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Ter Stegen geht unter Tränen - «Das war sehr emotional»

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Bei Gladbachs Keeper Marc-André ter Stegen kamen nach dem Abpfiff die Tränen. Foto: Roland Weihrauch Foto: dpa

Mönchengladbach (dpa) - Marc-André ter Stegen musste sich immer wieder in die nassen Augen fassen und die vielen Tränen wegwischen.


Wiederholt drückte er Küsse auf die Raute seines Trikots. Dann fasste er sich, schnappte sich ein Mikro und stimmte für seine Fans an: «Gladbach ist der geilste Club der Welt.» Anschließend kletterte er auf die Umrandung und gab lauthals die Vorlage für das berühmte «Humba, Humba, Humba Tätärä» - und dann ging es auf eine letzte Ehrenrunde.

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Kein Wunder, dass der 22-Jährige von seinen Gefühlen überwältigt war. Nach 18 Jahren bei der Borussia nahm er vor 54 010 Zuschauern im ausverkauften Stadion seinen Heim-Abschied. «Es war sehr emotional», ließ er wissen, als er sich in den Katakomben wieder gefangen hatte. Indes: Es war schwer für ihn. Bereits bei der offiziellen Verabschiedung vor dem 3:1 (1:0) gegen den FSV Mainz brach er in Tränen aus, als ihm das Borussia-Präsidium mit Rolf Königs an der Spitze eine Bild-Collage überreichte.

Und dann? Hielt ter Stegen abermals so exzellent, wie er es seit seinem Bundesligadebüt am 10. April 2011 beim 5:1 gegen den 1. FC Köln fast immer getan hat. «Wer sind schon Casillas oder Neuer», hieß es am Samstag auf Dankes-Spruchbändern. Doch noch immer machte ter Stegen auf Geheimnis: Seinen neuen Arbeitgeber, der wohl nur FC Barcelona heißen kann, will er erst nach dem Ende dieser Saison preisgeben: «Ich will mich nicht in den Vordergrund stellen.»

Er tat es auf seine Weise und wehrte mit Ausnahme des Kopfballs von Eric Maxim Choupo-Moting zum Mainzer 1:2 (65. Minute) alles ab, was auf sein Gehäuse kam. Borussia-Torschütze Christoph Kramer, der mit dem 3:1 (77.) die Entscheidung herbeiführte, schwärmte: «Marc hat wieder sensationell gehalten.» Und weil auch Martin Stranzl (22.) und Nationalspieler Max Kruse (54.) für die Borussia trafen, war es nicht nur für ter Stegen «ein gelungener Samstag. Es gibt vieles, das ich vermissen werde.»

So einfach gehen will er aber nicht. Denn da geht noch was: Das 3:1 lässt den Borussen die Chance auf die Königsklassen-Playoffs. «Warum nicht?», kommentierte Gladbach-Coach Lucien Favre die Ausgangssituation vor dem Showdown. Verliert Leverkusen gegen Bremen und siegt Gladbach, wären ter Stegen und Co. Vierter. «Wir wollen in Wolfsburg gewinnen. Schließlich haben wir noch etwas vor», kündigte ter Stegen an. Und selbst Platz sechs wäre für Kramer, der wie Stranzl erstmals seit August wieder einen Treffer erzielte, «unter dem Strich fantastisch».

Auch für Mainz geht noch was: Dem Tabellensiebten winkt im Fernduell mit dem FC Augsburg die Europa League. «Das will sich die Mannschaft nicht mehr nehmen lassen», teilte Vereinschef Harald Strutz vor dem letzten Saisonakt mit. Ebenso sah es Trainer Thomas Tuchel, der trotz des 1:3 von «einer absoluten Topleistung» seines Teams sprach: «Wir haben den Ehrgeiz, das zu schaffen. Wir wollen mit aller Macht Platz sieben behaupten.»

Die Europa League kann kommen - bei einem FSV-Erfolg über den abstiegsgefährdeten «Dino» Hamburger SV wäre das sicher. «Wir sind total interessiert an einer persönlichen Bestleistung», äußerte sich Tuchel zuversichtlich für das Saisonfinale. «Wir haben es selbst in der Hand», meinte Strutz. Und Choupo-Moting kannte trotz der vierten Auswärtsniederlage in Serie nur eines: «Jetzt müssen wir nach vorn schauen.» Auf das Duell mit seinem Ex-Club HSV.

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