weather-image

Sportausschussvorsitzende: Drygalla auf Tagesordnung

Berlin (dpa) - Der Fall um die Ruderin Nadja Drygalla soll im Sportausschuss des Deutschen Bundestages diskutiert werden, kündigte die Gremiums-Vorsitzende Dagmar Freitag am Montag an.

«Fall Drygalla»
Ruderin Nadja Drygalla beschäftigt auch den Sportausschuss des Bundestages. Foto: Bernd Wüstneck Foto: dpa

«Ich habe den Fraktionen vorgeschlagen, dass wir auch diesen Vorfall mit auf die Tagesordnung nehmen», sagte die SPD-Politikerin im ZDF-Morgenmagazin. «Denn ich denke, wir sollten alle ein gemeinsames Interesse haben, dass sich solche Vorfälle in Zukunft nicht wiederholen können.»

Anzeige

So etwas müsse im Vorfeld geklärt werden, auch im Sinne der Athletinnen und Athleten, meinte Freitag. Der Sportausschuss werde sich möglichst schnell, das heißt Ende September, mit der Nachbetrachtung der Olympischen Spiele in London beschäftigen.

Die Sportausschussvorsitzende hat in der Debatte um die Ruderin Nadja Drygalla mögliche Informationslücken kritisiert. «Es scheint zwar so zu sein, dass der Deutsche Olympische Sportbund als Dachverband tatsächlich nichts gewusst hat, aber dann stellen sich natürlich ganz ernsthafte Fragen nach den Kommunikationsstrukturen im deutschen Spitzensportsystem», sagte die SPD-Politikerin am Montag im ZDF-Morgenmagazin.

Der Vorsitzende des Landessportbundes Mecklenburg-Vorpommern, Wolfgang Remer, hatte zuletzt gesagt, das man seit über einem Jahr davon wisse, dass «es Probleme gibt» mit Drygallas Freund gebe. Der Landessportbund soll den Deutschen Olympischen Sportbund demnach aber nicht informiert haben. «Auf die Idee sind wir gar nicht gekommen. Denn mit der ganzen Olympia-Mannschaft haben wir letzten Endes gar nichts zu tun», sagte Remer. Auch im Ruder-Landesverband von Mecklenburg-Vorpommern wusste man «seit vielen Jahren» von der Beziehung, hatte Präsident Hans Sennewald gesagt.

«Es ist auf jeden Fall klar, dass andere etwas gewusst haben müssen», sagte Freitag. «Die Athletin ist dem Olympiastützpunkt in Mecklenburg-Vorpommern zugeordnet, da gibt es einen OSP-Leiter, da gibt es Laufbahn-Berater, die müssen merken, wenn eine Athletin plötzlich ihren Job verliert», betonte Freitag. Drygalla war im September 2011 aus dem Polizeidienst ausgeschieden war.

Drygalla hatte nach Bekanntwerden ihrer Beziehung zu Michael Fischer, Direktkandidat der rechtsextremen NPD in Rostock zur Landtagswahl 2011, das Olympische Dorf verlassen. In einem Interview der Nachrichtenagentur dpa hatte sie am Sonntag gesagt, dass Fischer seit Mai 2012 kein NPD-Mitglied mehr sei. Er habe «persönlich mit dieser ganzen Sache gebrochen und sich verabschiedet», sagte Drygalla.

Die Ruderin aus dem Deutschland-Achter betonte dabei auch, dass sie selbst keine Verbindung in Fischers Freundeskreis und diese Szene gehabt habe. Sie spreche sich gegen rechte Ideologie aus.