Skibrücke am Prielwald fertig gestellt

Berchtesgaden: Skibrücke am Prielwald zwischen Roßfeld und Oberau fertiggestellt
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In rund sechsmonatiger Bauzeit wurde die Brücke der Roßfeld-Panoramastraße am Prielwald fertiggestellt. Die neue Konstruktion ermöglicht nun auch die Durchfahrt der Pistenpflege-Fahrzeuge in einem Zuge vom Roßfeld bis in die Oberau. (Foto: Christian Wechslinger)

Berchtesgaden – Nach rund sechsmonatiger Bauzeit konnte die gut 80 Jahre alte Brücke am Prielwald mit einem Kostenaufwand von einer Million Euro von der Baufirma »Schwab« aus Bischofswiesen neu gebaut werden. Nach der Sanierung der etwas höher liegenden Prielgrabenbrücke folgte damit eine weitere Sanierung der insgesamt über 15 Kilometer langen Roßfeld-Panoramastraße, die Ausflüglern herrliche Ausblicke in die Berchtesgadener Bergwelt, das Berchtesgadener Tal und ins Salzburger Land bietet.


Der Bau der Straße wurde im Jahr 1938 von der Bauleitung der Deutschen Alpenstraße begonnen und sollte die Endschleife der Deutschen Alpenstraße darstellen. Hintergrund war, Besuchern aus gebührender Entfernung Einsicht in den Hochsicherheitsbereich des Obersalzbergs zu bieten, der nach 1937 für die Öffentlichkeit gesperrt worden war.

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Nach der Einstellung der Bautätigkeiten im Zweiten Weltkrieg war es dem damaligen Landrat des Berchtesgadener Landes, Theodor Jakob, zu verdanken, dass notwendige Sicherungsarbeiten durchgeführt wurden und auch die 800 Meter lange auf österreichischem Gebiet liegende Scheitelstrecke zwischen dem Hennenköpfel und dem Ahornkaser fertiggestellt wurde. Der Landrat überzeugte den damaligen Bundesverkehrsminister Dr. Hans-Christoph Seebohm von der Notwendigkeit der Fertigstellung der Roßfeld-Panoramastraße.

Dies war umso bemerkenswerter, wenn man an die seinerzeit vordringlich zu reparierenden Kriegsschäden im überörtlichen Straßennetz denkt. Zudem handelt es sich bei dieser Straße ja um keinen verkehrswichtigen Passübergang. Nachdem ab 1953 die Baumaßnahmen systematisch weitergeführt worden waren, war die Roßfeld-Panoramastraße ab dem Jahr 1955 durchgehend befahrbar. Seit dieser Zeit bietet das Roßfeld das schneesicherste Familienskigebiet im Berchtesgadener Land mit vier Skiliften und eine knapp sechs Kilometer langen Skiabfahrt in die Oberau.

Um die Straße stets ertüchtigen zu können, wurde sie als Mautstraße angelegt. Weil jedoch die Erhaltungskosten höher sind als die Mauteinnahmen, fließen dafür auch Bundesgelder.

Die Pflege der Skiabfahrt obliegt der Liftbetreiberfamilie Schaupp in Verbindung mit der Marktgemeinde Berchtesgaden. Nachdem der bisherige Durchlass der Brücke die Durchfahrt für Pistenfahrzeuge bei nur gut vier Metern Breite nicht möglich machte, mussten die Pistenbullys in nicht ungefährlicher Aktion über die Straße geleitet werden. Die neue Brückenkonstruktion bietet nun eine Durchlassbreite von sieben Metern und somit kann die Piste in einem Zuge vom Roßfeld-Hochplateau bis in die Oberau durchgehend präpariert werden.

Beim Fertigstellungstermin am letzten Mittwoch, dem Martin Bambach vom Staatlichen Bauamt Traunstein, Klaus Rosenberger von der Marktgemeinde Berchtesgaden, die Firmenleitung der Baufirma Schwab mit Mitarbeitern und Rudi und Anton Schaupp von den Roßfeld-Skiliften beiwohnten, wurde im Besonderen Sebastian Staudinger von der Firma Schwab gelobt. Staudinger war zusammen mit Florian Paukner vom Staatlichen Bauamt für den Brückenbau verantwortlich.

Nachdem in den letzten Wochen nach ersten Schneefällen bereits viele Skibergsteiger zum Roßfeld unterwegs waren, hoffen die Beteiligten, dass die Skisaison am Roßfeld mit der neuen breiteren Unterführung durch die Skibrücke am Prielwald bald beginnt.

Christian Wechslinger

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