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Stellungnahme gegen Luxus-Neubau

4.2
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Berchtesgaden Villa Schön
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Verwaltungsrechtler sprechen sich gegen das Villa-Schön-Projekt aus. (Archivfoto: Pfeiffer)

Berchtesgaden – Die Kreisgruppe des Bund Naturschutz hat im Genehmigungsverfahren des umstrittenen Neubaus einer Wohnanlage auf dem Gelände Villa-Schön eine umfangreiche Stellungnahme durch die Rechtsanwaltskanzlei Baumann beim Landratsamt Berchtesgadener Land einreichen lassen. Die vom Bund Naturschutz beauftragte Fachanwaltskanzlei für Verwaltungsrecht hat die Unterlagen im Baugenehmigungsverfahren sachlich und rechtlich überprüft und kam zu dem Ergebnis, dass das Vorhaben nicht genehmigt werden kann.


Zum einen handle es sich bei dem geplanten Baugrundstück um eine sogenannte Außenbereichsinsel im Innenbereich. In der Stellungnahme an das Landratsamt wurde die Außenbereichslage ausführlich begründet und dokumentiert. Demnach darf im Außenbereich einer Gemeinde nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen gebaut werden. Diese Voraussetzungen liegen scheinbar im vorliegenden Fall nicht vor. Gegen das Vorhaben sprechen laut Kanzlei naturschutzrechtliche Gesichtspunkte. Die geplante und erhebliche Reduzierung des Baumbestandes würde massiv in den Naturhaushalt und in das Landschaftsbild eingreifen, ohne dass ein entsprechender Ausgleich vom Landratsamt gefordert werden würde.

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Zum anderen sei durch das Projekt die Verletzung artenschutzrechtlicher Vorgaben zu befürchten, heißt es weiter. Hinreichende Untersuchungen über den zweifelsfrei vorhandenen Bestand schützenswerter Arten hat der Bauwerber nicht vorgelegt. »Eine Genehmigung des Bauvorhabens durch das Landratsamt mit dem jetzt zugrunde liegenden Bauantrag würde mit Gewissheit zu einem eklatanten Verstoß gegen geltende Rechtsbestimmungen führen«, heißt es in der Pressemitteilung der Rechtsexperten.

Darüber hinaus müssten die Anwohner der Bayerstraße – im Falle der Genehmigungserteilung – damit rechnen, unzumutbaren Lärmbeeinträchtigungen ausgesetzt zu werden. Insbesondere würden Mindestabstände zwischen Bebauung und Parkplätzen nicht eingehalten. Außerdem entspreche die Planung der Tiefgaragenzufahrt nicht dem aktuellen Stand der Technik. Sollte das Landratsamt das Projekt genehmigen, wird sich laut Anwaltskanzlei ein Verwaltungsgericht mit der Angelegenheit beschäftigen müssen. cfs