ziel von Hecking und Sportchef Klaus Allofs, ihren Mammut-Kader erheblich zu verkleinern. Doch gerade auf den offensiven Außenpositionen konnten selbst die jetzt wieder mit 35 Profis besetzten Wolfsburger noch eine Verstärkung gebrauchen. «Wir wollen nicht in die Breite kaufen, sondern das Leistungsniveau im Kader anheben», erklärte Hecking. Perisic, an dem vor seinem Wechsel vom FC Brügge nach Dortmund vor anderthalb Jahren schon einmal die halbe Liga interessiert war, traut er genau das zu.

«Ivan ist ein Klassespieler», sagte auch sein ehemaliger Trainer Klopp. Beim BVB habe er nur keine Perspektive mehr gesehen. Perisic' Selbstvertrauen ist allerdings so groß, dass es auch unter seiner Zeit auf der Dortmunder Ersatzbank nicht gelitten hat. «Dortmund hatte großartige Ergebnisse zuletzt. Da kannst du gegen ihn (Klopp) nichts sagen», meinte er lapidar.