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Sophie und Christoph Renoth haben lange nach ihrem Traumauto gesucht und es schließlich in den USA gefunden

Tag des Ford-Mustangs: »Es geht um das Feeling«

Berchtesgaden – Er ist nicht einfach nur ein Auto. Er ist Legende, Kult, Statussymbol: der Ford Mustang. Heute begehen Fans des amerikanischen Sportwagens weltweit den Internationalen Ford-Mustang-Tag. Der »Berchtesgadener Anzeiger« sprach mit Sophie und Christoph Renoth, die sich ein solches Traumgefährt aus den USA geholt haben.

Fahren ihren Ford Mustang nur bei schönem Wetter: Sophie und Christoph Renoth. (Foto: Fischer)

Frau Renoth, Herr Renoth, warum wollten Sie unbedingt einen Ford Mustang haben?

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Christoph Renoth: Wir haben im Januar 2013 den Actionfilm »Nur noch 60 Sekunden« mit Nicolas Cage angeschaut. Eine Diebesbande muss da innerhalb eines bestimmten Zeitraums bestimmte Luxusautos klauen. Der letzte davon ist ein Mustang GT namens Eleanor. Da heben wir uns gedacht: das ist irgendwie schon ein gutes Auto. Dann haben wir angefangen zu suchen. Zunächst deutschlandweit. Hier sind Mustangs aber sehr rar und in gutem Zustand sehr teuer.

Wie wichtig ist Ihnen die Leistung bei einem Auto?

Christoph: Nicht so. Es geht um das Feeling. Der Mustang ist ein ziemlich großes Auto, vergleichbar mit einem Schiff. Man cruist halt so rum mit dem Ding. Da ist es wurscht, wie viel PS er hat.

Sophie Renoth: Uns war ja klar, dass wir keine Rennen damit fahren wollen. Es ist ein Sonntagsausflugsauto.

Auf was legt ihr mehr Wert: Aussehen oder Fahreigenschaften?

Christoph: Wir sind nur nach dem Aussehen gegangen. Das Urtypische von Autos aus den 60er und 70er Jahren ist das Kantige, das Aggressive. Die neuen Autos sind alle so rund und teils nicht so schön zum Anschauen. Und: Der V8 musste sein. Man hört ihn und man sieht ihn.

Der Mustang war natürlich auch bei der Hochzeit der beiden im Einsatz. (Foto: privat)

Ist das Auto getunt oder restauriert?

Sophie: Es ist nicht getunt. Es ist alles original. Das Auto ist in den USA restauriert worden. Wir haben lediglich defekte Leitungen getauscht und das Getriebe revidiert.

Wo und wann fahren Sie den Mustang?

Sophie: Da haben wir zwei Meinungen. Der Christoph würde in nur bei schönem Wetter an Sonntagen fahren. Ich würde ihn gerne jeden Tag fahren.

Wer hat gewonnen?

Sophie: Das sprechen wir untereinander ab.

Christoph: Er gehört jedem zur Hälfte. Also, kann jeder fahren, wann er mag. Außer bei Regen. Das geht nicht.

Nehmen Sie an Ausfahrten oder Rallyes teil?

Sophie: Sowas wollen wir mit dem Mustang nicht machen.

Christoph: Aber wir fahren zu Oldtimertreffen in der Region.

Haben Sie Tipps für Leute, die sich einen historischen Mustang zulegen wollen?

Sophie: Bloß, weil man sich das Auto leisten kann, heißt das noch nicht, dass man sich den Unterhalt auch leisten kann. Man braucht ein finanzielles Polster, zum Beispiel für Teile und Versicherung. Außerdem empfiehlt es sich, sich einen Mustang aus den USA zu holen.

Welche Autos fahrt ihr im Alltag?

Sophie: Mini.

Christoph: VW Tiguan.

Mal angenommen, Sie würden in der Lotterie ...

Christoph: Ich würde mir das gleiche Auto wieder kaufen

Sophie: Ich den GT.

Christoph: Also, den gleichen. Nur in der verschärften Form.

Sophie: Den GT, bitte.

Christoph: Oder den Fastback. Den aus dem Film. Nur in einem anderen Farbton und ohne Frontschürzen.

Ah, ja.

Christoph Renoth: Und einem anderen Spoiler. Weil, der hat so einen komischen Spoiler dran. Und den mag ich nicht.

Äh. Wie oft haben Sie diesen Film denn schon gesehen?

Sophie: Es geht nicht um den Film. Aber, wenn man sich für einen Mustang interessiert, beschäftigt man sich intensiv damit. Auch, um die Schwachstellen zu kennen.

Hat er viele davon?

Sophie: Nein, wie ein normales Auto. Er muss halt gut restauriert sein. Und man muss wissen, dass man Werkzeug für Zoll und Inch braucht.

Gefallen Ihnen alle Mustangs?

Christoph: Von 1973 bis 1987 sind sie einfach nicht schön. Dann waren sie ganz nett. Und die Neuen nähern sich dem alten Aussehen wieder an. Bullig und aggressiv.

Machen wir noch ein Spiel. Ich gebe Ihnen ein Stichwort. Und Sie müssen spontan und kurz darauf antworten.

Sophie: Ok.

Shelby.

Christoph: Nur noch 60 Sekunden.

Bullitt.

Sophie: Bullitt?

Christoph: Bullitt?

Beide: Keine Ahnung.

Ein Actionfilm mit Steve McQueen, in dem ein Mustang eine wichtige Rolle spielt. Letztes Stichwort: Camaro.

Beide (lachen): Unser nächstes Auto.

Christoph: Wie der Mustang, nur halt von Chevrolet.

Sophie: In Schwarz-Gelb. Christian Fischer