weather-image
-2°

So funktioniert Ayurveda als Ernährungskonzept

0.0
0.0
Ayurvedische Gewürze
Bildtext einblenden
Gewürze spielen in der ayurvedischen Küche eine wichtige Rolle. Foto: Anneliese Kompatscher/AT Verlag/www.at-verlag.ch Foto: dpa
Grüne Bohnen in Ingwerschaum
Bildtext einblenden
In der ayurvedischen Küche finden sich auch viele leckere vegetarische Gerichte wie diese grünen Bohnen in Ingwerschaum. Foto: Sabine Mader/AT Verlag/www.at-verlag.ch Foto: dpa
Ayurvedische Hackbällchen
Bildtext einblenden
In der ayurvedischen Küche geht es nicht um Verzicht. Nicky Sitaram Sabnis schlägt in seinem Kochbuch zum Beispiel Hackbällchen mit Sesam vor. Foto: Anneliese Kompatscher/AT Verlag/www.at-verlag.ch Foto: dpa
Ayurvedische Waffel
Bildtext einblenden
In der ayurvedischen Küche geht es nicht um Verbote. Auch Süßes ist erlaubt - wie etwa Zitronengras-Orangen-Waffeln mit Apfel-Ingwer-Kompott. Foto: Jasmin Jess/Schirner Verlag Foto: dpa
Chai Tee
Bildtext einblenden
Neben raffinierten Gerichten finden sich in Volker Mehls Kochbuch auch Getränke wie dieser Chai Tee. Foto: Jasmin Jess/Schirner Verlag Foto: dpa
Nicky Sitaram Sabnis
Bildtext einblenden
Nicky Sitaram Sabnis ist Ayurveda-Koch und Buchautor. Foto: Sabine Mader/AT Verlag/www.at-verlag.ch Foto: dpa
Schnelle Ayurveda-Küche
Bildtext einblenden
Nicky Sitaram Sabnis: Jetzt koche ich ayurvedisch - Schnelle Küche für Einsteiger. AT Verlag. 152 S. Euro 19,95, ISBN 9783038009276. Foto: Anneliese Kompatscher/AT Verlag/www.at-verlag.ch Foto: dpa
Ayurveda-Küche zum Abnehmen
Bildtext einblenden
Nicky Sitaram Sabnis: Ayurveda-Küche zum Abnehmen. AT Verlag. 144 S. Euro 19,90, ISBN 9783038007272. Foto: Sabine Mader/AT Verlag/www.at-verlag.ch Foto: dpa
Volker Mehl
Bildtext einblenden
Volker Mehl kocht gern ayurvedisch und teilt sein Wissen in Kochbüchern und Kursen. Foto: Schirner Verlag Foto: dpa
Ayurveda-ABC
Bildtext einblenden
Volker Mehl: Ayurveda-ABC - Alles außer kompliziert - Die Basics leicht erklärt. Schirner Verlag. 136 S. Euro 9,95, ISBN 9783843412773. Foto: Schirner Verlag Foto: dpa

Das Interesse an Ayurveda wächst in der westlichen Welt. Was die Ernährung betrifft, wird die Philosophie oft in Verbindung mit Askese und Verboten gebracht. Experten betonen jedoch: Es geht nicht um Verzicht, sondern darum, mit allen Sinnen zu genießen.


Prien am Chiemsee (dpa/tmn) - Ob Massagen oder Kuren - bei Ayurveda denken die meisten an Wellness. Teil der Idee ist aber auch eine ausgeklügelte Ernährungslehre. Die mag sich auf den ersten Blick kompliziert anhören.

Anzeige

Wer sich aber einfach an den Grundprinzipien orientiert, kann auch ohne viel Tamtam davon profitieren. Ursprünglich bedeutet Ayurveda »Wissen vom Leben«, erklärt Ayurveda-Koch und Autor Nicky Sitaram Sabnis. Es geht um gesunde Lebensführung, Heilkunst und Ernährungslehre. Ayurveda-Gesundheitsberater Volker Mehl vergleicht die Lehre mit einem Energiesparmodell. Sie setzt auf warme Mahlzeiten, damit der Körper weniger Energie für die Verdauung aufwenden muss. Der Tag beginnt deshalb mit einem warmen Brei. Außerdem wichtig: regelmäßig und in Ruhe zu essen. »Sonst verliert sich die Seele in dem ganzen Rumgerenne«, sagt Mehl.

Die ayurvedische Lehre geht nämlich davon aus, dass manche Nahrungsmittel nicht für jeden geeignet sind. Wer sich wie ernähren sollte, hängt von den sogenannten Doshas ab. Der Lehre zufolge wirken im Körper Bioenergien: die drei Doshas Vata, Pitta und Kapha. Ihnen werden bestimmte Eigenschaften zugeschrieben - Vata etwa »kalt, leicht und trocken«.

Je nachdem, in Richtung welcher Dosha der Einzelne neigt, soll er der Lehre zufolge mit seiner Ernährung für Ausgleich sorgen. Überwiegt Vata bei jemandem, kann er beispielsweise süß und saftig essen, um diese Dosha etwas zu reduzieren.

Von diesem Konzept sind viele fasziniert, ist Volker Mehls Erfahrung. »Jeder will wissen: Was bin ich für ein Typ?« Für ihn sei dies jedoch der zweite Schritt vor dem ersten. Er rät dazu, klein anzufangen - zum Beispiel anders als in Deutschland üblich morgens schon ein warmes Frühstück zu sich zu nehmen.

Wer sich mit Ayurveda beschäftigt, sucht mitunter auch nach einer Lösung für ein gesundheitliches Problem. Wissenschaftlich belegt ist eine heilende Wirkung von ayurvedischer Medizin nicht, sagt der Ernährungsmediziner und Diabetologe Matthias Riedl. »Es gibt bei vielen Aspekten noch keine evidenzbasierten Beweise.« Das sollte jedoch nicht davon abhalten, ayurvedische Ernährung oder Behandlungen auszuprobieren, sagt er.

Zu Vorsicht rät Riedl bei ayurvedischen Medikamenten. Bei ihnen müsse man einerseits auf die Dosierung, und andererseits auf die Herkunft achten.

Dass Ayurveda nicht unbedingt mit Verzicht und Askese zu tun hat, will Doris Iding vermitteln. Sie hat gemeinsam mit Markus Dürst und Johanna Wäfler das Buch »Sinnliche Ayurveda-Küche« geschrieben. Darin beschäftigen sie sich unter anderem mit der anregenden Wirkung bestimmter Gewürze.

Iding will zeigen, dass es in der ayurvedischen Ernährungslehre darum geht, Lebensmittel mit allen Sinnen zu genießen. Keine Zeit zu haben, lässt sie nicht als Ausrede gelten. »Wenn ich mich bewusst dafür entscheide, finde ich auch die Freiräume.« Zeit, betont sie, ist generell eine der wichtigsten Zutaten für eine gesunde Ernährung. Unabhängig davon, welchem Konzept folgt, was auf den Teller kommt.

Literatur:

Markus Dürst, Johanna Wäfler, Doris Iding: Sinnliche Ayurvedaküche. AT Verlag. 224 S.ten, 24,95 Euro, ISBN-13: 9783038008675

Nicky Sitaram Sabnis: Jetzt koche ich ayurvedisch - Schnelle Küche für Einsteiger, AT Verlag, 152 Seiten, 19,95 Euro, ISBN-13: 9783038009276

Nicky Sitaram Sabnis: Ayurveda-Küche zum Abnehmen, AT Verlag, 144 Seiten, 19,90 Euro, ISBN-13: 9783038007272.

Volker Mehl: Ayurveda-ABC - Alles außer kompliziert - Die Basics leicht erklärt, Schirner Verlag, 136 Seiten, 9,95 Euro, ISBN-13: 9783843412773

Volker Mehl: Agni vitalis - das Feuer des Lebens - Gute Verdauung und Lebensenergie sind kein Zufall, Schirner Verlag, 141 Seiten, 9,95 Euro, ISBN-13: 9783843413046