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Stoiber-Imitator spielt den Smutje

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Kabarettist Wolfgang Krebs kommt am Dienstag, 5. März, nach Berchtesgaden. Foto: Agentur Wolfgang Krebs

Berchtesgaden - Kabarettist Wolfgang Krebs ist gelernter Postler. Erst später machte er das Abitur nach, wurde Marketingleiter bei ProSieben und Sat.1. Bekannt ist Krebs vor allem als Stoiber-Imitator. Nach dessen Rücktritt parodierte er auch seine Nachfolger Günther Beckstein und Horst Seehofer - unter anderem in »quer«, einer Sendung im Bayerischen Fernsehen. Am Dienstag, 5. März, um 19.30 Uhr macht Krebs Station in Berchtesgaden. Die Heimatzeitung hatte im Vorfeld, während der Nockherberg-Vorbereitungen, Gelegenheit, sich mit dem Kabarettisten zu unterhalten.


Süßwasserkapitän, Schiffsheizer, Smutje oder Schlagerstar - Sie schlüpfen in Ihrem neuen Programm in jede Menge Rollen - und erkunden den politischen Ozean. Was war die Idee für Ihr neues Programm?

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Wolfgang Krebs: Alle Parteien sitzen mit dem bayerischen Wähler in einem Boot. »Drei Mann in einem Dings« verbreitet nebenbei ein bisschen Urlaubsatmosphäre und das tut angesichts des wechselnden Kurses des Ministerpräsidenten immer gut.

Steckt wirklich Seefahrerblut in Ihnen?

Krebs: Ich bin am Ammersee geboren und war schon als Kind gern auf den Ausflugsdampfern unterwegs.

Die »Dreifaltigkeit« der bayerischen Ministerpräsidenten ist in Berchtesgaden auch mit von der Partie: Stoiber, Beckstein, Seehofer. Was zeichnet sie aus, warum funktionieren die drei vor Publikum so gut?

Krebs: Jeder der drei bringt eine andere Sichtweise auf die bayerische Politik mit sich. Aber es kommt ja auch Christian Ude überraschend zu Besuch. Ich spiele insgesamt acht Personen in schnellem Wechsel und das ist für die Zuschauer immer sehr lustig.

Die Politiker-Doubelei liegt Ihnen ganz besonders. Seit Jahren schlüpfen Sie in die Rollen bekannter politischer Persönlichkeiten: Wie haben Sie diese für sich entdeckt?

Krebs: Schon früh in der Schule habe ich Politiker und Lehrer imitiert. Nachdem ich eine Lehre zum Postboten abgeschlossen hatte, bin ich auf dem zweiten Bildungsweg gewesen und habe danach jahrelang TV-Werbung für ProSieben und Sat.1 vermarktet. Bei diesem Job steht man unter hohem Erfolgsdruck. Mein Ausgleich war immer das Heimattheater, bei dem ich in verschiedenen Vereinen mitgespielt habe. 2004 wurde ich vom Bayerischen Fernsehen entdeckt und seit 2008 bin ich ins Profilager gewechselt. Seitdem ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe, habe ich jeden Tag großen Spaß an meiner Arbeit.

Auch wenn man Sie nicht sieht: Im Bayerischen Fernsehen sind Sie jede Woche in der Sendung »quer« als bayerischer Ministerpräsident und kommentieren das Geschehen. Wie viel Krebs’sche Meinung findet sich darin?

Krebs: Sehr viel, auch wenn ein erheblicher Teil des Beitrages von der quer-Redaktion kommt, so ist die Zusammenarbeit mit dem Moderator Christoph Süß und den quer-Mitarbeitern sehr schön. Ich kann mich mit vielen Ideen einbringen.

Wie entsteht ein abendfüllendes Programm wie das Ihre? Hinsetzen, grübeln, niederschreiben?

Krebs: Das Programm entsteht immer wieder beim Lesen der Zeitung. Besonders die bayerischen Politiker liefern jeden Tag genug Nachschub.

Waren Sie schon privat in Berchtesgaden? Wie gefällt Ihnen die Gegend?

Krebs: Ich war schon öfters in Berchtesgaden. Es ist die schönste Region Bayerns und ich freue mich auf meinen Besuch nächste Woche. Kilian Pfeiffer

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