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Tatort: Die Faust

Was haben Revolutionsbewegungen in Osteuropa mit Morden in Wien zu tun? Das «Tatort»-Duo Eisner und Fellner hat diesmal einen schwierigen Fall am Wickel. Dabei haben die Ermittler auch mit internen Machtspielen zu kämpfen.

Tatort: Die Faust
Eisner (Harald Krassnitzer) und Fellner (Adele Neuhauser) am Fundort der ersten Leiche (Faris Rahoma). Foto: Hubert Mican/ARD Degeto/ORF/E&A Film Foto: dpa

Wien (dpa) - Eine spektakulär wie mysteriöse Mordserie versetzt Österreichs Hauptstadt in Aufruhr. Leichen werden demonstrativ an öffentlichen Orten zur Schau gestellt.

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Für die Wiener «Tatort»-Ermittler werfen die Opfer gleich viele Fragen auf wie der fieberhaft gesuchte Profi-Täter. Wer sind die toten Osteuropäer und wie stehen sie in Verbindung zueinander? Für Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) beginnt eine Suche in Abgründe verborgener Machenschaften. Neben der Aufklärung der Mordserie ist das Austro-Duo zudem mit internen Veränderungen beschäftigt. «Die Faust» ist an diesem Sonntag (20.15 Uhr) im Ersten zu sehen und eine der besten Wiener «Tatort»-Folgen seit langem.

Innerhalb kürzester Zeit bringt ein Killer drei scheinbar völlig unterschiedliche Menschen um. Zuerst einen tätowierten Serben, der in einer zur Vermietung ausgeschriebenen Wohnung als eine Art Jesus an einem orthodoxen Kreuz arrangiert wird. Danach wird Davit (Sebastian Pass), der unscheinbare georgische Mitarbeiter einer Großgärtnerei, in einer öffentlichen Toilette über wertvollen Talern erhängt gefunden. Er scheint seinen Tod schon befürchtet zu haben. Eine Flucht gelingt ihm nicht mehr. Schließlich muss eine junge Mutter ihr Leben lassen, bevor sie auf einem Boot theatergerecht inszeniert angekettet auftaucht.

Doch bei der jungen Frau scheint der stets voll maskierte Mörder mit weißem Lieferwagen einen entscheidenden Fehler gemacht zu haben, der ihn noch einholen könnte. Die Gefahr lauert für den Täter aber vielmehr in den eigenen Reihen. Die Ermittler bekommen von all dem nichts mit. Sie tappen völlig im Dunkeln. Das wohl absichtlich vorgetäuschte Motiv von Sexualmorden kaufen Eisner und Fellner dem gesuchten Kriminellen nicht ab. «Der spielt uns den perversen Serientäter nur vor», glaubt Eisner.

Verwertbare DNA-Spuren gibt es bei keinem Opfer. «Der will uns die Arbeit schwer machen», sagt Fellner. «Ist ihm gelungen», antwortet ihr Partner. Eine erste Fährte führt ins Leere. Erst spät im Fall laufen alle Fäden bei einem Uni-Professor (Misel Maticevic) zusammen. Die Ermittler hoffen von ihm wichtige Hinweise zu bekommen. Haben tatsächlich der US-Geheimdienst CIA oder doch russische Spione die Finger im Spiel? Und was könnten die Morde mit Revolutionsbewegungen in Osteuropa zu tun haben?

«Die Faust» ist der zweite «Tatort»-Fall für den österreichischen Regisseur Christopher Schier. Mit «Wehrlos» im vergangenen April sorgte er bereits für gute Quoten. Über 9,34 Millionen Zuschauer verfolgten damals in Deutschland, wie sich Fellner und Eisner durch einen Sumpf aus Korruption, Psychoterror, Missbrauch und Mobbing innerhalb der Polizei kämpften. Der Marktanteil lag bei 25,4 Prozent. Für den aktuellen Fall war Mischa Zickler für das Drehbuch zuständig. Er lässt interessante Nebencharaktere in der Folge auftreten.

Auch die ständigen kleinen Streitereien zwischen den Austro-Ermittlern bleiben diesmal im Hintergrund. Eisner ist für seine mürrischen Verhältnisse sogar erstaunlich gut gelaunt und bleibt gelassen. Dabei hätte er durchaus Grund für so manche Sorgenfalten: Die Polizei will sich intern neu aufstellen und eine zweite Mordabteilung installieren. «Ist doch super Moritz, jetzt hast du nur noch die halbe Arbeit», ruft ihm Oberst Ernst Rauter (Hubert Kramar) zu.

Kollege Clemens Steinwendtner (Dominik Maringer) bewirbt sich voller Elan für den neuen Job und drängt auf ein strukturierteres Arbeiten. Sehr zum Unmut von Fellner, die als Frau für die Position zumindest in Betracht gezogen werden will. Doch sollte sie den Karrieresprung schaffen, stünde die Zusammenarbeit mit Eisner vor dem Aus.

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