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So bleibt der Schülerrücken gesund

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Schüler auf dem Schulhof
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Der Schulranzen liegt idealerweise möglichst eng am Rücken an. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn Foto: dpa

Bücher, Hefte und Brotdose müssen in die Schule geschleppt werden - und Hausaufgaben daheim im Kinderzimmer erledigt werden. Beides sind Tätigkeiten, die auf den Rücken gehen. Wie steuert man gegen?


Stuttgart (dpa/tmn) - Der erste Ranzen und der erste Schreibtisch: Mit dem Schulanfang kommen ganz neue Belastungen auf den Kinderrücken zu. Damit der langfristig keinen Schaden nimmt, sollten Eltern bei der Auswahl von Rucksack, Tisch und Stuhl genauer hinschauen.

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Worauf es ankommt...

... beim Ranzen: Der sollte möglichst eng am Rücken anliegen, gut gepolstert sein und zwei breite Schulter-Tragriemen besitzen, rät der Orthopäde Patrik Reize. »Der Ranzen sollte engen Kontakt zum Rücken habe - denn je weiter das Gewicht vom sogenannten Körperlot weggetragen wird, desto mehr Drehkräfte wirken auf die Wirbelsäule.« Folge: Man weicht in einen Rundrücken oder ins Hohlkreuz aus.

Reize empfiehlt außerdem, einen vergleichsweise kleinen Ranzen auszuwählen. Warum? »Dann kommt man gar nicht in die Verlegenheit, zu viel reinzupacken.« Häufig seien Schüler nämlich mit zu viel Gewicht auf dem Rücken unterwegs, gerade auch in der ersten Klasse.

Je weniger sie schleppen müssten, desto weniger Beschwerden haben die Kinder, so Reize. Er gibt zu bedenken, dass dauerhafte Überlastungen auch angeborene Fehlstellungen verschlimmern könnten.

... bei Schreibtisch und Stuhl: Das Wichtigste sei hier, sagt Reize, dass beide höhenverstellbar sind. Dadurch können sie mitwachsen und immer entsprechend justiert werden.

Wichtig ist generell, dass die Kinder nicht zu lange am Schreibtisch sitzen. »Sie müssen immer mal aufstehen und sich bewegen - das nimmt viel Belastung für den Rücken heraus«, sagt Reize.

Was, wenn es hin und wieder vorkommt, kein Grund zur Sorge ist, aber auf Dauer zum Problem werden kann: den Kopf auf die Hand stützen, wie es viele Kinder gerne machen. Diese schräge Haltung belastet Muskeln, Bandscheiben und auch die Wirbelkörper. »Auf lange Sicht«, meint der Orthopäde, »kann das problematisch sein. Denn solche Haltungsfehler kann man sich fürs Leben angewöhnen.«

© dpa-infocom, dpa:200630-99-623009/5