Stall niedergebrannt: Vier Tiere verenden – Polizist schießt auf schwerverletzte Kuh

Ein Blaulicht leuchtet auf einem Einsatzwagen der Feuerwehr
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Foto: picture alliance / Stephan Jansen/dpa/Symbolbild

Bad Feilnbach – Ein Brand in einem landwirtschaftlichen Nebengebäude in der Gemeinde Bad Feilnbach im Landkreis Rosenheim brach am gestrigen Mittwochabend gegen 20.30 Uhr aus. Der Stall brannte komplett nieder, fünf Rinder starben. Die Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim ermittelt.


Um kurz nach halb neun Uhr abends wurde der Brand eines landwirtschaftlichen Stalls im Bad Feilnbacher Ortsteil Au bei Bad Aibling über Notruf der Integrierten Leitstelle mitgeteilt. Ein Großaufgebot der örtlichen und umliegenden Feuerwehren sowie Rettungsdienste des Bayerischen Roten Kreuzes eilten zum Brandort.

Den Feuerwehren gelang es, ein Übergreifen der Flammen auf das nahegelegene Wohnhaus zu verhindern. Der Stall und ein weiteres Nebengebäude brannten jedoch komplett nieder.

Nach Ausbruch des Brandes, dessen Ursache noch unklar ist, trieben die Anwohner die im Stall befindlichen Rinder ins Freie. Vier Kälber konnten aus den Flammen jedoch nicht mehr gerettet werden. Eine weitere Kuh, die den Stall offenbar nicht mehr selbst verlassen konnte, hatte durch das Feuer bereits schwere Brandverletzungen erlitten und sollte auf ausdrücklichen Wunsch des geschädigten Landwirts durch einen Polizeibeamten der Polizeiinspektion Brannenburg mit Schüssen von ihrem Leiden erlöst werden.

Der Beamte gab deshalb mehrere Schüsse mit seiner Dienstpistole auf den Kopf des bereits liegenden Tieres ab. Da die Kuh durch die Schüsse jedoch noch nicht getötet wurde, schläferte ein kurz darauf eingetroffener Tierarzt die Kuh schließlich ein.

Die Löscharbeiten dauerten bis spät in die Nacht und mussten durch einen Baggereinsatz, der für Abrissarbeiten notwendig war, unterstützt werden. Wegen der starken Rauchentwicklung wurde die Bevölkerung in der näheren Umgebung des Brandorts mit einer Warnmeldung zwischenzeitlich gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Wegen möglicher Glutnester in den Gebäuderesten stellte die Feuerwehr eine entsprechende Brandwache bis in die Morgenstunden.

Sechs Anwohner und Nachbarn klagten über leichte Atembeschwerden aufgrund der Rauchgase, mussten jedoch nicht medizinisch behandelt werden. Der entstandene Sachschaden wird derzeit im mittleren sechsstelligen Bereich geschätzt.

Noch in den Abendstunden übernahm der Kriminaldauerdienst der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim die ersten Ermittlungen am Brandobjekt, welche nun durch das zuständige Fachkommissariat 1 fortgesetzt werden. Zur Klärung der momentan noch unklaren Brandursache werden auch speziell geschulte Brandfahnder der Spurensicherung hinzugezogen.

fb/red