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»Tannhäuser oder die Venus in der Kampenwand«

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Gerd Anthoff, Conny Glogger und Michael Lerchenberg lasen im k1 »Opern auf Bayrisch« vor. (Foto: Mix)

Normalerweise dauert eine Oper leicht zwei bis drei Stunden und nimmt mitunter einen dramatischen Verlauf. Ganz anders und viel unterhaltsamer stellen sich die »Opern auf Bayrisch« von Paul Schallweg dar. Der Autor, der weit über 25 bayerische Parodien auf weltbekannte Opern verfasst hat, versteht es hervorragend, die Inhalte kurz und bündig auf den Punkt zu bringen.


In herrlichen bayerischen Mundart-Versen verfasst, spielen die Opern dann auch meist nicht irgendwo in der weiten Welt, sondern in der bayerischen Heimat des Autors; so auch die im Traunreuter k1 vorgestellte Oper »Tannhäuser oder die Venus in der Kampenwand« frei nach Richard Wagner. Die Geschichte ist allerdings schon sehr frei erzählt und hat mit dem Original von Wagner nicht mehr allzu viel zu tun.

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Der Minnesänger Tannhäuser trifft dabei nämlich auf die Liebesgöttin Venus, die in der Kampenwand lebt, und die er für lange Zeit seiner geliebten Elisabeth aus Aschau im Chiemgau vorzieht. Als er der liebessüchtigen Venus überdrüssig wird und meint, »sogar der scheenste Hintern werd moi fad«, kann er aber auch nicht mehr zur Elisabeth zurück und die Geschichte endet kurz und knapp mit dem Tod der beiden. Bei aller Tragik kommen den Zuhörern der »Opern auf Bayrisch« jedoch die Tränen vor lauter Lachen. Das Gleiche gilt für die doch ziemlich blutrünstige Geschichte um die chinesische Prinzessin »Turandot« frei nach Giacomo Puccini, in der keiner der Freier von Turandot die drei schwierigen Fragen beantworten kann und sie daher alle geköpft werden, bis endlich der Richtige kommt.

Als dritte Oper des Abends stand noch »Der Freischütz oder Wia a Jaager auf ned ganz saubere Weis zu seim Wei kemma is« auf dem Programm, die schon nach einer halben Stunde am Happyend angelangt und aus und vorbei war.

Die drei begnadeten bayerischen Schauspieler Conny Glogger, Gerd Anthoff und Michael Lerchenberg tragen ihren Teil dazu bei, dass die so witzig geschriebenen Opern beim Publikum bestens ankommen. Die drei haben sichtlich Spaß am Vorlesen, müssen oft selber herzhaft lachen und versetzen sich ganz in die Rollen der einzelnen Helden in den Geschichten.

Zu Opern gehört selbstverständlich auch Musik und die kommt bei den Opern auf Bayrisch von einem Musikerensemble bestehend aus Mitgliedern der großen Münchner Orchester um Dirigent Andreas Kowalewitz. Die Musiker müssen sehr flexibel sein, spielen sie doch einen Mischmasch aus Musikstücken und Stilen mit unglaublich raschen Wechseln. Bekannte Opernarien sind eher weniger darunter, dafür aber Dixie, Wiener Walzer, Kinderlieder, ein Cha-Cha-Cha und vieles mehr. Der Percussionist Werner Hofmeister begeistert zudem durch die Untermalung der Musikstücke mit seinen vielfältigen, eher ungewöhnlichen Instrumenten. Bei ihm kamen Kochtöpfe, Pfannen, Papiertüte, Kehrschaufel, Lachsack, Kuhglocke, leere Flaschen und vieles mehr zum Einsatz.

Erstmals wurden die »Opern auf Bayrisch« 1980 in München als Faschingsveranstaltung auf die Bühne gebracht. Aufgrund des grandiosen Erfolges wurden sie zum Dauerbrenner und inzwischen schon mehr als 300 Mal aufgeführt. Im Traunreuter k1 fand heuer bereits das dritte Gastspiel statt und sorgte für ein ausverkauftes Haus begeisterter Zuhörer. Nächstes Jahr im Oktober werden die Künstler laut Ankündigung wiederkommen und dann andere Opern vortragen, die sicherlich ebenso amüsant sind. Pia Mix

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