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Soldat für vier Tage

Bischofswiesen (Bw) - Fünf junge Frauen und Männer absolvierten kürzlich ein freiwilliges Schnupperpraktikum in den Bundeswehrstandorten Bischofswiesen und Bad Reichenhall. Dabei informierten sie sich über die vielfältigen Berufsbilder der Bundeswehr, um sich eventuell in naher Zukunft für eine Arbeitsstelle in den Streitkräften zu bewerben. Zudem konnten die Praktikanten am eigenen Leib die körperlichen Anforderungen erleben, welche an den Soldatenberuf gestellt werden.

Auch Klettertraining war bei den Truppenbesuchstagen geboten. Foto: Bundeswehr

Bei der Ankunft in der Hochstaufen-Kaserne in Bad Reichenhall wurden die vier Männer und eine Frau, die aus allen Teilen Deutschlands stammten, von Oberleutnant Marc Müller empfangen, der sie auch die gesamte Woche über begleitete und anleitete. Der erste Gang führte die Gruppe in die Truppenküche, die zum Mittagessen eine vielfältige Speisenauswahl zur Verfügung stellt. Im Anschluss richteten sich die fünf Praktikanten auf den Stuben ein, die für die nächsten Tage ihr Zuhause sein sollten.

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Bei der darauf folgenden Begrüßung durch den stellvertretenden Bataillonskommandeur des mit der Organisation der Truppenbesuchstage beauftragten Gebirgsfernmeldebataillons 210, Oberstleutnant Ralf Scharfenberger, blitzte bereits der große Wissensdurst der Teilnehmer auf. Die nächsten Tage hatten einen militärischen Zeitrahmen, gegen 6.00 Uhr wurde geweckt und zum Frühstück gegangen, damit das Tagesprogramm pünktlich um 7.30 Uhr beginnen konnte. Der Tag endete im Regelfall um 16.30 Uhr, wobei danach ein Betreuungsprogramm auf freiwilliger Basis angeboten wurde.

Der Mittwochmorgen begann mit dem Basis-Fitness-Test, einem standardisierten Sporttest der Bundeswehr, der aus drei Disziplinen besteht. Später wartete ein Besuch im Einsatz- und Ausbildungszentrum für Gebirgstragtierwesen 230 auf die Praktikanten, die hier von Oberfeldwebel Tobias Gaedtke begleitet wurden. Die großen Stallanlagen, die Veterinärstation mit Operationssaal, die bundeswehreigene Schmiede und nicht zuletzt die Maultiere, die »Mulis«, zeigten den Teilnehmern eindrucksvolle Bilder, die direkt mit verschiedenen Berufen wie Tragtierführer, Tierarzt oder Hufschmied verknüpft werden konnten.

Am Nachmittag verlegte die Gruppe nach Bischofswiesen in die Jägerkaserne des Gebirgsjägerbataillons 232. Dort wurde von Hauptfeldwebel Tobias Rehmeier ein gepanzertes Transportkraftfahrzeug mit dem Namen »Boxer« vorgestellt. Im Anschluss gab es eine lockere Gesprächsrunde mit Vertretern der Gebirgsjäger und Mannschaftssoldaten der Gebirgsfernmelder, in der über berufliche Möglichkeiten, wie den Heeresbergführer, den Hochgebirgszug oder Fernmeldesoldaten, gesprochen wurde.

Am Donnerstag, wieder zurück in der Hochstaufen-Kaserne, wurden weitere Berufsbilder und Werdegänge des Gebirgsfernmeldebataillons 210 vorgestellt. Zwei Unteroffiziere präsentierten hierbei ihren Lebenslauf mit Erfahrungen aus Auslandseinsätzen sowie Fachausbildungen und standen für die zahlreichen Fragen der jungen Praktikanten zur Verfügung. Der Höhepunkt dieses Tages war ein Bergmarsch unter der Leitung von Heeresbergführer Oberstabsfeldwebel Jörg Titze, der aufgrund der Wetterlage allerdings nur zur Bildstöckl-Kapelle am Predigtstuhl führen konnte. Am Nachmittag blieb man bei der Thematik Berg und die Praktikanten konnten in der Kletterhalle der Hochstaufen-Kaserne einen ersten Kontakt mit der Ausrüstung sowie der Kletterwand herstellen.

Der Abreisetag begann für die junge Frau und die jungen Männer mit einem Vortrag des Karrierecenters Traunstein, bei dem Fragen zu Karrieremöglichkeiten in den gesamten Streitkräften beantwortet wurden. Nach der offiziellen Verabschiedung durch Oberstleutnant Ralf Scharfenberger nahmen die Praktikanten noch an einem typischen Wochenabschlussantreten teil, bevor sie ihre Heimreise antraten.