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Stichwort: Die Praxisgebühr

Berlin (dpa) - Seit 2004 müssen gesetzlich Versicherte in Deutschland pro Quartal bei jedem ersten Gang zum Arzt 10 Euro bezahlen. Ausnahmen sind Vorsorgeuntersuchungen. Zahnärzte und Psychotherapeuten erheben die Gebühr noch einmal extra.

Praxisgebühr
Die Praxisgebühr gibt es seit 2004. Foto: Armin Weigel/ Symbol Foto: dpa

Nach der Zahlung in einer Praxis können sich Patienten für den Rest des Quartals in der Regel kostenlos zu anderen Ärzten überweisen lassen.

Die Einnahmen aus der Praxisgebühr fließen den Krankenkassen zu und betragen pro Jahr mehr als eine Milliarde Euro. Der Chef der Techniker Krankenkasse, Norbert Klusen, spricht sogar von rund 2,8 Milliarden Euro.

Wie die Zuzahlung bei Arzneimitteln sind diese Einnahmen eine Eigenbeteiligung der Versicherten an den Gesundheitskosten. Befreit davon sind Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit sehr geringem Einkommen.

Ursprünglich sollte die Praxisgebühr verhindern, dass Patienten bei jedem Schnupfen zum Arzt gehen. Der Plan ist aber nicht aufgegangen. Nach einer Studie der Krankenkasse Barmer GEK aus dem Jahr 2010 gehen die Deutschen rund 18 Mal im Jahr zum Arzt - zweimal mehr als noch 2004. Das ist weltweit ein Spitzenwert.

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