weather-image

Streit um wertvolles Dressurpferd beigelegt

Eine Pferdebesitzerin und eine Tierklinik haben sich jahrelang um vermeintliche Behandlungsfehler an einem prämierten Dressurpferd gestritten. Nun einigten sie sich vor Gericht.

Oberlandesgericht in München
Oberlandesgericht in München. Foto: Tobias Hase/Archiv Foto: dpanitf3

München (dpa/lby) - Im Streit über angebliche Behandlungsfehler an einem wertvollen Dressurpferd haben sich die Besitzerin und eine Tierklinik am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht (OLG) München geeinigt. Die Klinik zahlt der Eigentümerin der goldprämierten Stute Shirly 8000 Euro. Die Besitzerin hatte ursprünglich mehr als 42 000 Euro Schadenersatz für die Tierarztkosten und den Wertverlust des Pferdes gefordert.

Anzeige

Die Pferdehalterin hatte Shirly auf einer Elite-Auktion ersteigert und in der Dressur ausgebildet. Wegen Lahmheit der Stute im vorderen rechten Bein brachte sie das Tier im Januar 2014 in die Klinik im Landkreis München, wo eine Ringbandverengung diagnostiziert wurde. Kurz darauf wurde Shirly operiert. Doch die Wunde entzündete sich. Außerdem infizierte sich das Tier auch noch mit einem multiresistenten Keim. Das Dressurpferd wurde nicht mehr voll belastbar. 

Die Besitzerin warf der Klinik Behandlungsfehler, mangelnde Aufklärung und mangelnde Hygiene vor. Die Klinik bestritt die Vorwürfe. Die Behandlung sei sachgemäß und fehlerfrei gewesen. Vielmehr habe die Besitzerin die Verbandswechsel nicht steril ausgeführt. 

Das Pferd kam bei einem Unfall ums Leben. In erster Instanz hatte das Landgericht München I die Klage abgewiesen, weil das Tier zum Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung im November 2016 schon tot war - und damit kein Vermögensschaden mehr bestanden habe. Das OLG war anderer Meinung. Das Landgericht habe es sich sehr einfach gemacht. «Wenn ein Schaden entstanden ist, fällt er nicht weg, nur weil das Pferd tot ist», sagte der Vorsitzende Richter.