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Sounddusche - der Name ist Programm

»Sounddusche«: Der Name ist Programm, weniger in Form von Bierbechern, die ins Publikum geworfen werden als vielmehr in Form von »guter Mucke« – keine Berieselung, sondern guter, satter Sound-Strahl, der sich von der Bühne ausbreitet. »Sounddusche«, eine junge Formation aus dem Chiemgau (Fridolfing, Teisendorf, Traunstein), gibt es seit Anfang 2011. Angelika Schauer hat weitere sechs Musiker um sich geschart, die ein wahrhaft großes Repertoire an Songs im Tank haben. Beim Konzert im Cafe Weinmüller in Siegsdorf waren insgesamt 7 Musiker auf der Bühne: Schlagzeug, Gitarre und Bass sind obligat, ergänzt wird dieses Trio mit Saxophon und Trompete, hinzu kommt zweistimmiger Gesang von Angelika und Marina. Fertig ist der wohlig warme Strahl an Hits. Eröffnet wurde das Konzert mit »If you love like you say« von Albert Collins, gefolgt von einem Aretha-Franklin-Gassenhauer und dem musikalisch so hochwertigen »Chan Chan« vom Buena Vista Social Club. Das Eis war gebrochen. Die Stimmung im Weinmüller war auf gewohnt hohem Niveau, anfänglich noch mit etwas leeren Reihen, sollte sich das Lokal dann aber doch schnell füllen und die rechte Raumtemperatur zum Duschen erreicht werden.

Die jungen Musiker der »Sounddusche« brachten Stimmung in das Cafe »Weinmüller«

Songs von Eric Clapton (»Layla«) oder die Schmetterhits von Melissa Etherigde (»Like the way I do«, »Bring me some water«) sorgten für entsprechenden Funkenschlag. Auch das hervorragend dargebotene »Black Velvet« von Alannah Myles überzeugte. Manche Songs waren erst nach genauerem Hinhören zu identifizieren, hier hatte der Soundduschen-eigene-Konfigurator zugeschlagen, was aber nicht von Nachteil war. Gelegentlich, nein äußerst selten, im Grunde nur einmal kam aus den Blasinstrumenten der Hauch einer Schieflage, was bei der Enge auf dem Podium vielleicht auch nicht weiter verwundern mag.

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»Ironic« von Alanis Morissette oder »Gimme some lovin« und das legendäre »Soul Man« von den Blues Brothers waren ebenso umjubelt wie das neuzeitliche »Mercy« von Duffy oder das längst vergangene »Hey Joe« vom guten alten Jimi Hendrix. Als Lenny Kravitz mit »Fly away« hervorgeholt wurde, dem kurz darauf »Proud Mary« folgte, waren auch die letzten Gäste im Weinmüller von der »Sounddusche« ordentlich durchnässt und allesamt glücklich und zufrieden. Kurzum: ein tolles Konzept, ein toller Sound und ein umfangreiches, 42 Stücke (!) umfassendes Programm. Das war ein perfekter Einstieg in die neue Konzertsaison. Udo Kewitsch