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Steht Bad Reichenhall vor einer neuen Blütezeit?

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Das ehemalige Hotel »Panorama« soll ein Tagungszentrum werden. Max Aicher investiert aktuell rund 6 Millionen Euro in das Projekt. (Foto: Spranger)

Bad Reichenhall – Bad Reichenhall »könnte 2018 wieder eine Million Übernachtungen erreichen«, bekräftigt Dr. Brigitte Schlögl, seit Frühjahr 2018 als Mit-Geschäftsführerin der Berchtesgadener Land Tourismus für die Marke Bad Reichenhall und das Stadtmarketing verantwortlich. Der Aufschwung wird in den nächsten Jahren sogar noch deutlich zulegen, denn in der Alpenstadt stehen gleich sieben große Hotelprojekte an.


Das bedeutet in den nächsten fünf Jahren eine deutliche Steigerung der Hotelkapazitäten. Kann das Staatsbad dann wieder an die »Goldenen Jahre« vor der Gesundheitsreform anknüpfen, als es in der Hochzeit noch 1,7 Millionen Übernachtungen jährlich verbuchte?

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Größtes und vielleicht wichtigstes Hotelprojekt für Bad Reichenhall wird der Neubau des Hotels »Luisenbad« werden, der bis zum Frühjahr 2021 fertig sein soll. Der Hotelneubau zwischen Fußgängerzone und Ortenau-Park soll insgesamt eine Kapazität von 136 Zimmern mit 300 Betten haben, sowie einen Wellnessbereich und ein Restaurant mit Gastgarten. Darüber hinaus entstehen drei weitere Gebäude mit 62 Wohnungen, sechs Ferienwohnungen und Gewerbeflächen.

Ein weiteres Leuchtturmprojekt wird das »Berghotel Predigtstuhl«. In die Bergbahn, das Restaurant und die Infrastruktur haben die Eigentümer, die Familien Posch und Aicher (Josef und Marga Posch GmbH & Co. KG) bereits 3 Millionen Euro investiert. Aktuell wird das Berghotel aus den 30er-Jahren modernisiert. In den nächsten zwei Jahren entstehen 30 Luxuszimmer, was der bisherigen Kapazität des alten Hotels entspricht.

6 Millionen Euro für ein Tagungszentrum

Fast in Vergessenheit geraten ist das ehemalige Hotel »Panorama« mit 79 Zimmern, einem Wellnessbereich, großem Tagungsraum und einer Panorama-Gaststätte, das zuletzt unter dem Namen »Golden Tulip« geführt wurde und seit Jahren leer steht. 2017 hat es der Unternehmer Max Aicher gekauft. Das Hotel als solches wird aus dem Dornröschenschlaf auch nicht mehr erwachen, der Unternehmer hat andere vielversprechende Pläne und will sie bis zum Frühjahr 2019 umsetzen. Das ehemalige Hotel »Panorama« soll ein Tagungszentrum werden. Rund 6 Millionen Euro werden in die Modernisierung investiert.

Ein drittes, nicht minder exponiertes Hotel ist das mittlerweile zu einer Bauruine verfallene »Alpenhotel Fuchs«, das wieder erstehen soll. 40 Millionen Euro wollen die neuen Eigentümer investieren und neben dem Hotel auch einige Chalets in der so idyllischen Lage oberhalb der Nonner Kirche errichten. »Schon im Januar möchten die neuen Besitzer, zwei Unternehmer aus Salzburg und Regensburg, ihre Pläne im Stadtrat präsentieren«, erzählt der Bad Reichenhaller Unternehmer Karl Reichinger, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Hotel Nonn 50, von der sie das 30 000 Quadratmeter große Areal erworben haben.

Ruhig ist es zwischenzeitlich um ein Thermenhotel in Bad Reichenhall geworden, doch Thermengeschäftsführer Dirk Sasse schiebt das Projekt aus Überzeugung an, allerdings bremst er die zeitlichen Erwartungen. »Wir müssen im Bebauungsplanverfahren nochmals verkürzt die Pläne öffentlich auslegen, um letzte Details zu klären. Der Stadtrat wird dann hoffentlich einen Satzungsbeschluss herbeiführen, erst dann kann es weitergehen. Seit Jahren bedrängen mich einige Investoren, doch wir können nicht abkürzen«, bedauert Sasse. Das nicht vor 2023 zu realisierende Thermenhotel soll über 90 Zimmer mit 220 Betten verfügen und die klare Wellness-Ausrichtung mit einem kleinen Tagungsangebot ergänzen.

Findet das Hotel »Hofwirt« einen Investor?

Ein Schmuckstück der Stadt könnte das unter Denkmalschutz stehende Hotel »Hofwirt« werden, direkt gegenüber dem Karlspark, fünf Gehminuten vom Bahnhof und der Fußgängerzone entfernt. Eigentümer ist seit 2014 die Kur-Bau & Alpenland Immobilien GmbH, die es von der Stadt Bad Reichenhall kaufte. Die Kur-Bau realisierte rasch Pläne für das Anwesen, wollte das alte Haus modernisieren und mit einem Neubau verbinden, um so eine Kapazität von mindestens 100 Zimmern zu schaffen.

Durch den plötzlichen Tod des Eigentümers der Kur-Bau aber kam alles ganz anders. Geschäftsführerin Alexandra Williams sah sich im Jahr 2015 plötzlich mit dem großen Projekt konfrontiert. »Wir haben in dieser Zeit intensiv an der Revitalisierung der Alten Saline gearbeitet, die uns bis heute begleitet. Beim Hotel »Hofwirt« und dem geplanten Erweiterungsbau brauchen wir einen Investor und Betreiber und unsere Suche danach dauert bis heute an.«

Wird in das Hotel Axelmannstein investiert?

Das »Axelmannstein« könnte eigentlich ein Traumhotel mit eigenem Park im Herzen der Kurstadt sein. Hier ist die Wiege des Heilbades Bad Reichenhall zu finden. Ein hoher Investitionsstau führte aktuell zur Sperrung eines Gebäudeteils. Es bleibt abzuwarten, ob in das einstige 5-Sterne-Hotel investiert wird oder sich der Verfall des unter Denkmalschutz stehenden Hauses fortsetzt. Bereits 2008 hatte sich Steigenberger »wegen eines intensiven Investitionsstaus« von dem Grandhotel getrennt. Dann firmierte es als »Radisson Blu Axelmannstein« und wird seit 2014 als »Wyndham Grand Bad Reichenhall Axelmannstein« mit nur vier Sternen betrieben. Gerd Spranger