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Sturmtief verschont Feuerwehren in der Region – Umgestürzte Bäume auf A8 und Segelboot auf Fahrbahn

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Die "Ruhe vor dem Sturm": Dieses Bild machte unser Leser Sepp Niederbuchner nahe der Wasserwachtsstation in Chieming kurz bevor das Sturmtief "Burglind" über die Region hereinzog. Für einen kurzen Augenblick bahnten sich noch einmal Sonnenstrahlen durch die dunkle Wolkendecke und tauchte den Chiemsee in ein ganz besonderes Licht.

Für Mittwoch hat der Deutsche Wetterdienst schwere Gewitter und Sturmböen angekündigt. Am Vormittag zog das Sturmtief Burglind dann über den Chiemgau herein – und verschonte die Region vor starken Schäden; es kam nur zu wenigen Feuerwehreinsätzen.


Update, 14.15 Uhr:

Die Unwetterwarnungen waren umfangreich und die Feuerwehren im Landkreis Traunstein aufgrund der Wetterprognosen lange Zeit vorher informiert, dass eine einsatzreiche Zeit bevorstehen könne. Kreisbrandrat Christof Grundner versetzte die Kreisbrandinspektion und die Führungskräfte der Wehren bereits am Dienstag in Alarmbereitschaft. Doch das Orkantief Burglind verschonte den Landkreis Traunstein weitgehend vor Schäden und die Feuerwehren vor vielen Einsätzen.

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Segelboot rutscht auf Straße

Am Mittwoch um 11.30 Uhr, als die Regen- und Sturmfront von Westen den Landkreis Traunstein erreichte, war die Feuerwehr Seebruck die erste, die alarmiert wurde. "Am Seefeld steht ein Segelboot auf der Straße", so die Mitteilung der Integrierten Leitstelle Traunstein an die Seebrucker Floriansjünger.

Dort, mitten im Dorf, hatte sich ein fahrbarer Untersatz mit dem Boot darauf, selbständig gemacht und war auf die Straße gerollt. Schon zehn Minuten nach dem Alarm war das Boot wieder auf seinem ursprünglichen Platz, fest verzurrt und gesichert. Die Seebrucker Wehr beseitigte anschließend noch einen Baum, der umgestürzt und auf die Staatsstraße 2093 gefallen war.

Zur selben Zeit wurde auch die Feuerwehr Siegsdorf alarmiert, weil Äste und Bäume in der Siedlung am Venusberg und auf der Kreisstraße TS 44 nach Maria Eck liegen sollten. Doch die Feuerwehr konnte nichts dergleichen feststellen und kontrollierte daraufhin mit ihren Einsatzfahrzeugen noch weitere Straßen im Gemeindegebiet.

Bäume liegen auf der A8

Auf der Autobahn 8 meldete der Verkehrsfunk gegen 12 Uhr, dass es zwischen Traunstein/Siegsdorf und Neukirchen in beiden Richtungen wegen umgestürzter Bäume zu Behinderungen komme. Die Feuerwehren wurden zur Beseitigung dann aber nicht gebraucht, die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei sorgten für freie Fahrbahnen.

Für die Feuerwehren blieb der Mittwochnachmittag außer den Einsätzen in Seebruck und Siegsdorf völlig ruhig und ohne weiteren Unwetteralarm. So konnten sich die Wehren, vor allem die im südlichen Landkreis, wieder anderen Aufgaben zuwenden. In Vorbereitung auf den Biathlon-Weltcup fand am Mittwochabend eine Übung aller Einheiten statt, die im Falle eines größeren Schadensereignisses während der Sportveranstaltung alarmiert werden. Insbesondere wurde geübt, wo und welche Bereitstellungsplätze die verschiedenen Einsatzkräfte im Ernstfall einnehmen müssen. Auch der Einsatzstab, der bei Bedarf im Gerätehaus in Ruhpolding zusammenkommt, übte Zusammenarbeit und Koordination. pv

Update, 13.10 Uhr:

Sturmtief Burglind hat in Bayern für zahlreiche Stromausfälle gesorgt. Am Vormittag war in insgesamt rund 10 500 Haushalten der Strom ausgefallen. Gegen Mittag konnten die meisten Ausfälle behoben werden, es waren noch rund 3000 Haushalte und Betriebe in Oberbayern, Niederbayern und Unterfranken ohne Strom, so ein Sprecher der Bayernwerk AG. Größtenteils hätten herabfallende Äste oder eingestürzte Bäume Schäden an den Stromleitungen verursacht.

Besonders betroffen waren die Landkreise Pfaffenhofen an der Ilm, Weilheim-Schongau und Erding. dpa

Update, 11 Uhr:

Aufgrund einer aktuellen Sturmwarnung und der Gefahr von herunterbrechenden Ästen und umstürzenden Bäumen ist die Herreninsel am heutigen Mittwoch aus Sicherheitsgründen für Besucher komplett gesperrt. Das teilte uns die Bayerische Schlösserverwaltung am Vormittag mit. Insbesondere die Gartenanlagen dürfen nicht betreten werden. Es besteht Lebensgefahr.

Über die Mittagszeit zieht das Sturmtief Burglind über die Chiemgau-Region und sorgt für starke Regenfälle und orkanartige Böen.

Vorbericht:

Mit bis zu 140 Stundenkilometern fegen am Mittwoch orkanartige Böen über die Chiemgau- und Voralpenregion. Gepaart mit starken Niederschlägen beschert uns das Sturmtief Burglind einen turbulenten Tag.

Vor Unwetter, Sturm und sogar Orkanböen warnt der Deutsche Wetterdienst am heutigen Mittwoch zwischen 6 und 16 Uhr im Chiemgau und dem Berchtesgadener Land.

In den Morgenstunden nimmt der Wind, der bereits am Dienstagabend gegen 22 Uhr einsetzen soll, deutlich zu. Ab dem Vormittag sind verbreitet schwere Sturmböen um die 100 km/h wahrscheinlich. Bei kräftigen Schauern und Gewittern treten vorübergehend orkanartige Böen bis 115 km/h auf, auch Orkanböen über 120 km/h sind nicht ausgeschlossen. Im Schwarzwald und in den Alpen kommt es oberhalb von 600 Metern sogar zu extremen Orkanböen mit einer Geschwindigkeit über 140 Kilometern pro Stunde.

Im Süden muss verbreitet mit Sturmböen, teils auch schweren Sturmböen, in den Gipfellagen mit Orkanböen gerechnet werden. In Verbindung mit einzelnen Gewittern sind auch in tiefen Lagen einzelne orkanartige Böen nicht ausgeschlossen. Die Temperaturen klettern tagsüber auf bis zu 9 Grad in Waging am See und 7 sowie 8 Grad in Ruhpolding und Chieming.

In der Nacht zum Donnerstag bleibt es wolkenreich und im Süden und Osten anfangs auch noch stürmisch. Gebietsweise ziehen schauerartige Niederschläge durch, wobei die Schneefallgrenze von Nordwesten wieder auf rund 600 Meter absinkt. Die Temperatur in der Region geht auf 4 bis 6 Grad zurück.

red/DWD/fb